Heute gibt es auf dem Mars keine Ozeane mehr, doch einst könnte der Vulkan Olympus Mons von einem Ozean umspült worden sein, zeigt eine neue Studie.
Paris – Der größte Vulkan in unserem Sonnensystem existiert auf dem Planeten Mars. Olympus Mons ist 21,9 Kilometer hoch, sein Durchmesser beträgt fast 600 Kilometer. Olympus Mons ist damit nicht nur der größte Vulkan des Sonnensystems, sondern auch der höchste Berg – er ist schließlich etwa zweieinhalbmal so hoch wie der Mount Everest auf der Erde. Entstanden ist der Mars-Vulkan vor etwa drei Milliarden Jahren, zu einer Zeit, als es auf dem roten Planeten weit verbreitete Vulkanaktivität und Ozeane gab.
Nun hat ein Forschungsteam vom französischen Forschungszentrum CNRS eine neue Entdeckung gemacht: Offenbar war der riesige Vulkan Olympus Mons einst eine Vulkaninsel auf dem Mars. Darauf deuten den Forschenden zufolge zumindest Merkmale hin, die an den Hängen des Vulkans gefunden wurden. Die Forschungsgruppe um Anthony Hildenbrand analysierte die Hänge des Olympus Mons und die Mars-Region Tharsis und verglich diese mit ähnlichen Merkmalen, die auf der Erde an den Stellen auftraten, an denen Magma und Wasser sich begegneten.
Riesiger Vulkan auf dem Mars: Olympus Mons war wohl eine Vulkaninsel
Dazu gehören „morphologische Ähnlichkeiten mit aktiven Vulkaninseln auf der Erde, die einen signifikanten konstruktiven Hangbruch auf Landebene aufweisen, der auf einen drastischen Anstieg der Lavaviskosität wärend der Abkühlung in Gegenwart von flüssigem Wasser zurückzuführen ist“, erklärt Studienleiter Hildenbrand gegenüber Universe Today. Die Studie zum Thema wurde im Fachjournal Earth and Planetary Science Letters veröffentlicht.
Die Forschung untersucht die Region Tharsis auf dem Mars bereits seit langer Zeit, da sie für den Mars ungewöhnlich ist. Forschende gehen davon aus, dass es sich um einen ehemaligen vulkanischen „Hotspot“ handelt. Auch die Anwesenheit von Wasser auf dem Mars wird von der Forschung bereits seit vielen Jahren untersucht. Nun hat erstmals eine Studie beide Aspekte zusammengeführt.
„Die in unserer Arbeit vorgeschlagenen vulkanischen Küstenlinien könnten ein eindeutiger Zeuge für den vergangenen Meeresspiegel sein, an dem gezielt nach Spuren von frühem Leben gesucht werden könnte“, findet Hildenbrand. Der Forscher erwartet, dass das Wissen über die Vergangenheit von Ozeanen auf dem Mars auch erhebliche Auswirkungen auf Klimamodelle für den roten Planeten haben wird.
Diese Dinge wurden auf dem Mars entdeckt – sie gehören dort nicht hin
Das Forschungsteam geht in der Studie davon aus, dass der obere Rand des sechs Kilometer hohen Hauptkamms, der den Vulkan Olympus Mons umgibt, wahrscheinlich durch in flüssiges Wasser fließende Lava entstanden ist. Ähnliche Merkmale wurden auch an der Nordflanke des Vulkans Alba Mons entdeckt, der sich 1800 Kilometer nordwestlich von Olympus Mons befindet. Mithilfe der Studienergebnisse soll es auch möglich sein, genauere Angaben über Oberflächenwasser auf dem Mars zu machen und mehr über die geologische Aktivität des Planeten herauszufinden. (tab)