„James Webb“-Weltraumteleskop

Spektakuläre Bilder der Nasa: So haben Sie den Neptun noch nie gesehen

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Das „James Webb“-Weltraumteleskop richtet seinen Infrarot-Blick auf den Planeten Neptun – und enthüllt lange Unsichtbares.

Frankfurt – Der Planet Neptun ist ein Gasriese – 4,5 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt, bewegt er sich durch unser Sonnensystem. Weil er so weit entfernt ist, ist er mit bloßem Auge nie sichtbar, in Teleskopen erscheint er als ein kleines blaues Scheibchen. Daher wissen auch nur die wenigsten, dass der Planet Neptun Ringe hat – ganz ähnlich wie die Ringe des Saturn.

Weltraum-Bilder der Woche: „James Webb“ besucht die legendären „Säulen der Schöpfung“

Weltraumbild der Woche vom 20. Oktober 2022: Dieser Ausschnitt aus dem etwa 7000 Lichtjahre entfernten Adlernebel wird „Säulen der Schöpfung“ genannt. Ursprünglich wurde es vom „Hubble“-Weltraumteleskop aufgenommen. Die Säulen erstrecken sich vier Lichtjahre in den Weltraum und bestehen aus interstellarer Materie. Das bekannte Motiv wurde nun vom „James Webb“-Weltraumteleskop erneut besucht. Das Ergebnis: Ein deutlich klareres Bild, in dem im Vergleich zur alten „Hubble“-Aufnahme unzählige Sterne zu sehen sind. Die Säulen sind gefüllt mit halbtransparentem Gas und Staub. In der Region entstehen junge Sterne.
Weltraumbild der Woche vom 20. Oktober 2022: Dieser Ausschnitt aus dem etwa 7000 Lichtjahre entfernten Adlernebel wird „Säulen der Schöpfung“ genannt. Ursprünglich wurde es vom „Hubble“-Weltraumteleskop aufgenommen. Die Säulen erstrecken sich vier Lichtjahre in den Weltraum und bestehen aus interstellarer Materie. Das bekannte Motiv wurde nun vom „James Webb“-Weltraumteleskop erneut besucht. Das Ergebnis: Ein deutlich klareres Bild, in dem im Vergleich zur alten „Hubble“-Aufnahme unzählige Sterne zu sehen sind. Die Säulen sind gefüllt mit halbtransparentem Gas und Staub. In der Region entstehen junge Sterne. © NASA, ESA, CSA, STScI, Joseph DePasquale (STScI), Anton M. Koekemoer (STScI), Alyssa Pagan (STScI)
Weltraumbild der Woche vom 20. Oktober 2022: Links: Die alte „Hubble“-Aufnahme der „Säulen der Schöpfung“. Zu sehen sind kaum Sterne.
Rechts: Die neue Aufnahme der „Säulen der Erde“ vom „James Webb“-Weltraumteleskop. Im Vergleich zur alten Aufnahme sind deutlich mehr Sterne zu sehen.
Weltraumbild der Woche vom 20. Oktober 2022: Links: Die alte „Hubble“-Aufnahme der „Säulen der Schöpfung“. Zu sehen sind kaum Sterne. Rechts: Die neue Aufnahme der „Säulen der Erde“ vom „James Webb“-Weltraumteleskop. Im Vergleich zur alten Aufnahme sind deutlich mehr Sterne zu sehen. © NASA, ESA, CSA, STScI, Hubble Heritage Project (STScI, AURA), Joseph DePasquale (STScI), Anton M. Koekemoer (STScI), Alyssa Pagan (STScI)
Auf dieser Aufnahme des „James Webb“-Weltraumteleskops sieht man den Gasriesen Neptun (unten) im Infrarotlicht. Gut zu erkennen: Seine Ringe, sowie Methan-Eis-Wolken (helle Flecken auf dem Planeten). Außerdem sind sieben der 14 bekannten Neptun-Monde zu sehen.
Weltraumbild der Woche vom 22. September 2022: Auf dieser Aufnahme des „James Webb“-Weltraumteleskops sieht man den Gasriesen Neptun (unten) im Infrarotlicht. Gut zu erkennen: Seine Ringe, sowie Methan-Eis-Wolken (helle Flecken auf dem Planeten). Außerdem sind sieben der 14 bekannten Neptun-Monde zu sehen. © NASA, ESA, CSA, and STScI
Das „James Webb“-Weltraumteleskop von Nasa, Esa und CSA blickt nicht immer nur hinaus aus dem Sonnensystem. In diesem Fall schaute das Teleskop auf den Planeten Neptun, der im Infraroten seine typische blaue Färbung verliert. Dafür sind seine Ringe gut zu erkennen – ein Anblick, den Forschende seit dem Besuch der Nasa-Raumsonde „Voyager 2“ (August 1989) bei Neptun nicht mehr hatten.
Weltraumbild der Woche vom 22. September 2022: Das „James Webb“-Weltraumteleskop von Nasa, Esa und CSA blickt nicht immer nur hinaus aus dem Sonnensystem. In diesem Fall schaute das Teleskop auf den Planeten Neptun, der im Infraroten seine typische blaue Färbung verliert. Dafür sind seine Ringe gut zu erkennen – ein Anblick, den Forschende seit dem Besuch der Nasa-Raumsonde „Voyager 2“ (August 1989) bei Neptun nicht mehr hatten. ©  NASA, ESA, CSA, and STScI
Das „James Webb“-Weltraumteleskop von Nasa, Esa und CSA blickt tief ins Sonnensystem hinein: Der Planet Neptun, ein Gasriese, ist 4,5 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt und erscheint im Fernglas wegen seiner Methan-Atmosphäre eigentlich blau. Doch im Infrarot-Blick des Teleskops erscheint er hell, seine Ringe sind außerdem gut zu erkennen. Der helle, bläuliche „Stern“ über Neptun ist dessen Mond Triton.
Weltraumbild der Woche vom 22. September 2022: Das „James Webb“-Weltraumteleskop von Nasa, Esa und CSA blickt tief ins Sonnensystem hinein: Der Planet Neptun, ein Gasriese, ist 4,5 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt und erscheint im Fernglas wegen seiner Methan-Atmosphäre eigentlich blau. Doch im Infrarot-Blick des Teleskops erscheint er hell, seine Ringe sind außerdem gut zu erkennen. Der helle, bläuliche „Stern“ über Neptun ist dessen Mond Triton. © NASA, ESA, CSA, and STScI
Weltraumbild der Woche vom 14. September 2022: Die Dark Energy Camera (DECam) des NOIRLab hat dieses Bild des Hummernbels (NGC 6357) aufgenommen. Es handelt sich dabei um ein Sternentstehungsgebiet, etwa 8000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Auf dem Bild gut zu erkennen: helle, junge Sterne, die von Staub- und Gaswolken umgeben sind. Der Hummernebel befindet sich nahe dem Zentrum der Milchstraße und enthält eine Vielzahl heißer und junger Sterne, sowie Gas und Staubwolken. Letztere werden unter dem Einfluss von UV-Strahlung und Sternenwinden zum Leuchten angeregt.
Weltraumbild der Woche vom 14. September 2022: Die Dark Energy Camera (DECam) des NOIRLab hat dieses Bild des Hummernbels (NGC 6357) aufgenommen. Es handelt sich dabei um ein Sternentstehungsgebiet, etwa 8000 Lichtjahre von der Erde entfernt. Auf dem Bild gut zu erkennen: helle, junge Sterne, die von Staub- und Gaswolken umgeben sind. Der Hummernebel befindet sich nahe dem Zentrum der Milchstraße und enthält eine Vielzahl heißer und junger Sterne, sowie Gas und Staubwolken. Letztere werden unter dem Einfluss von UV-Strahlung und Sternenwinden zum Leuchten angeregt. © CTIO/NOIRLab/DOE/NSF/AURA
Weltraumbild der Woche vom 14. September 2022: Das Weltraumteleskop „Hubble“, das von den Weltraumorganisationen Nasa und Esa kontrolliert wird, hat zwei Spiralgalaxien aufgenommen, die sich überlappen. Die beiden Galaxien mit den komplizierten Namen SDSS J115331 und LEDA 2073461 befinden sich mehr als eine Milliarde Lichtjahre von der Erde entfernt. Und auch wenn es den Anschein hat, als würden sie miteinander kollidieren, ist das tatsächlich nicht der Fall. Die beiden Galaxien interagieren nicht miteinander heißt es bei der europäischen Weltraumorganisation Esa.
Weltraumbild der Woche vom 14. September 2022: Das Weltraumteleskop „Hubble“, das von den Weltraumorganisationen Nasa und Esa kontrolliert wird, hat zwei Spiralgalaxien aufgenommen, die sich überlappen. Die beiden Galaxien mit den komplizierten Namen SDSS J115331 und LEDA 2073461 befinden sich mehr als eine Milliarde Lichtjahre von der Erde entfernt. Und auch wenn es den Anschein hat, als würden sie miteinander kollidieren, ist das tatsächlich nicht der Fall. Die beiden Galaxien interagieren nicht miteinander heißt es bei der europäischen Weltraumorganisation Esa. © ESA/Hubble & NASA, W. Keel
Weltraumbild der Woche vom 14. September 2022: Atemberaubend ist dieses Bild, das das „James Webb“-Weltraumteleskop von Nasa, Esa und CSA vom berühmten Orionnebel gemacht hat. Zu sehen ist eine Sternenentstehungsregion, ähnlich wie die, in der unser Sonnensystem vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren entstand. Diese Region im Orionnebel zu beobachten, soll Forschenden dabei helfen, besser zu verstehen, was in den ersten Millionen Jahren der Planetenentstehung in der Milchstraße passiert ist. „Diese neuen Beobachtungen erlauben es uns, besser zu verstehen, wie massereiche Sterne die Gas- und Staubwolken verändern, in denen sie geboren sind“, erklärt die Astrophysikerin Els Peeters.
Weltraumbild der Woche vom 14. September 2022: Atemberaubend ist dieses Bild, das das „James Webb“-Weltraumteleskop von Nasa, Esa und CSA vom berühmten Orionnebel gemacht hat. Zu sehen ist eine Sternenentstehungsregion, ähnlich wie die, in der unser Sonnensystem vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren entstand. Diese Region im Orionnebel zu beobachten, soll Forschenden dabei helfen, besser zu verstehen, was in den ersten Millionen Jahren der Planetenentstehung in der Milchstraße passiert ist. „Diese neuen Beobachtungen erlauben es uns, besser zu verstehen, wie massereiche Sterne die Gas- und Staubwolken verändern, in denen sie geboren sind“, erklärt die Astrophysikerin Els Peeters. © NASA, ESA, CSA, Data reduction and analysis : PDRs4All ERS Team; graphical processing S. Fuenmayor
Weltraumbild der Woche vom 07. September 2022: Ganz neu ist dieses Bild, das das „James Webb“-Weltraumteleskop der Raumfahrtorganisationen Nasa, Esa und CSA gemacht hat. Zu sehen ist die Sternengeburtsstätte 30 Doradus, die aufgrund ihres Aussehens den Spitznamen „Tarantelnebel“ (NGC 2070) erhalten hat. Es handelt sich um einen sehr hellen Emissionsnebel in der Großen Magellanschen Wolke. Astronominnen und Astronomen beobachten ihn, um die Sternentstehung zu erforschen. „Webb“ liefert einen ganz neuen Blick auf den Tarantelnebel: Zu sehen sind in dieser Aufnahme auch junge Sterne sowie weit entfernte Galaxien im Hintergrund. Auch die Struktur und Zusammensetzung von Gas und Staub im Tarantelnebel ist detailliert zu erkennen. Der Tarantelnebel ist 161.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und die Heimat einiger der heißesten und massereichsten Sterne, die bekannt sind.
Weltraumbild der Woche vom 07. September 2022: Ganz neu ist dieses Bild, das das „James Webb“-Weltraumteleskop der Raumfahrtorganisationen Nasa, Esa und CSA gemacht hat. Zu sehen ist die Sternengeburtsstätte 30 Doradus, die aufgrund ihres Aussehens den Spitznamen „Tarantelnebel“ (NGC 2070) erhalten hat. Es handelt sich um einen sehr hellen Emissionsnebel in der Großen Magellanschen Wolke. Astronominnen und Astronomen beobachten ihn, um die Sternentstehung zu erforschen. „Webb“ liefert einen ganz neuen Blick auf den Tarantelnebel: Zu sehen sind in dieser Aufnahme auch junge Sterne sowie weit entfernte Galaxien im Hintergrund. Auch die Struktur und Zusammensetzung von Gas und Staub im Tarantelnebel ist detailliert zu erkennen. Der Tarantelnebel ist 161.000 Lichtjahre von der Erde entfernt und die Heimat einiger der heißesten und massereichsten Sterne, die bekannt sind. © NASA, ESA, CSA, STScI, Webb ERO Production Team
Weltraumbild der Woche vom 07. September 2022: Sie wartet immer noch auf ihren Einsatz: Die Nasa-Mond-Rakete Space Launch System (SLS) soll die Crew-Kapsel „Orion“ einmal um den Mond herum befördern – doch ihr Start wurde bereits zwei Mal kurzfristig abgesagt. Nun müssen erst einmal die Probleme behoben werden.
Weltraumbild der Woche vom 07. September 2022: Sie wartet immer noch auf ihren Einsatz: Die Nasa-Mond-Rakete Space Launch System (SLS) soll die Crew-Kapsel „Orion“ einmal um den Mond herum befördern – doch ihr Start wurde bereits zwei Mal kurzfristig abgesagt. Nun müssen erst einmal die Probleme behoben werden.  © IMAGO/Bill Ingalls/Nasa
Weltraumbild der Woche vom 07. September 2022: Während die „Artemis I“-Mission der Nasa nicht im August starten konnte, hob eine „Falcon 9“-Rakete von SpaceX mit 46 „Starlink“-Satelliten von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien ab. Dabei entstand diese Langzeitbelichtung, die die Flugbahn der Rakete zeigt.
Weltraumbild der Woche vom 07. September 2022: Während die „Artemis I“-Mission der Nasa nicht im August starten konnte, hob eine „Falcon 9“-Rakete von SpaceX mit 46 „Starlink“-Satelliten von der Vandenberg Space Force Base in Kalifornien ab. Dabei entstand diese Langzeitbelichtung, die die Flugbahn der Rakete zeigt. © IMAGO/Gene Blevins
„Cosmic Cliffs“ („Kosmische Klippen“), so haben die Forschenden diese Aufnahme des Carinanebels benannt. Zu sehen sind kosmische „Berge“, „Täler“ und bisher nie gesehene Sterne und Sternentstehungsgebiete. Das scharfe Auge des „James Webbs“ kann durch kosmischen Staub hindurchblicken und Dinge sichtbar machen, die für das Weltraumteleskop „Hubble“, das diese Region ebenfalls aufgenommen hat, unsichtbar sind. Das Großprojekt der Raumfahrtorganisationen Nasa, Esa und CSA revolutioniert die Astronomie mit seinem scharfen Infrarotblick in die Tiefen des Universums. Die „Kosmischen Klippen“ werden den Forschenden Aufschluss über den Prozess der Sternenentstehung geben – alle anderen können einen atemberaubenden Blick ins Universum genießen und mit scharfem Auge auch zahlreiche uralte Galaxien erkennen.
„Cosmic Cliffs“ („Kosmische Klippen“), so haben die Forschenden diese Aufnahme des Carinanebels benannt. Zu sehen sind kosmische „Berge“, „Täler“ und bisher nie gesehene Sterne und Sternentstehungsgebiete. Das scharfe Auge des „James Webbs“ kann durch kosmischen Staub hindurchblicken und Dinge sichtbar machen, die für das Weltraumteleskop „Hubble“, das diese Region ebenfalls aufgenommen hat, unsichtbar sind. Das Großprojekt der Raumfahrtorganisationen Nasa, Esa und CSA revolutioniert die Astronomie mit seinem scharfen Infrarotblick in die Tiefen des Universums. Die „Kosmischen Klippen“ werden den Forschenden Aufschluss über den Prozess der Sternenentstehung geben – alle anderen können einen atemberaubenden Blick ins Universum genießen und mit scharfem Auge auch zahlreiche uralte Galaxien erkennen. © Nasa/afp
Der Nasa-Rover „Curiosity“ ist seit zehn Jahren (Landung am 6.8.2012) auf dem Mars aktiv und erfreut seine Fans auf der Erde immer wieder mit Selfies wie diesem. Dazwischen liefert er seinen Forschungsteams auf der Erde zahlreiche Daten vom roten Planeten.
Der Nasa-Rover „Curiosity“ ist seit zehn Jahren (Landung am 6.8.2012) auf dem Mars aktiv und erfreut seine Fans auf der Erde immer wieder mit Selfies wie diesem. Dazwischen liefert er seinen Forschungsteams auf der Erde zahlreiche Daten vom roten Planeten. © NASA/JPL-Caltech/MSSS

Nun zeigt eine neue Aufnahme den Neptun so, wie man ihn noch nie gesehen hat. Das „James Webb“-Weltraumteleskop der Raumfahrtorganisationen Nasa, Esa und CSA zeigt den eisigen Riesenplaneten in einem völlig neuen Licht: Im Infrarot-Spektrum. Dabei erscheint der Planet nicht blau – stattdessen hat er helle (Methan-Eis-Wolken) und dunkle Stellen (Methan).

Neues „James Webb“-Bild: Neptun und seine Ringe im Infrarotlicht

Doch besonders auffällig auf dem neuen Bild des „James Webb“-Teleskops sind die Ringe des Neptuns. Es ist die erste Aufnahme seit mehr als 30 Jahren, die die Ringe zeigt. Einige von ihnen wurden nicht mehr gesehen, seit die Nasa-Raumsonde „Voyager 2“ im Jahr 1989 am Neptun vorbeiflog und Aufnahmen machte. „Es ist drei Jahrzehnte her, dass wir diese schwachen, staubigen Ringe das letzte Mal gesehen haben, und dies ist das erste Mal, dass wir sie im Infraroten sehen“, freut sich Heidi Hammel, Expertin für das Neptun-System und interdisziplinäre Wissenschaftlerin des „Webb“-Teleskops. Neben den bisher bekannten Neptun-Ringen zeigt die „James Webb“-Aufnahme auch noch einige schwächere Staubringe, die bisher noch kein Mensch zu Gesicht bekommen hat.

Das „James Webb“-Weltraumteleskop von Nasa, Esa und CSA blickt tief ins Sonnensystem hinein: Der Planet Neptun, ein Gasriese, ist 4,5 Milliarden Kilometer von der Sonne entfernt und erscheint im Fernglas wegen seiner Methan-Atmosphäre eigentlich blau. Doch im Infrarot-Blick des Teleskops erscheint er hell, seine Ringe sind außerdem gut zu erkennen. Der helle, bläuliche „Stern“ über Neptun ist dessen Mond Triton.

Gasplanet Neptun, seine Ringe und Monde: Weltraumteleskop zeigt, was es kann

Neben den Ringen des Neptuns hat das „James Webb“-Teleskop auch sieben der insgesamt 14 bekannten Monde des Planeten auf der Aufnahme verewigt: Der hellste Mond oberhalb des Planeten ist der große Mond Triton. Weil seine Oberfläche von einer gefrorenen Schicht aus kondensiertem Stickstoff bedeckt ist, reflektiert er 70 Prozent des auf ihn treffenden Sonnenlichts und erscheint in der Infrarot-Aufnahme viel heller als Neptun, dessen Methan-Atmosphäre im Infrarot dunkel erscheint.

Das „James Webb“-Weltraumteleskop von Nasa, Esa und CSA blickt nicht immer nur hinaus aus dem Sonnensystem. In diesem Fall schaute das Teleskop auf den Planeten Neptun, der im Infraroten seine typische blaue Färbung verliert. Dafür sind seine Ringe gut zu erkennen – ein Anblick, den Forschende seit dem Besuch der Nasa-Raumsonde „Voyager 2“ (August 1989) bei Neptun nicht mehr hatten.

„Voyager 2“ ist bisher die einzige Sonde, die den Planeten Neptun besucht hat. Sie flog im August 1989 in nur 4950 Kilometern an dem Gasriesen vorbei und untersuchte dessen Atmosphäre, Ringe und die Monde. „Voyager 2“ entdeckte vier Neptun-Ringe und konnte einen Neptuntag, also die Zeit, die der Planet braucht, um sich einmal um sich selbst zu drehen, auf 16 Stunden und 7 Minuten festlegen. Außerdem entdeckte die Nasa-Sonde sechs Neptun-Monde. Auf dem Mond Triton bemerkte „Voyager 2“ aktive Geysire und Polkappen, weiterhin eine sehr schwache Atmosphäre mit dünnen Wolken.

Auf dieser Aufnahme des „James Webb“-Weltraumteleskops sieht man den Gasriesen Neptun (unten) im Infrarotlicht. Gut zu erkennen: Seine Ringe, sowie Methan-Eis-Wolken (helle Flecken auf dem Planeten). Außerdem sind sieben der 14 bekannten Neptun-Monde zu sehen.

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Im kommenden Jahr soll es weitere Studien zum Eisplaneten Neptun und seinem Mond Triton geben, wie die Nasa mitteilt. Derzeit arbeiten Fachleute daran, ein Problem mit dem Weltraumteleskop „James Webb“ zu beheben. Ein Instrument funktioniert nicht richtig. (tab)

Rubriklistenbild: © NASA, ESA, CSA, and STScI

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