Kolumne von Meteorologen Dominik Jung

Unglaubliches Himmelsfeuer im August: Venus & Jupiter fast vereint – Perseidenschauer erreicht Maximum

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Im August erreicht der Perseidenschauer seinen Höhepunkt – beste Voraussetzungen für ein Himmelsspektakel. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt - Am Dienstag, den 12. August 2025, erreichen Venus und Jupiter ihre engste Annäherung, eine sogenannte Konjunktion. Die beiden hellsten Planeten erscheinen dabei im Osten kurz vor Sonnenaufgang nur knapp einen Grad voneinander entfernt – so nah, dass sie fast wie ein Doppelstern wirken. Bereits in den frühen Morgenstunden lassen sich beide mit bloßem Auge oder durch ein Fernglas beeindruckend beobachten. Die strahlend helle Venus und der goldgelb funkelnde Jupiter bilden zusammen einen Anblick, der selten in dieser Deutlichkeit zu sehen ist. Anfang des Jahres begegneten sich Venus und Saturn am Abendhimmel.

Gleich zwei tolle Himmelsspektakel gibt es in den nächsten Stunden zu sehen.

Kaum ist die Begegnung der Planeten vorbei, folgt das nächste Himmelshighlight: Der jährliche Meteorstrom der Perseiden erreicht in der Nacht vom 12. auf den 13. August seinen Höhepunkt. In klaren Nächten können unter optimalen Bedingungen bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar sein. Diese entstehen, wenn winzige Partikel des Kometen Swift-Tuttle in die Erdatmosphäre eindringen und verglühen. Besonders die hellen Meteore hinterlassen leuchtende Spuren, die für wenige Sekunden am Himmel stehen bleiben. Der Anblick ist selbst für erfahrene Beobachter immer wieder ein Erlebnis, das in dieser Kombination mit Venus und Jupiter nur selten vorkommt.

Himmelsspektakel dank Perseidenschauer: Wann es die beste Sicht gibt

Das Zusammentreffen von Planetenparade und Sternschnuppenregen fällt in diesem Jahr mit einer Wetterlage zusammen, die vielerorts klare Nächte verspricht. Wer den Anblick ungestört genießen möchte, sollte sich einen Platz abseits von Stadtlichtern suchen, eine Decke oder einen Liegestuhl mitbringen und sich ausreichend Zeit nehmen. Während Venus und Jupiter im Osten kurz vor Sonnenaufgang ihre Show bieten, beherrschen die Perseiden in den späten Abend- und Nachtstunden den Himmel.

Zeit für Wünsche: Sternschnuppen flitzen über den Nachthimmel

Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind.
Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind. © Imago/Zoonar
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel.
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel. © imago/imagebroker
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen.
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen. © imago/Cavan Images
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten.
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten. © imago/Cavan Images
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können.
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können. © Richard Brian/dpa
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt.
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt. © IMAGO/Zoonar
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf.
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf. © imago/Sylvio Dittrich
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein.
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein. © Danny Lawson/dpa
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen.
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen. © Patrick Pleul/dpa
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen.
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen. © imago/Cavan Images
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig.
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig. © Marcus Führer/dpa

Diese Nächte im August sind eine Einladung, den Blick nach oben zu richten und sich von der Schönheit des Kosmos einfangen zu lassen – Momente, die in Erinnerung bleiben und vielleicht sogar den Funken für eine neue Leidenschaft entzünden.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire | Robin Loznak

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