Mondlandung

Wer wird die vierte Nation auf dem Mond? Japanisch-emiratische Mission in den Startlöchern

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Welche Nation wird als Nächstes auf dem Mond landen? Gut im Rennen sind Japan und die Vereinigten Arabischen Emirate.
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Eine japanisch-emiratische Mission soll einen Lander und einen Rover auf den Mond befördern. Doch eine Mission mit Nasa-Beteiligung könnte schneller sein.

Frankfurt – Blickt man zum Himmel, scheint der Mond ganz nah zu sein – „nur“ 384.400 Kilometer trennen ihn im Schnitt von der Erde, während die durchschnittliche Entfernung zwischen Erde und Mars 70 Millionen Kilometer beträgt. Trotzdem sind auf dem Mars zahlreiche Rover aktiv, während auf dem Mond kaum robotisch geforscht wird. Obwohl der Mond so nah scheint, ist erst drei Nationen (den USA, der ehemaligen Sowjetunion und China) eine weiche Landung auf dem Erdtrabanten gelungen, Menschen hat bisher nur ein Land auf den Mond befördert: die USA.

Gleich mehrere Nationen haben bereits versucht, robotische Forscher auf dem Mond zu landen, doch sowohl Israel als auch Indien sind mit ihren Missionen zuletzt gescheitert. Nun gibt es jedoch neue Versuche, sich als vierte Nation, die auf dem Mond gelandet ist, in die Geschichtsbücher einzutragen. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), die 2020/2021 mit dem geglückten Versuch, einen Orbiter in eine Mars-Umlaufbahn zu bringen, für Aufsehen gesorgt hatten, wollen noch im November einen kleinen Rover zum Mond schicken.

Der Supermond geht auf – die schönsten Bilder des Himmelsphänomens

Mehrmals im Jahr steht ein sogenannter „Supermond“ am Himmel. Doch was hat es mit dem Phänomen auf sich? Was steckt dahinter und wie kann man den Supermond beobachten? Ein Überblick.
Mehrmals im Jahr steht ein sogenannter „Supermond“ am Himmel. Doch was hat es mit dem Phänomen auf sich? Was steckt dahinter und wie kann man den Supermond beobachten? Ein Überblick. © imago/UPI Photo
Der Begriff „Supermond“ stammt ursprünglich aus der Astrologie. Der US-Astrologe Richard Nolle prägte den Begriff 1979. Gemeint ist damit ein Vollmond, der maximal 367.600 Kilometer von der Erde entfernt ist.
Der Begriff „Supermond“ stammt ursprünglich aus der Astrologie. Der US-Astrologe Richard Nolle prägte den Begriff 1979. Gemeint ist damit ein Vollmond, der maximal 367.600 Kilometer von der Erde entfernt ist. © Ludìk Peøina/dpa
In der Astronomie gibt es den Begriff Supermond nicht. Wenn man das Phänomen astronomisch beschreiben will, würde man andere Begriffe verwenden: Die Vollmondphase des Monds findet in der Nähe des Perigäums (erdnächster Punkt der Umlaufbahn) statt.
In der Astronomie gibt es den Begriff Supermond nicht. Wenn man das Phänomen astronomisch beschreiben will, würde man andere Begriffe verwenden: Die Vollmondphase des Monds findet in der Nähe des Perigäums (erdnächster Punkt der Umlaufbahn) statt. © J. David Ake/dpa
Doch egal ob Astrologie oder Astronomie: Geübte Beobachtende können das Phänomen Supermond am Himmel tatsächlich erkennen. Der nahe Vollmond wirkt nämlich laut Berechnungen der US-Raumfahrtorganisation Nasa bis zu 14 Prozent größer als ein „normaler“ Vollmond.
Doch egal ob Astrologie oder Astronomie: Geübte Beobachtende können das Phänomen Supermond am Himmel tatsächlich erkennen. Der nahe Vollmond wirkt nämlich laut Berechnungen der US-Raumfahrtorganisation Nasa bis zu 14 Prozent größer als ein „normaler“ Vollmond. © Marijan Murat/dpa
Der Supermond strahlt auch heller als ein „gewöhnlicher“ Vollmond – und zwar bis zu 30 Prozent heller. Das liege daran, dass die Mondoberfläche größer erscheine und so mehr Mondlicht die Erde erreiche, heißt es bei der Nasa.
Der Supermond strahlt auch heller als ein „gewöhnlicher“ Vollmond – und zwar bis zu 30 Prozent heller. Das liege daran, dass die Mondoberfläche größer erscheine und so mehr Mondlicht die Erde erreiche, heißt es bei der Nasa. © Angelos Tzortzinis/dpa
Den meisten Beobachtenden dürfte es trotzdem nicht leicht fallen, einzuschätzen ob der Supermond nun tatsächlich heller und größer erscheint – es fehlt schlicht und ergreifend ein Größenvergleich. Dazu kommt ein weiteres Mond-Phänomen, die sogenannte „Mondtäuschung“.
Den meisten Beobachtenden dürfte es trotzdem nicht leicht fallen, einzuschätzen ob der Supermond nun tatsächlich heller und größer erscheint – es fehlt schlicht und ergreifend ein Größenvergleich. Dazu kommt ein weiteres Mond-Phänomen, die sogenannte „Mondtäuschung“. © Emrah Gurel/dpa
Die Mondtäuschung tritt nicht nur beim Supermond auf, sondern kann in jeder Mondphase – besonders häufig beim Vollmond – zu beobachten sein. Befindet sich der Mond noch tief am Himmel und befinden sich Objekte in seiner Nähe, scheint er deutlich größer zu wirken. Die Hintergründe sind bis heute nicht ganz aufgeklärt.
Die Mondtäuschung tritt nicht nur beim Supermond auf, sondern kann in jeder Mondphase – besonders häufig beim Vollmond – zu beobachten sein. Befindet sich der Mond noch tief am Himmel und befinden sich Objekte in seiner Nähe, scheint er deutlich größer zu wirken. Die Hintergründe sind bis heute nicht ganz aufgeklärt. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Fest steht jedoch eins: Visiert man mit einer Kamera den Mond an, der durch die Mondtäuschung größer wirkt, dann erhält er durch den Blick durch die Kamera seine eigentliche Größe zurück.
Fest steht jedoch eins: Visiert man mit einer Kamera den Mond an, der durch die Mondtäuschung größer wirkt, dann erhält er durch den Blick durch die Kamera seine eigentliche Größe zurück. © dpa/Ukrinform
Bilder, auf denen der Mond im Vergleich zu Gegenständen oder Personen riesig wirkt, sind ein fotografischer Trick, bei dem der Mond herangezoomt wird.
Bilder, auf denen der Mond im Vergleich zu Gegenständen oder Personen riesig wirkt, sind ein fotografischer Trick, bei dem der Mond herangezoomt wird. © Patrick Pleul/dpa
Doch wie kommt das Phänomen Supermond eigentlich zustande? Hintergrund ist die elliptische Umlaufbahn des Mondes um die Erde. Der Abstand zwischen Erde und Mond schwankt daher ständig. Der durchschnittliche Abstand zwischen den beiden Himmelskörpern beträgt 384.400 Kilometer.
Doch wie kommt das Phänomen Supermond eigentlich zustande? Hintergrund ist die elliptische Umlaufbahn des Mondes um die Erde. Der Abstand zwischen Erde und Mond schwankt daher ständig. Der durchschnittliche Abstand zwischen den beiden Himmelskörpern beträgt 384.400 Kilometer. © imago images/ITAR-TASS

Vereinigte Arabische Emirate und Japan wollen auf dem Mond landen

An Bord einer „Falcon 9“-Rakete von SpaceX soll der etwa 53x53 Zentimeter große Rover „Rashid 1“ auf den Weg zum Mond gebracht werden. Die Landung ist für März 2023 in einer Region namens Lacus Somniorum („See der Träume“) geplant. Gelingt die Landung des etwa zehn Kilogramm leichten Geräts, wäre er der kleinste Rover, der bisher auf dem Mond gelandet ist. Der solarbetriebene Rover soll unter anderem hochauflösende Kameras, eine Wärmebildkamera sowie einen mikroskopischen Bildgeber mit dabei haben. Geplant ist, dass der Rover einen Mond-Tag lang funktioniert – das sind etwa 14 Erdentage.

Das japanische Unternehmen ispace ist für die Landung des Rovers verantwortlich und steuert im Auftrag der Emirate den Lander „Hakuto-R“ bei. „Das ist eine historische Mission“, betont deshalb auch der ispace-Chef Jumpei Nozaki gegenüber Space.com. „Es gibt nicht viele privat finanzierte Unternehmen, die diese Art von Missionen machen. Deshalb denke ich, dass es sehr wichtig ist zu beweisen, dass eine private Firma das kann.“

Nächste Mondlandung: Eine emiratisch-japanische Mission fliegt mit SpaceX

Bei der japanisch-emiratischen Mission handelt es sich um ein sogenanntes „proof of concept“: Die Mission soll zeigen, dass die Technologie funktioniert, außerdem möchte das Unternehmen ispace darauf aufmerksam machen, welchen Service es anbietet. Doch „Hakuto-R“ könnte möglicherweise nicht der erste japanische Lander auf dem Mond sein: An Bord der Nasa-Rakete „Space Launch System“, die noch im September erstmals Richtung Mond starten soll, befindet sich ein japanischer Lander, der eine kontrollierte Landung auf dem Mond unternehmen soll. Gelingt der Start wie geplant noch im September oder Oktober 2022, dürfte dieser Lander schneller am Ziel sein als „Hakuto-R“ und der Rover „Rashid 1“.

Für dessen Nachfolger, „Rashid 2“, gibt es derweil auch schon ein Startdatum: Der emiratische Rover soll 2026 mit der chinesischen Mission „Chang‘e 7“ zum Südpol des Mondes fliegen, wie die Vereinigten Arabischen Emirate und China kürzlich bekannt gegeben haben. China gehört mittlerweile zu den großen Raumfahrt-Nationen: Das Land hat nicht nur einen Rover auf der Rückseite des Mondes abgesetzt, es betreibt unter anderem auch einen Rover auf dem Mars und hat auch sonst große Pläne. Unter anderem ist eine Mond-Forschungsstation gemeinsam mit Russland geplant, eine eigene Raumstation ist derzeit in Arbeit und weitere Mond-Missionen sind geplant. (tab)

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