Raumfahrt

SpaceX startet großen Test-Satelliten für Kunden – Er könnte eines der hellsten Objekte am Nachthimmel werden

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Eine „Falcon 9“-Rakete von SpaceX transportiert „Starlink“-Satelliten in die Erdumlaufbahn. (Archivbild)
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SpaceX – selbst in der Kritik wegen heller „Starlink“-Satelliten – befördert einen sehr hellen Kunden-Satelliten. Er soll ein neues Geschäftsfeld eröffnen.

Cape Canaveral – Die „Starlink“-Satelliten, von denen das private Raumfahrtunternehmen SpaceX mittlerweile knapp 3000 in der Erdumlaufbahn betreibt, sorgen immer wieder für Aufsehen und auch Kritik. Beides hat damit zu tun, wie die Satelliten am Himmel zu sehen sind: In den Tagen nach dem Start befinden sich die „Starlink“-Satelliten sehr nah beieinander und sind sehr hell, auch später können sie gelegentlich noch hell am Himmel gesehen werden. Professionelle Astronom:innen stören sich daran genauso wie Hobby-Sternengucker, denn die hellen Punkte am Himmel machen beispielsweise die Suche nach möglicherweise gefährlichen Asteroiden in der Dämmerung schwierig, zerstören aber auch Aufnahmen der Amateur-Astronomie.

Doch nun könnte es am Himmel noch heller werden: Beim nächsten Start von „Starlink“-Satelliten (geplant für den 11. September, 1.51 Uhr) will SpaceX auch einen Satelliten für einen zahlenden Kunden ins All transportieren: Den „BlueWalker 3“-Satelliten, den das Unternehmen AST SpaceMobile betreiben wird.

SpaceX bringt hellen Satelliten „BlueWalker 3“ in Erdumlaufbahn

Der Satellit ist quasi der Prototyp einer geplanten neuen Satelliten-Konstellation: AST SpaceMobile will bis Ende 2024 mehr als 100 Satelliten in den Erdorbit schicken, so der Plan. Das Problem: „BlueWalker 3“ hat eine 64 Quadratmeter große Antenne, auf deren Rückseite Solarzellen angebracht sind, um Energie für den Satelliten zu gewinnen. Diese Solarzellen reflektieren Sonnenlicht, was auf der Erde hell zu sehen sein dürfte, wie es im Fachmagazin Sky & Telescope heißt. „BlueWalker 3“ soll demnach nach dem Entfalten seiner Antenne gar eines der hellsten Objekte am Nachthimmel sein.

Ist der Test des Prototypen abgeschlossen, sollen die Satelliten für die eigentliche Konstellation starten. Diese „BlueBirds“ sollen noch einmal deutlich größer sein als ihr Vorgänger „BlueWalker“ und dürften damit noch heller am Himmel zu sehen sein.

„Starlink“-Satelliten bringen Internet in jeden Winkel der Erde

Während die „Starlink“-Satelliten von SpaceX bisher in erster Linie dazu da sind, Internet aus dem Weltall mittels einer Satellitenschüssel überall zugänglich zu machen, sollen die „BlueBirds“ einem anderen Zweck dienen: Smartphones sollen sich direkt mit ihnen verbinden können, sodass das Smartphone künftig auch in Gegenden ohne Mobilfunkempfang nutzbar bleibt. AST SpaceMobile hat eine Lizenz der zuständigen US-Behörde FCC, um den Prototypen zu testen.

Kritik an „Starlink“-Satelliten

Die „Starlink“-Satelliten von SpaceX werden nicht nur wegen ihrer Helligkeit kritisiert, sondern auch, weil sie die Erdumlaufbahn „verstopfen“ und für Weltraumschrott sorgen. Fachleute warnen außerdem vor einem „Experiment ohne Aufsicht und Regulierung“ und Gefahren für die Erde.

Mobiles Internet aus dem All: SpaceX und Elon Musk wollen mit „Starlink“ in den Markt einsteigen

Auch SpaceX möchte in Zukunft in diesen Markt einsteigen. Erst kürzlich hatte SpaceX-Gründer Elon Musk gemeinsam mit T-Mobile in den USA bekannt gegeben, dass die nächste Generation der „Starlink“-Satelliten es möglich machen soll, dass Kund:innen von T-Mobile über die Satelliten Internet auf das Smartphone bekommen können. Im ersten Schritt ist für die USA angedacht, dass Text-Messaging (SMS, MMS und teilnehmende Messaging-Apps) möglich sein soll, später sollen auch Sprach- und Datenverbindungen mit abgedeckt sein.

Blick in die Tiefen des Universums – So sieht „Hubble“ das Weltall

Der Blasennebel (NGC 7635) im Sternbild Kassiopeia ist ein Emissionsnebel in etwa 7100 Lichtjahren Entfernung von der Erde. Seine Blasen-Form entsteht durch den Sternwind eines Sterns, der gerade große Mengen an Gas ausstößt. Die Gase stoßen auf eine riesige Molekülwolke, die sich in dieser Region befindet – eine Stoßwelle entsteht, die die äußere Hülle der Gasblase bildet.
Der Blasennebel (NGC 7635) im Sternbild Kassiopeia ist ein Emissionsnebel in etwa 7100 Lichtjahren Entfernung von der Erde. Seine Blasen-Form entsteht durch den Sternwind eines Sterns, der gerade große Mengen an Gas ausstößt. Die Gase stoßen auf eine riesige Molekülwolke, die sich in dieser Region befindet – eine Stoßwelle entsteht, die die äußere Hülle der Gasblase bildet. © NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
Dieses Aufnahme des „Hubble“-Weltraumteleskops zeigt den offenen Sternhaufen Trumpler 14 (auch Collinder 230) im Sternbild „Kiel des Schiffs“. Der Sternhaufen befindet sich etwa 9000 Lichtjahre entfernt im Carinanebel. Er ist einer der jüngeren Sternhaufen der Milchstraße und nur etwa 300.000 bis 500.000 Jahre alt. Trumpler 14 beherbert etwa 2000 junge Sterne, unter anderem einen der hellsten Sterne der Milchstraße.
Dieses Aufnahme des „Hubble“-Weltraumteleskops zeigt den offenen Sternhaufen Trumpler 14 (auch Collinder 230) im Sternbild „Kiel des Schiffs“. Der Sternhaufen befindet sich etwa 9000 Lichtjahre entfernt im Carinanebel. Er ist einer der jüngeren Sternhaufen der Milchstraße und nur etwa 300.000 bis 500.000 Jahre alt. Trumpler 14 beherbert etwa 2000 junge Sterne, unter anderem einen der hellsten Sterne der Milchstraße. © NASA, ESA, and J. Maíz Apellániz (Institute of Astrophysics of Andalusia, Spain); Acknowledgment: N. Smith (University of Arizona)
Die „Säulen der Schöpfung“ sind eines der berühmtesten „Hubble“-Bilder überhaupt. Hier blickt das Nasa-Weltraumteleskop auf eine kleine Region des Adler-Nebels (M16), es handelt sich um ein Sternenentstehungsgebiet etwa 6500 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Die „Säulen der Schöpfung“ sind eines der berühmtesten „Hubble“-Bilder überhaupt. Hier blickt das Nasa-Weltraumteleskop auf eine kleine Region des Adler-Nebels (M16), es handelt sich um ein Sternenentstehungsgebiet etwa 6500 Lichtjahre von der Erde entfernt. © NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
Die Spiralgalaxie M83 (südliche Feuerradgalaxie) ist ein beliebtes Ziel für Amateurastronomen. Sie befindet sich 15 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild Wasserschlange und ist am Himmel auf der südlichen Erdhalbkugel eine der hellsten Spiralgalaxien. In der „Hubble“-Aufnahme sind tausende Sternenhaufen, hunderttausende einzelne Sterne und Überbleibsel von Sternentoden (Supernovae) zu sehen.
Die Spiralgalaxie M83 (südliche Feuerradgalaxie) ist ein beliebtes Ziel für Amateurastronomen. Sie befindet sich 15 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild Wasserschlange und ist am Himmel auf der südlichen Erdhalbkugel eine der hellsten Spiralgalaxien. In der „Hubble“-Aufnahme sind tausende Sternenhaufen, hunderttausende einzelne Sterne und Überbleibsel von Sternentoden (Supernovae) zu sehen. © NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA); Acknowledgement: W. Blair (STScI/Johns Hopkins University) and R. O‘Connell (University of Virginia)
Der Ring-Nebel (M57) ist ein planetarischer Nebel im Sternbild Leier. Es handelt sich um die leuchtenden Überreste eines einst sonnenähnlichen Sterns, der vor etwa 20.000 Jahren seine äußere Gashülle abgestoßen hat. Der Ring hat einen Durchmesser von etwa 1,3 Lichtjahren. Im Inneren befindet sich ein weißer Zwergstern.
Der Ring-Nebel (M57) ist ein planetarischer Nebel im Sternbild Leier. Es handelt sich um die leuchtenden Überreste eines einst sonnenähnlichen Sterns, der vor etwa 20.000 Jahren seine äußere Gashülle abgestoßen hat. Der Ring hat einen Durchmesser von etwa 1,3 Lichtjahren. Im Inneren befindet sich ein weißer Zwergstern. © NASA, ESA, C.R. O‘Dell (Vanderbilt University), and D. Thompson (Large Binocular Telescope Observatory)
Der ikonische Pferdekopfnebel ist ein beliebtes Ziel für Amateur- und Berufsastronomen. Der Pferdekopfnebel ist Teil einer Dunkelwolke im Sternbild Orion, die von einem rot leuchtenden Nebel (IC 434) beleuchtet wird. Der Nebel ist etwa 1500 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Der ikonische Pferdekopfnebel ist ein beliebtes Ziel für Amateur- und Berufsastronomen. Der Pferdekopfnebel ist Teil einer Dunkelwolke im Sternbild Orion, die von einem rot leuchtenden Nebel (IC 434) beleuchtet wird. Der Nebel ist etwa 1500 Lichtjahre von der Erde entfernt. © NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
Diese Aufnahme der elliptischen Radiogalaxie Hercules A stammt ebenfalls vom „Hubble“-Weltraumteleskop der Nasa. Die Galaxie ist 2,1 Milliarden Lichtjahre entfernt und befindet sich im Sternbild Herkules. Zu sehen sind riesige Plasma-Jets, die vermutlich von einem supermassereichen schwarzen Loch im Innern der Galaxie angetrieben werden.
Diese Aufnahme der elliptischen Radiogalaxie Hercules A stammt ebenfalls vom „Hubble“-Weltraumteleskop der Nasa. Die Galaxie ist 2,1 Milliarden Lichtjahre entfernt und befindet sich im Sternbild Herkules. Zu sehen sind riesige Plasma-Jets, die vermutlich von einem supermassereichen schwarzen Loch im Innern der Galaxie angetrieben werden. © NASA, ESA, S. Baum and C. O‘Dea (RIT), R. Perley and W. Cotton (NRAO/AUI/NSF), and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
Auf diesem Bild sind zwei Spiralgalaxien zu sehen, die miteinander interagieren. Die Gruppe trägt den Namen Arp 273. Dass die beiden Galaxien in dieser Gruppe miteinander interagieren oder interagiert haben, erkennt man der US-Raumfahrtorganisation Nasa zufolge an den ungewöhnlichen Spiral-Mustern. Arp 273 ist etwa 300 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt, und auch die beiden Galaxien liegen eigentlich zehntausende Lichtjahre weit auseinander. Nur eine sehr zarte „Brücke“ verbindet die beiden.
Auf diesem Bild sind zwei Spiralgalaxien zu sehen, die miteinander interagieren. Die Gruppe trägt den Namen Arp 273. Dass die beiden Galaxien in dieser Gruppe miteinander interagieren oder interagiert haben, erkennt man der US-Raumfahrtorganisation Nasa zufolge an den ungewöhnlichen Spiral-Mustern. Arp 273 ist etwa 300 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt, und auch die beiden Galaxien liegen eigentlich zehntausende Lichtjahre weit auseinander. Nur eine sehr zarte „Brücke“ verbindet die beiden. © NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
Eine majestätische Spiralgalaxie ist auf diesem Bild des „Hubble“-Weltraumteleskops der Nasa zu sehen. Es handelt sich um die Spiralgalaxie NGC 2841, die 46 Millionen Lichtjahre entfernt, im Sternbild Großer Bär zu finden ist.
Eine majestätische Spiralgalaxie ist auf diesem Bild des „Hubble“-Weltraumteleskops der Nasa zu sehen. Es handelt sich um die Spiralgalaxie NGC 2841, die 46 Millionen Lichtjahre entfernt, im Sternbild Großer Bär zu finden ist. © NASA, ESA, and the Hubble Heritage (STScI/AURA)-ESA/Hubble Collaboration; Acknowledgment: M. Crockett and S. Kaviraj (Oxford University, UK), R. O‘Connell (University of Virginia), B. Whitmore (STScI), and the WFC3 Scientific Oversight Committee
Wie ein Feuerwerk sieht diese „Hubble“-Aufnahme aus. Tatsächlich handelt es sich um das Sternentstehungsgebiet NGC 3603 im Sternbild „Kiel des Schiff“. Der Nebel ist etwa 20.000 Lichtjahre entfernt und längst nicht so friedlich, wie er aussieht: UV-Strahlung und heftige Sternenwinde haben den Blick auf den Sternhaufen freigegeben. NGC 3603 behebergt einige der größten bekannten Sterne. Sie sterben früh, weil sie ihren Wasserstoff schnell verbrennen am Ende steht eine Supernova-Explosion.
Wie ein Feuerwerk sieht diese „Hubble“-Aufnahme aus. Tatsächlich handelt es sich um das Sternentstehungsgebiet NGC 3603 im Sternbild „Kiel des Schiff“. Der Nebel ist etwa 20.000 Lichtjahre entfernt und längst nicht so friedlich, wie er aussieht: UV-Strahlung und heftige Sternenwinde haben den Blick auf den Sternhaufen freigegeben. NGC 3603 behebergt einige der größten bekannten Sterne. Sie sterben früh, weil sie ihren Wasserstoff schnell verbrennen am Ende steht eine Supernova-Explosion. © NASA, ESA, R. O‘Connell (University of Virginia), F. Paresce (National Institute for Astrophysics, Bologna, Italy), E. Young (Universities Space Research Association/Ames Research Center), the WFC3 Science Oversight Committee, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)

Dazu müssten die „Starlink“-Satelliten der zweiten Generation allerdings deutlich größer werden als die aktuellen „Starlinks“: Die Antennen dürften etwa 25 Quadratmeter groß sein, erklärte Musk. Sie müssten so groß sein, weil sie „ein sehr leises Signal vom Smartphone aufgreifen müssen“, während der Satellit selbst mehrere zehntausend Kilometer pro Stunde schnell ist. Auch die US-Raumfahrtorganisation Nasa sieht die „Starlink“-Satelliten der zweiten Generation kritisch. Es scheint, als stünde SpaceX mit den „Starlink“-Satelliten erneut ein Aufschrei aus der Astronomie bevor – und auch die „BlueBirds“ könnten Kritik auslösen. (tab)

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