Meteorstrom

Sternschnuppen im Oktober: So können Sie die Orioniden heute Nacht sehen

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Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind.
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Der Halley‘sche Komet sorgt im Oktober für Sternschnuppen am Himmel. Wann und wie man die Orioniden heute am besten beobachtet und worauf man achten sollte.

Frankfurt – Zweimal im Jahr begegnet die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne einer Staubspur, die der bekannte Halley‘sche Komet (1P/Halley) im Weltall hinterlassen hat. Diese Begegnungen sorgen regelmäßig für Sternschnuppenströme: Die Eta-Aquariiden im Mai und die Orioniden im Oktober entstehen, wenn kleine Staubteilchen in die Erdatmosphäre geraten und dort Luftteilchen ionisieren, die leuchten. Das Ergebnis: eine mehr oder weniger lange und helle Leuchtspur zieht über den Nachthimmel – eine Sternschnuppe.

Benannt sind Sternschnuppen nach ihrer scheinbaren Herkunft am Nachthimmel (der sogenannte Radiant). Die Orioniden, die beinahe den ganzen Oktober über den Himmel flitzen, scheinen entsprechend aus dem Sternbild Orion zu stammen. Das bedeutet jedoch nicht, dass man unbedingt das Sternbild im Blick haben muss, um Sternschnuppen zu sehen: Die Meteore können am gesamten Nachthimmel auftauchen – verfolgt man ihre Leuchtspur zurück, scheint ihr Ausgangspunkt im Sternbild Orion zu liegen.

Sternschnuppen heute Nacht: Die Orioniden sind einer der aktivsten Meteorströme

Deshalb ist es ratsam, sich bei der Beobachtung von Sternschnuppenströmen wie den Orioniden an der Sichtbarkeit des Sternbilds, in dem der Radiant liegt, zu orientieren. Das Sternbild Orion geht im Oktober gegen 23 Uhr im Osten auf, je später der Monat wird, desto früher ist das prägnante Sternbild am Himmel zu sehen. Seine höchste Position am Himmel erreicht der Orion erst in den frühen Morgenstunden, weshalb gemeinhin eine Beobachtung weit nach Mitternacht empfohlen wird.

Die Orioniden sind einer der fünf aktivsten Meteorströme des Jahres, aktiver sind nur die Quadrantiden/Bootiden im Januar, die Eta-Aquariiden im Mai, die Perseiden im August und die Geminiden im Dezember. Eine Übersicht über die wichtigsten Sternschnuppenströme des Jahres finden Sie in unserem Sternschnuppen-Kalender.

Checkliste für die Sternschnuppen-Beobachtung im Oktober 2022

  • Beobachtungsplatz: möglichst dunkel, möglichst freier Blick an den Himmel
  • Kleidung: möglichst warm, Zwiebellook bietet sich an bei kalten Oktober-Temperaturen
  • Ausrüstung: Möglichkeit zum Hinlegen (z.B. Liege, Decke), warme Getränke
  • Technische Ausrüstung: nicht nötig
  • Sonstiges: viel Geduld

Orioniden beobachten: Theoretisch sind heute bis zu 20 Sternschnuppen pro Stunde möglich

Das Sternschnuppen-Maximum der Orioniden fällt im Jahr 2022 auf den 21. Oktober – der Meteorstrom ist jedoch dafür bekannt, dass das Maximum ungewöhnlich breit ist und sich über mehrere Nächte mit fast gleich hohen Fallraten erstrecken kann.

Name:Orioniden
Typ:Meteorstrom
ZHR:20
Zeit:02.10.-07.11.
Maximum:um den 21.10.
Sonstiges:einer der fünf aktivsten Sternschnuppenströme des Jahres

Doch was kann man erwarten, wenn man die Sternschnuppen der Orioniden beobachtet? Auch wenn der Meteorstrom als aktiv gilt, sollte man nicht erwarten, pro Minute eine Sternschnuppe oder mehr zu sehen. Die sogenannte „zenithal hourly rate“ (ZHR), in der die Anzahl der erwartbaren Sternschnuppen pro Stunde angegeben wird, liegt bei den Orioniden bei 20. Das bedeutet jedoch nicht, dass man 20 Sternschnuppen pro Stunde zu Gesicht bekommen wird. Die ZHR gibt den Wert an, den man bei perfekten Beobachtungsbedingungen (sehr dunkler Himmel, guter Rundumblick, Radiant steht hoch am Himmel) erwarten kann. Da nur wenige Beobachtende diese perfekten Bedingungen erreichen, sollte man mit deutlich weniger Sternschnuppen rechnen.

Zeit für Wünsche: Sternschnuppen flitzen über den Nachthimmel

Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind.
Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind. © Imago/Zoonar
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel.
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel. © imago/imagebroker
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen.
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen. © imago/Cavan Images
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten.
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten. © imago/Cavan Images
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können.
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können. © Richard Brian/dpa
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt.
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt. © IMAGO/Zoonar
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf.
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf. © imago/Sylvio Dittrich
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein.
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein. © Danny Lawson/dpa
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen.
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen. © Patrick Pleul/dpa
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen.
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen. © imago/Cavan Images
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig.
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig. © Marcus Führer/dpa

Vollmond stört das Orioniden-Maximum nicht

Doch auch wenn man nur halb so viele Sternschnuppen – also zehn – pro Stunde sehen sollte, ist das Beobachten der Orioniden ein Erlebnis: Schließlich sieht man dann immer noch alle sechs Minuten eine Sternschnuppe über den Himmel flitzen! Wer den Meteorstrom rund um das Maximum beobachten möchte, hat 2022 Glück: Der helle Vollmond steht am 9. Oktober am Himmel, am 25. Oktober ist Neumond, das heißt, der Mond ist um den 21. Oktober herum nur eine sehr schmale Sichel, die die Beobachtung kaum stören wird.

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Wer es ernst meint und sich auf die Sternschnuppen-Beobachtung vorbereiten möchte, sollte vor allem an die kühlen nächtlichen Temperaturen im Oktober denken, aber auch über einen guten Beobachtungsplatz nachdenken. Und eine Sache ist bei der Sternschnuppen-Suche besonders wichtig: Man sollte jede Menge Geduld mitbringen – die wird man nämlich brauchen. (tab)

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