„Gott des Chaos“

Forscher nehmen Asteroid Apophis unter die Lupe – könnte er doch die Erde treffen?

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Der Asteroid Apophis, Spitzname „Gott des Chaos“, wird der Erde näher kommen als so mancher Satellit. Forscher haben noch einmal genau nachgerechnet.

London – Im Jahr 2004 stießen Astronomen auf einen Asteroiden, der als einer der gefährlichsten seiner Art galt: (99942) Apophis. Mit einem Durchmesser von rund 350 Metern und einer potenziellen Kollisionsgefahr mit der Erde, wurde er nach dem altägyptischen „Gott des Chaos“, Apophis, benannt. Nach intensiven Beobachtungen und Analysen im Laufe der Jahre wurde jedoch festgestellt, dass er unseren Planeten nicht treffen wird. Fast zwei Jahrzehnte nach seiner Entdeckung haben die Raumfahrtorganisationen Esa und Nasa ihn von ihren Risikolisten gestrichen.

Doch im Sonnensystem gibt es so viele Himmelskörper – da könnte Apophis theoretisch auch mit einem anderen Asteroiden zusammenstoßen und so seine Umlaufbahn verändern. Dieses unwahrscheinliche Szenario hat sich ein Forschungsduo aus Kanada vorgenommen und berechnet, ob Apophis doch noch unseren Planeten treffen könnte. Schließlich soll er sich am 13. April 2029 der Erde bis auf etwa 31.000 Kilometer nähern – eine Distanz, die geringer ist als die Umlaufbahn einiger Satelliten. Ein kleiner Schubs könnte theoretisch ausreichen, um doch mit der Erde zu kollidieren.

Am 13. April 2029 wird der Asteroid Apophis der Erde bis auf 31.000 Kilometer nahekommen. Die Simulation zeigt die Erde und ihren Satelliten-Ring (hellblaue Punkte). Die Umlaufbahn von Apophis ist gelb eingezeichnet.

Kollidiert Apophis mit einem anderen Asteroiden und verändert seine Umlaufbahn?

Die Wissenschaftler Paul Wiegert von der University of Western Ontario und Benjamin Hyatt von der University of Waterloo in Kanada haben für ihre Untersuchung die Umlaufbahnen von 1,3 Millionen bekannten Asteroiden im Sonnensystem herangezogen. „In Anbetracht der Tatsache, wie nahe Apophis an der Erde vorbeifliegen wird, besteht das Risiko, dass eine Ablenkung von seiner derzeitigen Flugbahn Apophis näher an den Einschlag bei uns heranbringen könnte“, erläutert Hyatt die Beweggründe für ihre Untersuchung.

„Hypothetisch könnte ein anderer Asteroid, der mit Apophis kollidiert, eine solche Ablenkung verursachen, was uns dazu veranlasst hat, dieses Szenario zu untersuchen, so unwahrscheinlich es auch sein mag“, fügt Hyatt in einer Mitteilung hinzu.

Asteroid Apophis: „Gott des Chaos“ wird die Erde nicht treffen

„Wir haben die Bahnen aller bekannten Asteroiden mit einer detaillierten Computersimulation unseres Sonnensystems berechnet und die Möglichkeit eines solchen unwahrscheinlichen Ereignisses bewertet“, erläutert Wiegert. „Glücklicherweise sind keine derartigen Kollisionen zu erwarten.“ Die Ergebnisse ihrer Arbeit wurden auf dem Preprint-Server ArXiv veröffentlicht und zur Publikation im Fachmagazin Planetary Science Journal eingereicht.

Doch warum sollte man einen Asteroiden untersuchen, von dem man sicher ist, dass er die Erde nicht treffen wird? Wiegert liefert die Antwort: „Der Asteroid Apophis hat uns als Spezies seit seiner Entdeckung im Jahr 2004 fasziniert: Er war die erste glaubwürdige Bedrohung unseres Planeten durch einen Asteroiden. Selbst jetzt, da wir wissen, dass er uns mit Sicherheit verfehlen wird, bleiben die Astronomen wachsam. Es ist der Asteroid, den wir einfach nicht aus den Augen lassen können“.

Der Asteroid „Apophis“ wurde nach dem ägyptischen „Gott des Chaos“ benannt. Er wird im April 2029 sehr nahe an der Erde vorbeifliegen. (Symbolbild)

Forschung bereitet sich bereits auf Vorbeiflug von Asteroid Apophis an der Erde vor

Die Forschung bereitet sich bereits seit einiger Zeit auf den Vorbeiflug von Apophis im Jahr 2029 vor. Kürzlich wurde sogar eine Raumfahrtmission in Richtung des „Gott des Chaos“ gestartet: Nachdem die Nasa-Raumsonde „Osiris-Rex“ ihre gesammelten Proben des Asteroiden Bennu auf der Erde abgeliefert hatte, wurde sie in „Osiris-Apex“ (OSIRIS-APophis EXplorer) umbenannt. Sie ist nun auf dem Weg zu Apophis, den sie 2029 erreichen und 18 Monate lang erforschen soll. (tab)

Die Redakteurin hat diesen Artikel verfasst und anschließend zur Optimierung nach eigenem Ermessen ein KI-Sprachmodell eingesetzt. Alle Informationen wurden sorgfältig überprüft. Hier erfahren Sie mehr über unsere KI-Prinzipien.

Rubriklistenbild: © Nasa/JPL

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