Wetter im Weltall

Sonne ist so aktiv, wie seit 20 Jahren nicht mehr

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Die Sonne ist so aktiv, wie sie es seit zwei Jahrzehnten nicht mehr war. Dies zeigen Messungen, die mehr als 300 Flecken auf ihrer Oberfläche erfassen.

Frankfurt – Die Sonne ist das Zentrum unseres Sonnensystems und ein 1,4 Millionen Kilometer großer Gasball. Es wird vermutet, dass Gasströmungen im Inneren der Sonne ein Magnetfeld erzeugen und damit dunkle Flecken an der Oberfläche verursachen, schreibt das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung. Diese Sonnenflecken sind auch ein Indikator dafür, wie aktiv die Sonne ist.

Das Space Weather Prediction Center (SWPC) der National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) teilt nun mit, ersten Messungen zufolge insgesamt 337 Sonnenflecken für den 8. August 2024 verzeichnet zu haben. Ein Wert, der seit März 2001 nicht mehr gemessen wurde und der zeige, dass die Sonne so aktiv ist, wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Sonne so aktiv wie lange nicht mehr: Messungen von Flecken auf ihrer Oberfläche deuten ihre Aktivität an

Dunkle Flecken an der Sonnenoberfläche seien Indikatoren für Sonnenaktivität. Diese ändere sich innerhalb eines etwa elf Jahre langen Zyklus und werde durch das Magnetfeld der Sonne angetrieben. Solche Zyklen können in ihrer Intensität variieren, das heißt manche Zyklen fallen stärker und manche schwächer aus, erklärt space.com. Ungefähr zur Mitte des Zyklus‘ findet ein Polsprung statt, der dessen Höhepunkt kennzeichnet. Aktuell befindet sich die Sonne im Sonnenzyklus 25, der im Dezember 2019 begonnen hat.

Spektakuläres Leuchten über Deutschland: Die schönsten Bilder aus den Polarlicht-Nächten

Abend des 10. Mai 2024 erreichte ein Sonnensturm G4 die Erde. Polarlichter am Brocken im Harz
Polarlichter vom Brocken im Harz aus.  © ARCHEOPIX/IMAGO
Polarlichter im Taunus Polarlichter sind am Himmel über der St. Gertrudis-Kapelle zu sehen., Schmitten Hessen
Intensives Leuchten auf dem Taunus in Hessen.  © Jan Eifert/IMAGO
Nordlichter - Polarlichter über Niedersachsen aufgenommen in Flecken Langwedel
Auch in Niedersachsen (hier Flecken Langwedel) war das bunte Farbspektakel der Polarlichter am Himmel zu sehen.  © Ingo Wächter/IMAGO
starke Nordlichter oder auch Polarlichter über, Wittlekofen im Schwarzwald
Aus Wittlekofen im Schwarzwald stammt dieses Bild der Polarlichter über Zentraleuropa.  © Andreas Haas/IMAGO
Striegistal - Polarlichter mit bloßem Auge zu sehen! Naturspektakel am Himmel über Sachsen
Diese beiden Nachteulen hatten im Striegistal in Sachsen perfekte Sicht auf die Polarlichter.  © Tim Meyer/IMAGO/EHL Media/
Polarlichter über Bonn, 10.5.2024 gesehen vom Petersberg in Königswinter
Auch in Bonn war das Leuchten der Polarlichter leicht zu erkennen.  © IMAGO/BEAUTIFUL SPORTS/Derix
Faszinierender Nordlichter Polarlichter: Hannover begeistert von Polarlichtphänomen auf dem Kronsberg Niedersachsen
Auch am Kronsberg in Hannover hielten Beobachter die Polarlichter am Himmel fotografisch fest.  © Martin Dziadek/IMAGO
naturphänomen Polarlichter über Berlin Deutschland, Polarlichter Nordlichter über der Hauptstadt
Kaum sichtbar für das bloße Auge, aber doch: die Polarlichter zeigten sich auch in der Bundeshauptstadt Berlin.  © Achille Abboud/IMAGO
Polarlichter sind am Freitagabend nach Einbruch der Dunkelheit auch in Baden-Württemberg bei Großerlach zu sehen Nordlichter
Rot leuchtende Polarlichter zu sehen über Großerlach in Baden-Württemberg.  © Alexander Wolf/IMAGO

Sonnenflecken werden deshalb zur Messung der Aktivität des Sterns verwendet, weil sie starke magnetische Felder haben, die Sonneneruptionen abfeuern können. Diese wiederum schleudern laut space.com elektromagnetische Strahlungsimpulse in den Weltraum. Diese Explosionen lösen koronale Massenauswürfe aus, welche dann Sonnenstürme auf der Erde zur Folge haben können. Ein Resultat daraus können Polarlichter auf der Erde sein, wie beispielsweise im Mai. Sie wurden von einer Sonnenflecken-Gruppe ausgelöst, die für die stärkste Sonneneruption des aktuellen Zyklus‘ sorgte.

Seit 2002 nicht mehr so hoch gewesen: Vorläufiger Wert liegt bei 299 Sonnenflecken

Viele Flecken auf der Sonnenoberfläche, und damit eine hohe Sonnenaktivität, können also eine erhöhte Strahlenbelastung herbeiführen. Diese könne atmosphärische Schichten der Erde stören, in denen sich Kommunikationssignale und das Global Positioning System (GPS) bewegen, heißt es von Seiten der Nasa. Das kann laut Fachleuten außerdem ein Risiko für Satelliten, Astronauten, aber auch die Stromversorgung auf der Erde darstellen.

Der tägliche Wert von 337 Sonnenflecken, den das SWPC gemessen hat, ist bisher noch ein inoffizieller und geschätzter Wert. Die offizielle Sonnenfleckenanzahl werde nach Angaben des Centers ermittelt vom World Data Center – Sunspot Index and Long-Term Solar Observations (WDC-SILSO) und dem Solar Influences Data Center (SIDC) an der Königlichen Sternwarte von Belgien. Diese haben einen vorläufigen Wert von 299 für den 8. August geschätzt, eine genaue Angabe werde am 1. September veröffentlicht.

Sonnenflecken können so groß wie die Erde sein und haben magnetische Felder, die Sonneneruptionen auslösen können.

„Erweist sich als aktiver als ursprünglich prognostiziert“: Sonnenzyklus 25 übertrifft Erwartungen

Shawn Dahl, Servicekoordinator des SWPC, sagte gegenüber space.com: „Dieser Sonnenzyklus 25 erweist sich als viel aktiver als ursprünglich von den Wissenschaftlern prognostiziert, die den Zyklus etwa 2019 vorhergesagt haben.“ Weil der vorangegangene Zyklus ein schwacher war, mit einem Maximum bei 114 Flecken, prognostizierten Wissenschaftler laut Angaben der Nasa eine ebenso schwache Aktivität für den Sonnenzyklus 25. Nun stellt sich das Gegenteil heraus.

Das zeige sich, wie space.com schreibt, bereits an den „intensiven geomagnetischen Stürmen“, die weltweit mit Polarlichtern, auch an ungewöhnlichen Aussichtspunkten, für Faszination unter der Bevölkerung sorgten. (gel)

Rubriklistenbild: © Nasa/Sdo/Handout/dpa

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