Ausbruch der Stärke X5.0

Nasa-Sonde beobachtet stärkste Sonneneruption seit 2017 – Weitere Ausbrüche erwartet

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Die Sonne verabschiedet das Jahr 2023 mit der heftigsten Eruption seit 2017. Die Auswirkungen könnten auf der Erde zu spüren sein.

Frankfurt – Die Sonne wird immer aktiver und soll im Jahr 2024 ihr Aktivitätsmaximum erreichen. Entsprechend verhält sie sich – in den vergangenen Wochen und Monaten gab es immer wieder heftige Ausbrüche, die in Polarlicht auf der Erde resultierten. Am 31. Dezember 2023 um 20.55 Uhr (MEZ) wurde ein besonders heftiger Ausbruch der Sonne beobachtet, der als Eruption der Klasse X5.0 kategorisiert wurde. Der Ausbruch kam aus der Region 3536 auf der Sonne, die bereits am 14. Dezember eine Eruption der Stärke X2.8 produziert hat.

Sonneneruptionen werden nach ihrer Stärke klassifiziert – die schwächsten Ausbrüche zählen zur Klasse B, es folgen die Klassen C und M. Die heftigsten Sonneneruptionen werden der X-Klasse zugeordnet. Innerhalb jeder Klasse gibt es die Werte 1 bis 9 – nur die X-Klasse ist nach oben nicht beschränkt. Im Jahr 2003 wurde die bisher mächtigste Sonneneruption gemessen. Die Sensoren fielen bei X17 aus, später wurde die Eruption nach Nasa-Angaben auf etwa X45 geschätzt.

Die Sonne, beobachtet von der Nasa-Raumsonde „Solar Dynamics Observatory“. Der helle Fleck auf der linken Seite ist die Sonneneruption der Klasse X5.0 vom 31. Dezember 2023 – der stärkste Ausbruch der Sonne seit 2017.

Stärkste Sonneneruption seit 2017 gemessen

Starke Eruptionen der X-Klasse können nach Nasa-Angaben „lang anhaltende Strahlungsstürme erzeugen, die Satelliten schädigen können“. Diese Eruptionen haben laut der US-Raumfahrtorganisation auch das Potenzial, „globale Übertragungsprobleme und weltweite Stromausfälle zu verursachen“. Eine weitere Folge eines Sonnensturms, der die Erde trifft, können Polarlichter sein.

Die könnte es auch geben wenn der Sonnensturm, der durch die Eruption am 31. Dezember ausgelöst wurde, die Erde trifft. „Der Sturm sollte die Erde hart treffen, aber kürzer als einen Tag anhalten“, erklärt die Weltraumwetter-Physikerin Tamitha Skov auf X (ehemals Twitter). „Erwarten Sie helle, aber kurzlebige Aurora sowie Funksignalstörungen auf der Nachtseite der Erde.“

Weltraumwetter-Vorhersage: Geomagnetischer Sturm der Kategorie G1 erwartet

Das Weltraumwetter-Vorhersagezentrum SWPC erwartet für den 2. Januar, den Tag, an dem der Sonnensturm die Erde treffen soll, jedoch nur einen geomagnetischen Sturm der Kategorie „G1 (minor)“. In der Beschreibung des SWPC heißt es dazu: „Polarlicht ist üblicherweise in hohen Breitengraden sichtbar“.

Man sollte von der bisher stärksten Sonneneruption des aktuellen Sonnenzyklus auf der Erde also nicht zu viel erwarten. Das mag für manche enttäuschend sein, doch im Jahr 2024 dürfte es noch zahlreiche Chancen auf Polarlicht auch in mittleren Breitengraden geben. Schließlich beginnt das Sonnenmaximum gerade erst. Ein Forscher geht davon aus, dass ein Sonnenmaximum in der Regel etwa drei Jahre andauert. Generell werden rund um den Frühlingsanfang mehr Polarlichter am Himmel beobachtet als zu anderen Zeiten. (tab)

Rubriklistenbild: © NASA/SDO

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