Nasa holte Asteroiden-Proben

„Etwas gefunden, was wir nicht erwartet haben“ – Neuigkeiten über Asteroid „Bennu“ enthüllt

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Forschende arbeiten an den Proben des Asteroiden „Bennu“. (Archivbild)
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Material vom Asteroiden „Bennu“ wurde von einer Nasa-Sonde zur Erde geholt. Bei der Analyse der Proben stoßen Experten auf eine bedeutende Entdeckung.

Frankfurt – Er ist einer der wenigen Himmelskörper, von denen die Forschung Proben auf der Erde untersuchen kann: der Asteroid „Bennu“. Die Nasa-Raumsonde „Osiris-Rex“ sammelte in einer aufsehenerregenden Mission etwas Gestein des knapp 500 Meter großen Asteroiden ein und brachte es im Jahr 2023 zurück zur Erde. Seitdem werden die Gesteinsproben von Forschenden in aller Welt analysiert – auch in Frankfurt. Im Schwiete CosmoLab der Goethe-Universität untersucht der Nano-Geowissenschaftler Prof. Frank Brenker gemeinsam mit einem Team Materialproben von „Bennu“, die die Nasa zur Verfügung gestellt hat.

Forschende aus zahlreichen internationalen Einrichtungen haben die ersten Erkenntnisse nun in zwei Fachjournals veröffentlicht. Die beiden Studien geben Einblicke in die Vergangenheit und Herkunft von „Bennu“, aber auch in dessen Zusammensetzung. Beispielsweise gab es auf dem Himmelskörper, von dem „Bennu“ ein Bruchstück ist, offenbar flüssiges Wasser. Die Forschenden haben herausgefunden, dass das Wasser verdampfte und eine Salzlösung zurückließ, die sich mit der Salzkruste von trockenen Seebetten auf der Erde vergleichen lässt.

Asteroid „Bennu“ stammt wahrscheinlich aus einer Ozeanwelt

„Wir können jetzt eine Verbindung schaffen zu Objekten, die wir heute in unserem Sonnensystem sehen. Mit den speziellen Mineralabfolgen können wir zeigen, dass ‚Bennu‘ ein Bruchstück von einem Objekt darstellt, das wahrscheinlich den sogenannten Ozeanwelten ähnelt, die wir in unserem Sonnensystem kennen“, erklärt Brenker im Gespräch mit IPPEN.MEDIA. „Da geht es um verschiedene Jupiter-Monde und auch um den Zwergplaneten Ceres.“ Im Interview erläutert Brenker noch genauer, was die Ergebnisse der Studien bedeuten.

In der Sole von Asteroid „Bennu“ entdeckte das internationale Forschungsteam eine Reihe von Elementen. Ob aus diesen Bestandteilen hochkomplexe organische Strukturen entstanden, bleibt jedoch unklar. „Wir wissen jetzt, dass wir die grundlegenden Bausteine haben, um auf diesem Weg zum Leben voranzukommen, aber wir wissen nicht, wie weit dieser Weg in dieser Umgebung fortgeschritten sein könnte“, sagt Studienautor Tim McCoy in einer Mitteilung. Die Studie wurde im Fachjournal Nature veröffentlicht.

Auf „Bennu“ wurden proteinbildende Aminosäuren gefunden

Eine zweite Studie, die im Fachmagazin Nature Astronomy veröffentlicht wurde, gibt weitere Einblicke in die Zusammensetzung von „Bennu“. Das Forschungsteam hat unter anderem proteinbildende Aminosäuren in den Proben gefunden. Außerdem berichtet es über die Entdeckung der fünf Nukleobasen, aus denen RNA und DNA bestehen. „Das ist die Art von Fund, auf die man bei einer Mission hofft“, freut sich McCoy. „Wir haben etwas gefunden, was wir nicht erwartet haben, und das ist die beste Belohnung für jede Art von Erkundung.“

Sein Frankfurter Kollege Brenker ist ebenfalls zufrieden: „Wenn man alles in einen Topf wirft, dann muss man echt sagen, wir sehen eigentlich schon alles, was wir brauchen. Es gibt kaum noch eine Lücke, wo man sagen kann, das haben wir jetzt aber noch nicht gefunden. Es ist eigentlich alles da.“ (tab)

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