VonDavid Freyschließen
Stagnation in der Südwest-Wirtschaft: Die Geschäftslage der Unternehmen verbessert sich nicht, die Unsicherheit für die Zukunft wächst.
Stuttgart – Baden-Württemberg galt lange als Wirtschaftslokomotive Deutschlands – doch die einst so erfolgreiche Industrieregion kämpft seit Monaten mit strukturellen Herausforderungen. Die Südwest-Wirtschaft stagniert auf niedrigem Niveau und ringt um neue Impulse für nachhaltiges Wachstum.
Wie die aktuelle Konjunkturumfrage des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertages (BWIHK) zeigt, bewerten 26 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut – ähnlich viele wie im Frühsommer. Gleichzeitig geben knapp 25 Prozent an, dass ihre Lage schlecht ist – zwei Prozentpunkte mehr als noch vor wenigen Monaten.
Damit bleibe die Stimmung nahezu unverändert, aber die Unsicherheit wachse, heißt es in der in Stuttgart veröffentlichten Umfrage. Die Erwartungen der Unternehmen bleiben verhalten: Wie schon im Frühsommer rechnet weniger als ein Fünftel mit einer Verbesserung der Geschäftslage in den kommenden zwölf Monaten, knapp ein Viertel der Betriebe hingegen mit einer Verschlechterung.
Schwache Nachfrage im Inland bremst branchenübergreifend die wirtschaftliche Entwicklung
Die Unternehmen blicken mit Sorge auf die kommenden Monate. 66 Prozent – ein Prozentpunkt mehr als im Frühsommer – nennen die schwache Inlandsnachfrage als größtes Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung, und das über alle Branchen hinweg. An zweiter Stelle folgen nahezu unverändert die hohen Arbeitskosten mit 56 Prozent, insbesondere im Gastgewerbe und in personalintensiven Dienstleistungsbranchen. BWIHK-Vize Claus Paal äußerte sich frustriert über die anhaltende Stagnation: „Wir wissen genau, wo wir stehen und was kommt, wenn wir nicht handeln – und trotzdem drehen wir uns im Kreis. Es ist höchste Zeit, vom Reden ins Handeln zu kommen.“ (df/dpa)
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