Olympus Mons

Gab es einst eine riesige Vulkaninsel auf dem Mars?

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Der Vulkan Olympus Mons auf dem Mars, aufgenommen von der Nasa-Raumsonde „Viking 1“ im Jahr 1978. (Archivbild)
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Heute gibt es auf dem Mars keine Ozeane mehr, doch einst könnte der Vulkan Olympus Mons von einem Ozean umspült worden sein, zeigt eine neue Studie.

Paris – Der größte Vulkan in unserem Sonnensystem existiert auf dem Planeten Mars. Olympus Mons ist 21,9 Kilometer hoch, sein Durchmesser beträgt fast 600 Kilometer. Olympus Mons ist damit nicht nur der größte Vulkan des Sonnensystems, sondern auch der höchste Berg – er ist schließlich etwa zweieinhalbmal so hoch wie der Mount Everest auf der Erde. Entstanden ist der Mars-Vulkan vor etwa drei Milliarden Jahren, zu einer Zeit, als es auf dem roten Planeten weit verbreitete Vulkanaktivität und Ozeane gab.

Nun hat ein Forschungsteam vom französischen Forschungszentrum CNRS eine neue Entdeckung gemacht: Offenbar war der riesige Vulkan Olympus Mons einst eine Vulkaninsel auf dem Mars. Darauf deuten den Forschenden zufolge zumindest Merkmale hin, die an den Hängen des Vulkans gefunden wurden. Die Forschungsgruppe um Anthony Hildenbrand analysierte die Hänge des Olympus Mons und die Mars-Region Tharsis und verglich diese mit ähnlichen Merkmalen, die auf der Erde an den Stellen auftraten, an denen Magma und Wasser sich begegneten.

Riesiger Vulkan auf dem Mars: Olympus Mons war wohl eine Vulkaninsel

Dazu gehören „morphologische Ähnlichkeiten mit aktiven Vulkaninseln auf der Erde, die einen signifikanten konstruktiven Hangbruch auf Landebene aufweisen, der auf einen drastischen Anstieg der Lavaviskosität wärend der Abkühlung in Gegenwart von flüssigem Wasser zurückzuführen ist“, erklärt Studienleiter Hildenbrand gegenüber Universe Today. Die Studie zum Thema wurde im Fachjournal Earth and Planetary Science Letters veröffentlicht.

Die Forschung untersucht die Region Tharsis auf dem Mars bereits seit langer Zeit, da sie für den Mars ungewöhnlich ist. Forschende gehen davon aus, dass es sich um einen ehemaligen vulkanischen „Hotspot“ handelt. Auch die Anwesenheit von Wasser auf dem Mars wird von der Forschung bereits seit vielen Jahren untersucht. Nun hat erstmals eine Studie beide Aspekte zusammengeführt.

Olympus Mons auf dem Mars war wohl einst eine Vulkaninsel in der Mitte eines Ozeans. Der Ozean ist allerdings längst verschwunden.

Wasser trifft Lava auf dem Mars

„Die in unserer Arbeit vorgeschlagenen vulkanischen Küstenlinien könnten ein eindeutiger Zeuge für den vergangenen Meeresspiegel sein, an dem gezielt nach Spuren von frühem Leben gesucht werden könnte“, findet Hildenbrand. Der Forscher erwartet, dass das Wissen über die Vergangenheit von Ozeanen auf dem Mars auch erhebliche Auswirkungen auf Klimamodelle für den roten Planeten haben wird.

Diese Dinge wurden auf dem Mars entdeckt – sie gehören dort nicht hin

Mars
Der Mars ist immer wieder für eine Überraschung gut. So fotografieren die Nasa-Rover auf dem roten Planeten gelegentlich Dinge, die dort überhaupt nicht sein dürften. © UIG/Imago
Der Nasa-Rover „Perseverance“ hat auf dem Mars einen „Frosch“ entdeckt. Tatsächlich handelt es sich um eine Steinformation.
Der Nasa-Rover „Perseverance“ hat auf dem Mars einen „Frosch“ entdeckt. Tatsächlich handelt es sich um eine Steinformation. © Nasa/JPL-Caltech/ASU
Ein Bild, das der Mars-Rover "Curiosity" aufgenommen hat, zeigt einen schwebenden Löffel. Jedenfalls will das das menschliche Auge dem Gehirn weismachen.
Ein Bild, das der Mars-Rover "Curiosity" aufgenommen hat, zeigt einen schwebenden Löffel. Jedenfalls will das das menschliche Auge dem Gehirn weismachen. © NASA/JPL-Caltech/MSSS
Wer genau hinschaut, kann auf diesem schwarz-weißen Bild, das die Nasa-Raumsonde „Viking“ im Jahr 1976 von der Mars-Oberfläche aufgenommen hat, ein „Gesicht“ erkennen. Tatsächlich handelt es sich um natürliche Bodenformationen auf dem Mars und Schatten auf Bergen, die das „Gesicht“ erscheinen lassen. (Archivbild)
Wer genau hinschaut, kann auf diesem schwarz-weißen Bild, das die Nasa-Raumsonde „Viking“ im Jahr 1976 von der Mars-Oberfläche aufgenommen hat, ein „Gesicht“ erkennen. Tatsächlich handelt es sich um natürliche Bodenformationen auf dem Mars und Schatten auf Bergen, die das „Gesicht“ erscheinen lassen. (Archivbild) © Nasa/JPL (Montage)
Ein heller Fleck am Horizont des Mars, zu sehen auf einem Bild, das der Nasa-Rover „Curiosity“ am 3. April 2014 mit seiner rechten Navigationskamera gemacht hat, sorgte nach der Aufnahme für Aufsehen. Beobachtende wollen ein Ufo erkannt haben oder etwas anderes, das auf außerirdische Wesen hindeutet. Da auf einem Bild, das die linke Navigationskamera zur gleichen Zeit gemacht hat, der Fleck nicht zu sehen ist, wurde diese Theorie schnell ausgeschlossen. Es handelt sich wohl um kosmische Strahlung, die nur eine der beiden Kameras traf.
Ein heller Fleck am Horizont des Mars, zu sehen auf einem Bild, das der Nasa-Rover „Curiosity“ am 3. April 2014 mit seiner rechten Navigationskamera gemacht hat, sorgte nach der Aufnahme für Aufsehen. Beobachtende wollen ein Ufo erkannt haben oder etwas anderes, das auf außerirdische Wesen hindeutet. Da auf einem Bild, das die linke Navigationskamera zur gleichen Zeit gemacht hat, der Fleck nicht zu sehen ist, wurde diese Theorie schnell ausgeschlossen. Es handelt sich wohl um kosmische Strahlung, die nur eine der beiden Kameras traf. © Nasa/JPL
Der Nasa-Rover „Perseverance“ hat dieses mysteriöse Objekt auf dem Mars fotografiert. Die Nasa hat eine Erklärung, worum es sich bei dem seltsamen Zylinder handelt.
Der Nasa-Rover „Perseverance“ hat dieses mysteriöse Objekt auf dem Mars fotografiert. Die Nasa hat eine Erklärung, worum es sich bei dem seltsamen Zylinder handelt. © Nasa/JPL-Caltech/ASU
Der Nasa-Rover „Curiosity“ hat auf dem Mars dieses Gebilde fotografiert, das an eine Blume oder Koralle erinnert. Es handelt sich um eine sogenannte Konkretion. Auch die runden Gebilde daneben sind Konkretionen.
Der Nasa-Rover „Curiosity“ hat auf dem Mars dieses Gebilde fotografiert, das an eine Blume oder Koralle erinnert. Es handelt sich um eine sogenannte Konkretion. Auch die runden Gebilde daneben sind Konkretionen. © Nasa/JPL
Der Nasa-Rover „Perseverance“ und der Stein „Rochette“, den der Rover einige Tage nach dieser Aufnahme anbohren wird. Einen Twitter-Nutzer erinnert die Aufnahme an „teilweise vergrabene Skelette“.
Der Nasa-Rover „Perseverance“ und der Stein „Rochette“, den der Rover einige Tage nach dieser Aufnahme anbohren wird. Einen Twitter-Nutzer erinnert die Aufnahme an „teilweise vergrabene Skelette“. © Imago
Wer hat dieses Tor auf dem Mars in Stein gehauen? Vermutlich war ein Erdbeben am Werk, dazu kommt das psychologische Phänomen der Pareidolie.
Wer hat dieses Tor auf dem Mars in Stein gehauen? Vermutlich war ein Erdbeben am Werk, dazu kommt das psychologische Phänomen der Pareidolie. © NASA/JPL-Caltech/MSSS
„Dieses Marsgestein könnte wie ein Oberschenkelknochen aussehen. Die Mitglieder des Wissenschaftsteams der Mission glauben, dass seine Form wahrscheinlich durch Erosion, entweder durch Wind oder Wasser, entstanden ist“, heißt es bei der Nasa. Aufgenommen hat es der Mars-Rover „Curiosity“ im August 2014.
„Dieses Marsgestein könnte wie ein Oberschenkelknochen aussehen. Die Mitglieder des Wissenschaftsteams der Mission glauben, dass seine Form wahrscheinlich durch Erosion, entweder durch Wind oder Wasser, entstanden ist“, heißt es bei der Nasa. Aufgenommen hat es der Mars-Rover „Curiosity“ im August 2014. © Nasa/JPL

Das Forschungsteam geht in der Studie davon aus, dass der obere Rand des sechs Kilometer hohen Hauptkamms, der den Vulkan Olympus Mons umgibt, wahrscheinlich durch in flüssiges Wasser fließende Lava entstanden ist. Ähnliche Merkmale wurden auch an der Nordflanke des Vulkans Alba Mons entdeckt, der sich 1800 Kilometer nordwestlich von Olympus Mons befindet. Mithilfe der Studienergebnisse soll es auch möglich sein, genauere Angaben über Oberflächenwasser auf dem Mars zu machen und mehr über die geologische Aktivität des Planeten herauszufinden. (tab)

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