Roter Planet

Mars-Mond Phobos steht ein dramatisches Ende bevor

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Während sich unser Mond immer weiter von der Erde entfernt, wird Phobos eines Tages auf den Mars stürzen. Sein Ende könnte jedoch auch anders aussehen.

Frankfurt – Der Mond umkreist die Erde und entfernt sich dabei langsam immer weiter von ihr. Beim Planeten Mars und seinem Mond Phobos ist es dagegen ganz anders: Irgendwann wird der kleine Mond entweder auf den Mars stürzen oder zerbrechen und dem roten Planeten einen Ring bescheren, wie man ihn derzeit vor allem beim „Herrn der Ringe“ Saturn beobachten kann.

Name:Phobos
Typ:Mond
Umkreister Planet:Mars
Größe:27x22x18 Kilometer
Umlaufdauer:etwa 7 Stunden
Prominentes Merkmal:10-Kilometer-Krater Stickney

In hundert Jahren kommt Phobos dem Planeten Mars etwa 1,8 Meter näher. Bleibt diese Geschwindigkeit bestehen, wird Phobos in 50 Millionen Jahren auf den Mars krachen. Im Jahr 1877 wurde der Mars-Mond vom US-Astronomen Asaph Hall entdeckt. Der Mond ist relativ klein und befindet sich sehr nah am Mars – er benötigt nur etwa sieben Stunden, um den roten Planeten einmal zu umrunden.

Im März 2010 hat die ESA-Raumsonde Mars Express diese Aufnahme vom Mars-Mond Phobos gemacht.

Kleiner Mond Phobos umkreist den Mars sehr nah

Das sorgt dafür, dass an jedem Ort auf dem Mars etwa einmal im Jahr zu sehen ist, wie Phobos vor der Sonne vorbeizieht – eine Sonnenfinsternis auf dem Mars ist jedoch schneller vorbei als auf der Erde, sie dauert nur 30 Sekunden. Eine totale Sonnenfinsternis, wie sie auf der Erde möglich ist, wird es auf dem Mars nie geben: Der Mond Phobos ist zu klein, um die gesamte Sonnenscheibe abzudecken.

Diese Dinge wurden auf dem Mars entdeckt – sie gehören dort nicht hin

Mars
Der Mars ist immer wieder für eine Überraschung gut. So fotografieren die Nasa-Rover auf dem roten Planeten gelegentlich Dinge, die dort überhaupt nicht sein dürften. © UIG/Imago
Der Nasa-Rover „Perseverance“ hat auf dem Mars einen „Frosch“ entdeckt. Tatsächlich handelt es sich um eine Steinformation.
Der Nasa-Rover „Perseverance“ hat auf dem Mars einen „Frosch“ entdeckt. Tatsächlich handelt es sich um eine Steinformation. © Nasa/JPL-Caltech/ASU
Ein Bild, das der Mars-Rover "Curiosity" aufgenommen hat, zeigt einen schwebenden Löffel. Jedenfalls will das das menschliche Auge dem Gehirn weismachen.
Ein Bild, das der Mars-Rover "Curiosity" aufgenommen hat, zeigt einen schwebenden Löffel. Jedenfalls will das das menschliche Auge dem Gehirn weismachen. © NASA/JPL-Caltech/MSSS
Wer genau hinschaut, kann auf diesem schwarz-weißen Bild, das die Nasa-Raumsonde „Viking“ im Jahr 1976 von der Mars-Oberfläche aufgenommen hat, ein „Gesicht“ erkennen. Tatsächlich handelt es sich um natürliche Bodenformationen auf dem Mars und Schatten auf Bergen, die das „Gesicht“ erscheinen lassen. (Archivbild)
Wer genau hinschaut, kann auf diesem schwarz-weißen Bild, das die Nasa-Raumsonde „Viking“ im Jahr 1976 von der Mars-Oberfläche aufgenommen hat, ein „Gesicht“ erkennen. Tatsächlich handelt es sich um natürliche Bodenformationen auf dem Mars und Schatten auf Bergen, die das „Gesicht“ erscheinen lassen. (Archivbild) © Nasa/JPL (Montage)
Ein heller Fleck am Horizont des Mars, zu sehen auf einem Bild, das der Nasa-Rover „Curiosity“ am 3. April 2014 mit seiner rechten Navigationskamera gemacht hat, sorgte nach der Aufnahme für Aufsehen. Beobachtende wollen ein Ufo erkannt haben oder etwas anderes, das auf außerirdische Wesen hindeutet. Da auf einem Bild, das die linke Navigationskamera zur gleichen Zeit gemacht hat, der Fleck nicht zu sehen ist, wurde diese Theorie schnell ausgeschlossen. Es handelt sich wohl um kosmische Strahlung, die nur eine der beiden Kameras traf.
Ein heller Fleck am Horizont des Mars, zu sehen auf einem Bild, das der Nasa-Rover „Curiosity“ am 3. April 2014 mit seiner rechten Navigationskamera gemacht hat, sorgte nach der Aufnahme für Aufsehen. Beobachtende wollen ein Ufo erkannt haben oder etwas anderes, das auf außerirdische Wesen hindeutet. Da auf einem Bild, das die linke Navigationskamera zur gleichen Zeit gemacht hat, der Fleck nicht zu sehen ist, wurde diese Theorie schnell ausgeschlossen. Es handelt sich wohl um kosmische Strahlung, die nur eine der beiden Kameras traf. © Nasa/JPL
Der Nasa-Rover „Perseverance“ hat dieses mysteriöse Objekt auf dem Mars fotografiert. Die Nasa hat eine Erklärung, worum es sich bei dem seltsamen Zylinder handelt.
Der Nasa-Rover „Perseverance“ hat dieses mysteriöse Objekt auf dem Mars fotografiert. Die Nasa hat eine Erklärung, worum es sich bei dem seltsamen Zylinder handelt. © Nasa/JPL-Caltech/ASU
Der Nasa-Rover „Curiosity“ hat auf dem Mars dieses Gebilde fotografiert, das an eine Blume oder Koralle erinnert. Es handelt sich um eine sogenannte Konkretion. Auch die runden Gebilde daneben sind Konkretionen.
Der Nasa-Rover „Curiosity“ hat auf dem Mars dieses Gebilde fotografiert, das an eine Blume oder Koralle erinnert. Es handelt sich um eine sogenannte Konkretion. Auch die runden Gebilde daneben sind Konkretionen. © Nasa/JPL
Der Nasa-Rover „Perseverance“ und der Stein „Rochette“, den der Rover einige Tage nach dieser Aufnahme anbohren wird. Einen Twitter-Nutzer erinnert die Aufnahme an „teilweise vergrabene Skelette“.
Der Nasa-Rover „Perseverance“ und der Stein „Rochette“, den der Rover einige Tage nach dieser Aufnahme anbohren wird. Einen Twitter-Nutzer erinnert die Aufnahme an „teilweise vergrabene Skelette“. © Imago
Wer hat dieses Tor auf dem Mars in Stein gehauen? Vermutlich war ein Erdbeben am Werk, dazu kommt das psychologische Phänomen der Pareidolie.
Wer hat dieses Tor auf dem Mars in Stein gehauen? Vermutlich war ein Erdbeben am Werk, dazu kommt das psychologische Phänomen der Pareidolie. © NASA/JPL-Caltech/MSSS
„Dieses Marsgestein könnte wie ein Oberschenkelknochen aussehen. Die Mitglieder des Wissenschaftsteams der Mission glauben, dass seine Form wahrscheinlich durch Erosion, entweder durch Wind oder Wasser, entstanden ist“, heißt es bei der Nasa. Aufgenommen hat es der Mars-Rover „Curiosity“ im August 2014.
„Dieses Marsgestein könnte wie ein Oberschenkelknochen aussehen. Die Mitglieder des Wissenschaftsteams der Mission glauben, dass seine Form wahrscheinlich durch Erosion, entweder durch Wind oder Wasser, entstanden ist“, heißt es bei der Nasa. Aufgenommen hat es der Mars-Rover „Curiosity“ im August 2014. © Nasa/JPL

Dafür gibt es auf dem roten Planeten ein anderes Phänomen: An einem Standort kann es auf dem Mars eine bis sieben Sonnenfinsternissen innerhalb von drei Tagen geben. Die Nasa-Rover „Curiosity“ und „Opportunity“ haben solche Finsternisse bereits fotografiert. Zwei Instrumente des Nasa-Landegeräts „InSight“ auf dem Mars konnten überraschende Effekte einer Sonnenfinsternis auf dem Mars messen: Das Magnetometer und das Seismometer schlugen an.

Mars-Mond Phobos ist zu einem dramatischen Ende verdammt

Während der Mars-Mond Phobos zu einem dramatischen Ende in vielen Millionen Jahren verdammt ist, entfernt sich unser Mond pro Jahr etwa 3,78 Zentimeter von der Erde – in ferner Zukunft könnte es dann auf der Erde auch keine totalen Sonnenfinsternisse mehr geben, weil die Mondscheibe zu klein ist, um die Scheibe der Sonne vollständig zu bedecken. Überhaupt ist es ein glücklicher Umstand, dass der Mond die Sonne derzeit komplett verdecken kann: Die Sonne ist etwa 400 Mal weiter von der Erde entfernt als der Mond und hat einen etwa 400 Mal größeren Durchmesser – so passt die Mondscheibe ganz genau auf die Sonnenscheibe. (tab)

Rubriklistenbild: © ESA/DLR/FU Berlin (G. Neukum)

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