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Derzeit ist der Komet 12P/Pons-Brooks mit dem Fernglas am Abendhimmel sichtbar. Wie man den Kometen am besten beobachtet, erklärt ein Experte.
Frankfurt – Der Komet 12P/Pons-Brooks hat in der Vergangenheit durch „Teufelshörner“ auf sich aufmerksam gemacht. Die hat er nun nicht mehr, wie eindrucksvolle Aufnahmen des Kometenexperten Michael Jäger auf der Plattform X (ehemals Twitter) zeigen. Dafür wird der Komet langsam auch für Menschen interessant, die keine Fachleute sind, sondern einfach nur ein kleines Fernglas ihr Eigen nennen. Denn ein Fernglas, gepaart mit einem klaren Himmel reichen im März und Anfang April, um den Kometen am Himmel aufzuspüren.
| Name: | 12P/Pons-Brooks |
|---|---|
| Entdeckung: | 12. Juli 1812 |
| Entdecker: | Jean-Louis Pons und William Robert Brooks |
| Umlaufzeit um die Sonne: | 71 Jahre |
| Größe des Kometenkerns: | ca. 30 Kilometer |
„Der Komet ist inzwischen so hell wie die mit dem schwächsten Auge sichtbaren Sterne – von dunklem Landhimmel aus“, erklärt Uwe Pilz von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) gegenüber fr.de von IPPEN.MEDIA. „Da er aber nicht allzu hoch über dem Horizont steht, wird man ihn mit dem freien Auge nicht erkennen.“ Im Fernglas sei 12P/Pons-Brooks dagegen ein „einfaches Objekt, freilich für Geübte“, bei dem man mit etwas Übung auch einen kleinen Schweif erkennen könne.
Wie man den Kometen 12P/Pons-Brooks am Himmel findet
Um den Kometen zu finden, sollte man einen möglichst freien Blick nach Westen haben, denn dort ist 12P/Pons-Brooks am Abend zu sehen. Der Kometenfachmann Pilz empfiehlt, zuerst mittels einer App oder einer drehbaren Sternkarte den Stern Alpha Andromedae – den linken oberen Stern des Pegasus-Vierecks – zu suchen. „Etwa gegen 19.30 Uhr sollte man diesen Stern gefunden haben. Er ist zweiter Größe und leicht mit dem freien Auge zu sehen“, erklärt Pilz. Dann könne man sich auf die Suche nach dem Kometen machen. Der steht nämlich bis zum Wochenende (9./10. März) leicht rechts oberhalb des Sterns.
the first version was compressed too much here. I hope that this one comes across better. 12P/Pons-Brooks M31, M33 2024 march 4 Nikon 50/2.8 10x90sec Z6mod Michael Jäger pic.twitter.com/CLWPqQaa3V
— Michael Jäger (@Komet123Jager) March 5, 2024
Für die Suche mit dem Fernglas empfiehlt Pilz: „Wenn man den Stern an den linken unteren Rand im Fernglas stellt, taucht der Komet ganz rechts oben auf.“ Für Anfänger hat der Fachmann auch einen Tipp: „Wer sich nicht gut auskennt, sollte zunächst nach einem unscharfen Stern Ausschau halten. Das ist er! Wenn es ganz dunkel wird, erscheint der Komet dann deutlicher, bis er wieder blasser wird, weil zu nah am Horizont.“
Komet 12P/Pons-Brooks ist Ende März 2024 am besten zu sehen
Ende März sollte man den Kometen nach Angaben von Pilz am deutlichsten sehen können. Bis etwa zum 10. April hat man eine Chance, ihn zu erblicken. „Der Komet steht dann näher am Horizont und muss in der Dämmerung beobachtet werden“, so Pilz. Vom 29. März bis zum 2. April sollte man zuerst den Stern Alpha Arietis mithilfe einer Sternkarte oder App suchen, empfiehlt der Experte. „Da der Komet jetzt aber viel heller ist, fällt er im Fernglas auf. Der Schweif sollte leicht erkennbar sein.“
Dann ist es unter Umständen auch möglich, den Kometen 12P/Pons-Brooks mit dem freien Auge zu sehen. „Dazu muss der Himmel aber sehr transparent sein“, schränkt Pilz ein. „Am besten ist das, wenn es gerade geregnet hat und dann ‚aufzieht‘. Die Beobachtung muss nicht unbedingt von einem stockdunklen Standort erfolgen, da ohnehin Dämmerung herrscht. Aber Transparenz ist wichtig“, sagt der Fachmann.
Komet 12P/Pons-Brooks nähert sich der Sonne
Der Komet 12P/Pons-Brooks benötigt 71 Jahre, um die Sonne einmal zu umrunden. Damit zählt er zu den sogenannten kurzperiodischen Kometen. Am 21. April 2024 erreicht er die sonnennächste Stelle seiner Umlaufbahn, das sogenannte Perihel. Er ist dann noch etwa 116 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt. Am 2. Juni 2024 kommt der Komet der Erde mit einer Entfernung von etwa 225 Millionen Kilometern am nächsten. Dann ist er von der Nordhalbkugel jedoch längst nicht mehr zu sehen. (tab)
Rubriklistenbild: © IMAGO/MICHAEL OKIMOTO


