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Er ist mehrere hundert Meter groß und kommt der Erde auf eine ungewöhnliche Weise nahe: Der Asteroid 2024 NO ist als „potenziell gefährlich“ klassifiziert.
München – Beinahe täglich fliegen Asteroiden an der Erde vorbei – meist mit so viel Abstand, dass ihnen keinerlei Beachtung geschenkt wird, aber manchmal auch so nah, dass Forscher genauer hinschauen. Gelegentlich trifft ein kleiner Asteroid auch die Erde und verglüht in einem spektakulären Feuerball in der Erdatmosphäre. Das, was heute (17. September) passieren soll, kommt jedoch nicht so oft vor: Ein Asteroid, der laut Datenbank des Center for Near-Earth Object Studies (CNEOS) der Nasa auf eine Größe zwischen 230 und 510 Meter geschätzt wird, rast nah an der Erde vorbei.
Asteroid 2024 NO ist mehrere hundert Meter groß – und kommt der Erde nah
Nah bedeutet in diesem Fall: Zwischen der Erde und dem Asteroiden 2024 NO liegen bei der größten Annäherung noch ziemlich genau eine Million Kilometer. Das ist ein beruhigender Abstand – der große Asteroid wird die Erde also keinesfalls treffen. In astronomischen Dimensionen ist der Abstand jedoch winzig: Es ist nur etwa die 2,6-fache Entfernung zwischen Erde und Mond (Durchschnitt: 384.400 Kilometer).
Dass ein Asteroid dieser Größenordnung so nah an der Erde vorbeirast – im Übrigen mit einer Geschwindigkeit von knapp 32.000 km/h – ist äußerst selten. Auf der Website des CNEOS heißt es, dass es nur etwa einmal pro Jahrzehnt der Fall ist. Ein anderer großer Asteroid fliegt im Jahr 2029 noch deutlich näher an der Erde vorbei: „Apophis“ hat dann nur einen Abstand von etwa 31.000 Kilometern zur Erde.
2024 NO ist ein „potenziell gefährlicher Asteroid“
Auch wenn vom Asteroiden 2024 NO keine Gefahr droht, wird er von der US-Raumfahrtorganisation Nasa dennoch als „potenziell gefährlicher Asteroid“ eingestuft. Diese Klassifizierung gilt nämlich automatisch für alle Objekte, die sich der Erde bis auf 7,5 Millionen Kilometer oder weniger nähern und dabei größer als 140 Meter sind.
Wenn Asteroid 2024 NO, der im Juli 2024 entdeckt wurde, die Erde treffen würde, könnte er einen mehrere Kilometer großen Krater schlagen und damit eine ganze Stadt oder Region verwüsten. Zum Vergleich: Der Asteroid, der 2013 über Russland explodierte, hatte einen Durchmesser von etwa 20 Metern. Bei der Explosion wurden etwa 1500 Menschen alleine durch Dinge wie berstendes Glas verletzt. Der Asteroid, der für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich gemacht wird, war dagegen mit zehn bis 15 Kilometern deutlich größer.
Große Asteroiden können auf der Erde große Schäden verursachen
Da ein Treffer eines großen Asteroiden auf der Erde große Schäden verursachen kann, beobachten Raumfahrtorganisationen wie die Nasa oder ihr europäisches Pendant Esa den Himmel dauerhaft, um potenziell gefährliche Asteroiden frühzeitig zu entdecken. So ist es in der Vergangenheit bereits mehrmals möglich gewesen, den Einschlag eines kleinen und ungefährlichen Asteroiden vorherzusagen und direkt am Himmel zu beobachten.
Derzeit ist kein Asteroid bekannt, der die Erde in Zukunft bedroht. Sollte das jedoch doch einmal der Fall werden, bereiten sich die Raumfahrtorganisationen vor. Die Nasa-Mission „Dart“ hat beispielsweise einen Asteroiden im Weltall aus seiner Umlaufbahn geschoben, die Esa-Mission „Hera“ soll im Herbst 2024 zu dem Asteroiden fliegen und genauere Untersuchungen vornehmen. (tab)
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