„Starship“-Testflug: Erneuter Fehlschlag – Musk sieht „große Verbesserung“ und kündigt Änderung an
VonTanja Banner
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Das „Starship“ von SpaceX hebt mit einem gebrauchten Booster ab – später verliert SpaceX den Kontakt. Elon Musk sieht trotzdem die Fortschritte.
Boca Chica – Der private Raumfahrtkonzern SpaceX von Elon Musk setzt seine Bemühungen fort, eine revolutionäre Riesenrakete zu entwickeln. Der neunte Testflug des „Starship“-Systems, das künftig Menschen und Material zum Mond und Mars transportieren soll, brachte sowohl Fortschritte als auch Rückschläge.
SpaceX nutzt erstmals gebrauchten „Starship“-Booster
Der jüngste Test am Dienstagabend (27. Mai) in Texas markierte einen wichtigen Meilenstein: Erstmals kam ein bereits geflogener Booster zum Einsatz. Die „Super Heavy“-Raketenstufe, die bereits im Januar beim siebten Testflug verwendet wurde, demonstrierte SpaceX‘ Fortschritte bei der Wiederverwendbarkeit großer Raketensysteme. Während dieses Konzept bei der kleineren „Falcon 9“-Rakete längst etabliert ist, stellt es für das deutlich größere „Starship“-System einen Fortschritt dar.
„Starship“ von SpaceX – so ist die größte Rakete der Welt aufgebaut
Der Start verlief zunächst planmäßig. Der Booster beförderte das Raumschiff erfolgreich in die Höhe, und die kritische Trennung der beiden Komponenten funktionierte wie vorgesehen. Doch die geplante Wasserung der „Super Heavy“-Stufe im Meer scheiterte, als SpaceX nach der Zündung der Landetriebwerke den Kontakt zum Booster verlor. Was folgte, bezeichnete das Unternehmen mit dem firmeneigenen Euphemismus als „rapid unscheduled disassembly“ (RUD) – eine beschönigende Umschreibung für eine Explosion.
Musks „Starship“ erreicht das Weltall, absolviert aber nicht alle Tests
Das eigentliche „Starship“-Raumschiff setzte unterdessen seinen Flug ins All fort, konnte jedoch nicht alle geplanten Tests absolvieren. Beispielsweise hatte die Frachttür eine Fehlfunktion und ließ sich nicht öffnen. Dadurch konnte SpaceX keine simulierten „Starlink“-Satelliten aussetzen – ein wichtiger Test für künftige Missionen. Das „Starship“ soll perspektivisch deutlich mehr dieser Internetsatelliten gleichzeitig ins All befördern können als die derzeit eingesetzte „Falcon 9“.
Nach 46 Minuten Flugzeit verlor das Kontrollzentrum auch die Verbindung zum „Starship“, das ebenfalls explodierte. „Wir versuchen etwas zu tun, was unmöglich schwer ist“, betonte Dan Huot vom SpaceX-Kommunikationsteam während des Livestreams. Trotz dieser Rückschläge betont das Unternehmen auf seiner Website: „Entwicklungstests sind per definitionem unvorhersehbar, aber jede Lektion, die wir lernen, bedeutet einen Fortschritt auf dem Weg zum Ziel von ‚Starship‘, multiplanetares Leben zu ermöglichen.“
Elon Musk sieht „große Verbesserung gegenüber dem letzten Flug“
Elon Musk bewertet den Testflug trotz der Explosionen als Erfolg. Auf seiner Social-Media-Plattform Xschrieb der Milliardär: „Das Starship hat es bis zur planmäßigen Abschaltung der Triebwerke geschafft, also eine große Verbesserung gegenüber dem letzten Flug! Außerdem gab es keinen nennenswerten Verlust von Hitzeschildkacheln während des Aufstiegs.“ Gleichzeitig kündigt Milliardär kündigte bereits eine Beschleunigung des Testprogramms an. Für die kommenden drei Flüge plant SpaceX eine „schnellere Startkadenz“ mit Starts „etwa alle drei bis vier Wochen“.
Ob das „Starship“ tatsächlich wie von Musk anvisiert in absehbarer Zeit Menschen zum Mond oder Mars bringen kann, bleibt abzuwarten. Der neunte Testflug hat gezeigt, dass trotz der Fortschritte noch erhebliche technische Herausforderungen zu bewältigen sind. (tab)