VonJosefin Schröderschließen
Die Nasa bereitet sich auf den Start einer neuen Mission vor. Eine Sonde soll den Asteroiden Psyche erkunden. Er gilt als besonders rohstoffreich und könnte viel Geld einbringen.
Cape Canaveral – Anfang Oktober startet Nasa eine neue, unbemannte Mission. Gestartet wird im Kennedy Space Center in Florida, Ziel der Reise ist ein Asteroid namens Psyche – wegen seines Rohstoffvorkommens ein besonders lukratives Ziel.
An Bord einer Trägerrakete des Typs „Falcon Heavy“ von SpaceX wird die Sonde am 5. Oktober um 10.38 Uhr Ortszeit abheben. Lindy Elkins-Tanton, Planetenforscherin und Professorin an der Arizona State University, leitet die Psyche-Mission, die bereits für August 2022 angekündigt war und wegen Problemen an der Flugsoftware verschoben wurde. Nun scheint die 1,2 Milliarden Dollar-Mission doch noch Wirklichkeit zu werden.
Parallel dazu muss sich das Raumfahrtunternehmen dem Vorwurf stellen, Leben auf dem Mars entdeckt und getötet zu haben. Diese Vermutung hat ein Forscher.
Nasa-Mission zum Psyche-Asteroid aus Edelmetallen
Aber zurück zur Psyche-Mission: Angetrieben mit Xenon-Gas, ausgestattet mit Solarzellen und komplexen Messinstrumenten ist das Raumfahrzeug bereit für den Einsatz. Alle vier Triebwerke sind gecheckt, teilt Nasa in einer Mitteilung mit. Sechs Jahre lang wird der Flug zum Asteroiden dauern. Dafür wurde die Nasa-Sonde mit 1085 Kilogramm Xenon getankt. Nach Angaben des Online-Magazins Space.com setzt die Nasa zum ersten Mal den Raketentyp „Falcon Heavy“ ein. Die Rakete sei bisher nur sieben Mal gestartet.
Ausgestattet ist die Raumsonde mit einer riesigen Antenne, die die Datenübertragung verstärken soll. Mit wissenschaftlichen Instrumenten wie einem Gammastrahlen- und Neutronenspektrometer sowie einem Magnetometer werden das Magnetfeld und die von der Oberfläche ausgehenden Neutronen und Gammastrahlen untersucht, heißt es in der Missionsbeschreibung der Nasa.
Was macht den Metall-Asteroiden Psyche so wertvoll?
Auch die Beschaffenheit des Asteroiden wird aus einer zunehmend engeren Umlaufbahn mit einem Multispekralbildgeber analysiert. Dafür soll sich die Sonde der Metalloberfläche des Asteroiden auf bis zu 64 Kilometern nähern. Die Forschungsgruppe erhofft sich dadurch neue Erkenntnisse über die Entstehung von Planeten generell.
Der Asteroid, dessen Name auf Psyche, die griechische Göttin der Seele, zurückgeht, befindet sich im Asteroidengürtel des Sonnensystems, zwischen den Planeten Mars und Jupiter. Laut Nasa ist der Kleinplanet etwa 279 Kilometer groß. Seine Herkunft ist weitgehend unbekannt. Das Forschungsteam geht davon aus, dass er der Kern eines Planetsimals, ein Baustein eines früheren Planeten ist, aus denen wiederum Gesteinsplaneten wie die Erde und der Mars entstanden.
Asteroidenbergbau im Weltall noch fern
Das Besondere an dem Asteroiden: Anders als der Großteil der Planeten, die meistens aus Gestein oder Eis bestehen, soll Psyche besonders viele Metalle, insbesondere Eisen, Nickel und Gold enthalten – sogar im Wert von 10 Trillionen Dollar, errechnete Lindy Elkins-Tanton vor einigen Jahren. Diese Zahl sei allerdings nicht ernst zu nehmen, sagte die Forscherin kürzlich bei einer Pressekonferenz.
„Wir haben keine Technologie, um Psyche auf die Erde zu bringen. Und wenn wir es täten, wäre es wahrscheinlich ein katastrophaler Fehler“, ergänzte die Wissenschaftlerin. „Wir gehen nicht dorthin, um einen Asteroiden abzubauen.“
Zurück zur Erde kommt allerdings ein anderer Asteroid – jedenfalls Proben davon. Die Nasa-Raumsonde „Osiris-Rex“ liefert Proben vom Asteroiden „Bennu“ ab. Darauf wartet die Forschung schon lange.
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Forschungsteam hofft auf Erkenntnisse zum Metallkern von Planeten
Nach der Ankunft beim Asteroiden Psyche im August 2029 soll die Sonde den Asteroiden etwa 26 Monate lang umkreisen und die Wissenschaftler mit Bildern und zahlreichen Daten versorgen.
Wie es auf dem Asteroiden aussieht, weiß keiner der Experten. „Eine Möglichkeit ist, dass die metallische Oberfläche von Psyche von winzigen, stacheligen, schalenförmigen Mikrometeoriteneinschlägen in Metall bedeckt ist, von denen winzige Metallkörner weggeflogen sind“, so Lindy Elkins-Tanton. Und weiter: „Wir erwarten, dass ein Teil der Oberfläche aus Metall besteht und ein Teil nicht.“ Doch was ist der nicht-metallische Teil? Stein? Schwefel? Die Mission wird es zeigen. (Josefin Schröder)
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