Meteor-Strom

Geminiden-Maximum: So beobachten Sie den Sternschnuppen-Regen

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Der aktivste Sternschnuppen-Strom des Jahres erreicht sein Maximum. Die Geminiden versprechen zahlreiche sehr helle Meteore.

Frankfurt – Wer dachte, die Perseiden im August sind der beste Sternschnuppen-Regen des Jahres, der irrt sich. Der derzeit aktivste und beständigste Meteorschauer wird Geminiden genannt und lässt Mitte Dezember Sternschnuppen regnen. Und zwar nicht gerade wenige: Bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde sind zum Maximum am 14. Dezember möglich.

Hat man am Tag des Maximums Glück mit dem Wetter und einen klaren Himmel, kann man zahlreiche Sternschnuppen über den Himmel flitzen sehen. 150 Meteore pro Stunde wird man allerdings eher nicht sehen können, da dieser Wert für perfekte Beobachtungsbedingungen gilt. Je nachdem, wie viel Lichtverschmutzung es am Beobachtungsort gibt, sind jedoch 30 bis 60 Sternschnuppen pro Stunde durchaus möglich, schätzen Fachleute vom Haus der Astronomie in Heidelberg und der Vereinigung der Sternfreunde.

Zeit für Wünsche: Sternschnuppen flitzen über den Nachthimmel

Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind.
Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind. © Imago/Zoonar
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel.
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel. © imago/imagebroker
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen.
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen. © imago/Cavan Images
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten.
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten. © imago/Cavan Images
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können.
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können. © Richard Brian/dpa
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt.
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt. © IMAGO/Zoonar
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf.
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf. © imago/Sylvio Dittrich
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein.
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein. © Danny Lawson/dpa
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen.
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen. © Patrick Pleul/dpa
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen.
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen. © imago/Cavan Images
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig.
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig. © Marcus Führer/dpa

Sternschnuppen im Dezember: Bis zu 150 Geminiden pro Stunde

Die Geminiden sind benannt nach der Himmelsregion, aus der die Sternschnuppen auszuströmen scheinen: Dem Sternbild Zwillinge (lat. Gemini). Es geht bereits am Abend im Osten auf – direkt nach Einbruch der Dunkelheit kann man also nach Sternschnuppen Ausschau halten.

Um das Sternbild am Abendhimmel zu finden, eignet sich der auffällige Orion als Wegweiser. Die Zwillinge befinden sich genau links oberhalb des Sternbilds Orion und werden gekennzeichnet durch die beiden hellen Hauptsterne Kastor und Pollux. Im Laufe der Nacht wandern die Zwillinge am Himmel nach oben Richtung Süden, am Morgen gehen die Zwillinge im Nordwesten unter. Am Sternenhimmel im Dezember lassen sich noch weitere spannende Dinge beobachten.

Geminiden-Maximum liegt am Tag – wann man trotzdem Sternschnuppen sieht

Wer das Maximum der Geminiden erwischen will, hat im Dezember 2022 etwas Pech: In diesem Jahr liegt das Maximum in Europa mitten am Tag, es ist am 14. Dezember gegen 14 Uhr. Doch das heißt nicht, dass man nicht in den Genuss der Sternschnuppen kommt: Die Nächte vor und nach dem Maximum, also vom 13. auf den 14. Dezember und vor allem die Nacht vom 14. auf den 15. Dezember bieten sich für die Beobachtung an. In der Nacht nach dem Maximum kann man noch mit zahlreichen Sternschnuppen rechnen – und auch besonders helle Objekte können dabei sein.

Name:Geminiden
Typ:Sternschnuppen-Strom
Auslöser:Asteroid (3200) Phaethon
Zeitraum:04.-20. Dezember 2022
Maximum:14. Dezember 2022, ca. 14 Uhr MEZ
Bester Beobachtungszeitraum 2022:14. Dezember ab Sonnenuntergang bis Mondaufgang nach 22 Uhr
Sternschnuppen pro Stunde:150 (bei perfekten Bedingungen)
Radiant:Sternbild Zwillinge (lat. Gemini)

Die beste Beobachtungszeit rund um das Sternschnuppen-Maximum liegt in der Zeit nach Anbruch der Dunkelheit, in der der Mond noch nicht aufgegangen ist. Sein Licht könnte lichtschwächere Sternschnuppen überstrahlen, weshalb es Sinn ergibt, ihm auszuweichen. Der Mond geht am 13. Dezember gegen 21 Uhr auf, am 14. Dezember bereits nach 22 Uhr.

Sternschnuppen entstehen, wenn die Erde durch eine Staubspur rast

Doch wie entstehen eigentlich Sternschnuppen wie die Geminiden? Alljährlich im Dezember bewegt sich die Erde auf ihrer Umlaufbahn um die Sonne durch eine Staubwolke, die der Asteroid (3200) Phaeton im Weltall hinterlassen hat. Die Erde durchquert die Spur vom 4. bis zum 20. Dezember, den dichtesten Teil mit den meisten Staubkörnchen erreicht sie immer um den 14. Dezember – das Sternschnuppen-Maximum. Wann die aktivsten Sternschnuppen-Ströme des Jahres zu sehen sind, erfahren Sie im Sternschnuppen-Kalender.

Sternschnuppen am Nachthimmel: Die Geminiden über Teneriffa. (Archivbild)

Die Staubkörnchen aus dem Weltall treffen auf die Erdatmosphäre und regen dort Teilchen zum Glühen an – Sternschnuppen „regnen“ auf die Erde, die alle aus der Nähe des Sterns Kastor im Sternbild Zwillinge zu kommen scheinen. Generell haben es die Meteore der Geminiden in sich: Es sind sehr helle, meist gelb-weiße Sternschnuppen, die deutlich langsamer unterwegs sind als die Perseiden im Sommer. Beim Eintritt in die Erdatmosphäre haben sie „nur“ eine Geschwindigkeit von etwa 35 Kilometern pro Sekunde (126.000 km/h) und sind dadurch gut zu sehen.

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Tipps zum Sternschnuppen beobachten: Geduld ist wichtig

Trotzdem gilt: Wer Sternschnuppen beobachten will, muss Geduld mitbringen. Grundsätzlich empfiehlt es sich auch, einen möglichst dunklen Beobachtungsplatz aufzusuchen – je dunkler der Himmel ist, desto mehr Sternschnuppen sind zu sehen. Der Blick zum Himmel sollte möglichst frei sein, mindestens in Richtung Osten/Südosten, im Idealfall jedoch an den gesamten Himmel. Als Ausrüstung sollte man an einen Liegestuhl oder eine Decke denken, außerdem bieten sich angesichts kalter Winternächte warme Kleidung und warme Getränke an. Technische Ausrüstung wie ein Fernglas oder Teleskop benötigt man dagegen nicht. (tab)

Rubriklistenbild: © imago images

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