Mond und Mars im Visier

„Starship“ von SpaceX fliegt zum sechsten Mal – Ein prominenter Zuschauer ist vor Ort

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Elon Musks „Starship“ testet seine Grenzen. Ein kleiner Makel trübt jedoch den ansonsten gelungenen Testflug. Ein berühmter Zuschauer ist auch anwesend.

Boca Chica – Die größte Rakete, die jemals konstruiert wurde, ist erneut abgehoben: das „Starship“ von SpaceX hat seinen sechsten Testflug absolviert. Nach dem vorherigen Testflug konnte SpaceX ein beeindruckendes Landemanöver erfolgreich absolvieren, doch beim sechsten Testflug, der in der Nacht vom 19. auf den 20. November stattfand, gelang die Wiederholung nicht. Die untere Raketenstufe, die eigentlich auf dem Startplatz hätte aufgefangen werden sollen, musste im Golf von Mexiko landen. Dieses Manöver wurde jedoch ohne Probleme durchgeführt.

„Starship“ von SpaceX – so ist die größte Rakete der Welt aufgebaut

Das „Starship“ von SpaceX ist mit 121 Metern Höhe die größte Rakete der Welt. Zum Vergleich: die Mondrakete „Saturn V“ war 110 Meter hoch, das „Space Launch System“ der Nasa ist 98 Meter hoch.
Das „Starship“ von SpaceX ist mit 121 Metern Höhe die größte Rakete der Welt. Zum Vergleich: die Mondrakete „Saturn V“ war 110 Meter hoch, das „Space Launch System“ der Nasa ist 98 Meter hoch. © IMAGO/SPACEX
Das „Starship“ besteht aus zwei Teilen, die zusammen den Namen „Starship“ tragen. So heißt jedoch auch die obere, zweite Stufe der Rakete. Es ist das Raumschiff, in dem später Menschen Platz nehmen sollen, um zum Mond oder Mars zu fliegen.
Das „Starship“ besteht aus zwei Teilen, die zusammen den Namen „Starship“ tragen. So heißt jedoch auch die obere, zweite Stufe der Rakete. Es ist das Raumschiff, in dem später Menschen Platz nehmen sollen, um zum Mond oder Mars zu fliegen. © IMAGO/SPACEX
Die untere, erste Stufe des „Starships“ ist der Raketenbooster, genannt „Super Heavy“. Der Booster ist mit 33 Raptor-Triebwerken ausgerüstet, die beim Start alle gezündet werden und die Rakete starten lassen. Die erste Raketenstufe soll nach ihrer Abtrennung zur Erde zurückfliegen und wiederverwendet werden können.
Die untere, erste Stufe des „Starships“ ist der Raketenbooster, genannt „Super Heavy“. Der Booster ist mit 33 Raptor-Triebwerken ausgerüstet, die beim Start alle gezündet werden und die Rakete starten lassen. Die erste Raketenstufe soll nach ihrer Abtrennung zur Erde zurückfliegen und wiederverwendet werden können. © IMAGO/SPACEX
Nach dem ersten Startversuch wurde der Startplatz des „Starships“ stark beschädigt und musste repariert werden. Das „Starship“ startet von Boca Chica ganz im Süden des US-Bundesstaats Texas. Dort will SpaceX eine ganze Stadt aus dem Boden stampfen – genannt „Starbase“.
Nach dem ersten Startversuch wurde der Startplatz des „Starships“ stark beschädigt und musste repariert werden. Das „Starship“ startet von Boca Chica ganz im Süden des US-Bundesstaats Texas. Dort will SpaceX eine ganze Stadt aus dem Boden stampfen – genannt „Starbase“. © IMAGO/Reginald Mathalone
In der zweiten Stufe des „Starship“, dem Raumschiff, sollen in Zukunft zahlreiche Menschen Platz finden und zu fernen Himmelskörpern reisen können. Die Vision von Elon Musk ist es, mithilfe des „Starships“ den Planeten Mars zu kolonisieren.
In der zweiten Stufe des „Starship“, dem Raumschiff, sollen in Zukunft zahlreiche Menschen Platz finden und zu fernen Himmelskörpern reisen können. Die Vision von Elon Musk ist es, mithilfe des „Starships“ den Planeten Mars zu kolonisieren. © IMAGO/Reginald Mathalone
Er ist der Erfinder des „Starship“: Elon Musk. Der Milliardär hat vor mehr als 20 Jahren SpaceX gegründet – immer mit dem Ziel, eines Tages den Mars zu kolonisieren. Weil er schnell feststellte, dass dafür Raketenstarts billiger werden müssten, entstand die Idee, wiederverwendbare Raketen zu bauen. Damit verdient SpaceX mittlerweile Geld – und baut nun das „Starship“.
Er ist der Erfinder des „Starship“: Elon Musk. Der Milliardär hat vor mehr als 20 Jahren SpaceX gegründet – immer mit dem Ziel, eines Tages den Mars zu kolonisieren. Weil er schnell feststellte, dass dafür Raketenstarts billiger werden müssten, entstand die Idee, wiederverwendbare Raketen zu bauen. Damit verdient SpaceX mittlerweile Geld – und baut nun das „Starship“. © IMAGO/SPACEX
Das „Starship“ wartet am Strand von Boca Chica auf seinen ersten Startversuch. Im April 2023 fand dieser statt und scheiterte bereits nach wenigen Minuten.
Das „Starship“ wartet am Strand von Boca Chica auf seinen ersten Startversuch. Im April 2023 fand dieser statt und scheiterte bereits nach wenigen Minuten. © IMAGO/ABACA
Die riesige Rakete hob von ihrem Startplatz in Texas ab. Dabei wurde das Launchpad beschädigt. Für den zweiten Startversuch wurde es repariert und aufgerüstet, um für die Naturgewalt des Raketenstarts besser gewappnet zu sein.
Die riesige Rakete hob von ihrem Startplatz in Texas ab. Dabei wurde das Launchpad beschädigt. Für den zweiten Startversuch wurde es repariert und aufgerüstet, um für die Naturgewalt des Raketenstarts besser gewappnet zu sein. © IMAGO/Liu Jie
Kurz nach dem ersten Startversuch des „Starship“ konnte man sehen, dass nicht alle 33 Raptor-Triebwerke der ersten Raketenstufe gezündet hatten.
Kurz nach dem ersten Startversuch des „Starship“ konnte man sehen, dass nicht alle 33 Raptor-Triebwerke der ersten Raketenstufe gezündet hatten. © IMAGO/SPACEX
Das Ende des ersten Startversuchs: Das „Starship“ wurde gesprengt, da es außer Kontrolle geraten war. Beim zweiten Versuch will SpaceX es besser machen. Ob das gelingt, wird sich zeigen.
Das Ende des ersten Startversuchs: Das „Starship“ wurde gesprengt, da es außer Kontrolle geraten war. Beim zweiten Versuch will SpaceX es besser machen. Ob das gelingt, wird sich zeigen. © IMAGO/Liu Jie

Zweite „Starship“-Raketenstufe landet kontrolliert im Indischen Ozean

Während des Testflugs erreichte die zweite Raketenstufe eine Höhe von fast 200 Kilometern und Geschwindigkeiten von mehr als 25.000 km/h, bevor sie planmäßig und kontrolliert im Indischen Ozean landete. Anschließend verkündete Elon Musk, der Gründer von SpaceX, auf seiner Plattform X: „Wir werden eine weitere Ozean-Landung des Raumschiffs machen. Wenn das gelingt, wird SpaceX versuchen, das Raumschiff mit dem Turm zu fangen.“

SpaceX betonte, dass das Raumschiff über seine vorgesehene Belastungsgrenze hinaus getestet wurde und den Test bestanden hat. Ein weiterer Erfolg während des Flugs war, dass das „Starship“ in der Lage war, einen seiner Antriebe im Weltraum erneut zu zünden – ein wichtiger Schritt für zukünftige Missionen. Das „Starship“ ist dafür konzipiert, Menschen zum Mond oder Mars zu transportieren und muss daher seine Triebwerke im All erneut zünden können.

„Starship“ soll Menschen und Fracht zum Mond und Mars bringen

Die gigantische Rakete „Starship“ besteht aus der ersten Stufe, dem rund 70 Meter langen Booster „Super Heavy“, und der ebenfalls „Starship“ genannten oberen Raketenstufe, die etwa 50 Meter lang ist. Die obere Raketenstufe ist ein Raumschiff, das in der Zukunft Menschen befördern soll. Sowohl die Rakete als auch das Raumschiff sollen nach ihrer Rückkehr zur Erde wiederverwendet werden können. Mit einer Gesamtlänge von etwa 120 Metern soll das gesamte System in der Lage sein, Ladungen von mehr als 100 Tonnen zu transportieren.

Das „Starship“ von SpaceX hebt bei seinem sechsten Testflug am 19./20. November 2024 ab.

Die Nasa plant, mit dem „Starship“ wieder Menschen zum Mond zu schicken – die erste Landung ist für September 2026 geplant. Das langfristige Ziel von SpaceX und seinem Gründer Elon Musk ist jedoch, den Mars mit dem „Starship“ zu besiedeln. Beim sechsten Testflug waren neben Musk auch Donald Trump anwesend. Der designierte US-Präsident betrachtet Musk als engen Verbündeten – die beiden könnten in den kommenden Jahren die Raumfahrt in den USA erheblich verändern, wobei das „Starship“ im Mittelpunkt stehen könnte. (tab/dpa)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Jennifer Briggs

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