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Bei einer ringförmigen Sonnenfinsternis scheint die Sonne von einem „Feuerkranz“ umgeben. Doch das Phänomen ist nur in einem schmalen Korridor zu sehen.
Frankfurt – Bei einer Sonnenfinsternis schiebt sich der Neumond vor die Sonne und verdeckt diese – ein Ereignis, das mehrmals im Jahr vorkommt, aber immer nur in einem begrenzten Bereich zu sehen ist. Am 14. Oktober kommt ein Teil Amerikas in den Genuss einer eindrucksvollen ringförmigen Sonnenfinsternis, in anderen Teilen des Kontinents ist immerhin noch eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen.
Bei der ringförmigen Sonnenfinsternis ist der Mond nicht nah genug an der Erde, um die Scheibe der Sonne komplett zu verdecken. Es bleibt ein „Rand“ übrig, der einen hell leuchtenden „Ring“ bildet. Im Fall der Sonnenfinsternis vom 14. Oktober ist dieser „Ring“ auf einem schmalen, nur etwa 180 Kilometer breiten Pfad zu sehen, der sich quer durch die USA zieht. Auch in Zentralamerika, Kolumbien und Brasilien ist er teilweise zu sehen. Auf fast dem gesamten amerikanischen Kontinent jenseits dieses Korridors ist eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen – der Mond bedeckt die Sonne nur teilweise und ohne den spektakulären Ring.
Ringförmige Sonnenfinsternis am 14. Oktober in Teilen der USA zu sehen
Die ringförmige Sonnenfinsternis wird auch „Feuerkranz-Sonnenfinsternis“ genannt, weil die Sonne zum Maximum aussieht, als wäre sie von einem Feuerkranz umgeben. Von Deutschland aus ist das Spektakel am Himmel leider nicht zu sehen – sieht man von Livestreams im Internet ab.
Die schönsten Bilder der partiellen Sonnenfinsternis vom 25. Oktober 2022




Die Sonnenfinsternis findet zu deutscher Zeit am späten Nachmittag und Abend statt. Um 17.03 Uhr beginnt die partielle Verfinsterung der Sonne, um 19.59 Uhr ist die maximale Verfinsterung erreicht – jetzt müsste der „Ring“ oder „Feuerkranz“ zu sehen sein, wenn man sich am richtigen Ort befindet. Um 22.55 Uhr ist die Sonnenfinsternis wieder beendet.
| Partielle Finsternis beginnt\t | 17.03 Uhr |
|---|---|
| Volle Finsternis beginnt\t | 18.10 Uhr |
| Maximale Verdunklung | 19.59 Uhr |
| Volle Finsternis endet | 21.49 Uhr |
| Partielle Finsternis endet | 22.55 Uhr |
| Quelle: timeanddate |
Sonnenfinsternis entsteht, weil Sonnen- und Mondscheibe ähnlich groß zu sein scheinen
Eigentlich ist die Sonne etwa 400 Mal größer als der Mond. Die spektakulären Sonnenfinsternisse auf der Erde sind nur möglich, weil sich der Mond etwa 400 Mal näher an der Erde befindet als die Sonne. Das macht es möglich, dass die Scheibe des Mondes so groß erscheint wie die der Sonne und die Sonne komplett verdecken kann. Die totale Sonnenfinsternis tritt allerdings nur selten auf – in Deutschland ist sie erst wieder im Jahr 2084 zu sehen. Viel häufiger kommen dagegen teilweise Verdunklungen der Sonne vor. Die nächste Sonnenfinsternis, die in Deutschland sichtbar ist, ist eine partielle Sonnenfinsternis am 29. März 2025.
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Zwei Wochen vor oder nach einer Sonnenfinsternis kommt es immer zu einer Mondfinsternis – die im Gegensatz zur Sonnenfinsternis überall dort zu sehen ist, wo der Mond zum Zeitpunkt der Verfinsterung am Himmel steht. Die nächste Mondfinsternis findet am 28. Oktober statt und ist auch in Deutschland aus gut zu sehen. Allerdings wird der Mond nur zu einem kleinen Teil verfinstert. (tab)
Rubriklistenbild: © dpa/Gustavo Cuevas

