Meteor-Schauer

Im November regnet es Sternschnuppen: Leoniden könnten für ein Feuerwerk sorgen

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Eigentlich sind die Leoniden ein schwacher Sternschnuppen-Strom. Doch 2022 könnte ein Ausnahme-Jahr sein – bis zu 300 Meteore pro Stunde sind möglich.

Frankfurt – Es gab eine Zeit, da galt der Monat November als der Sternschnuppen-Monat schlechthin. Der Meteorstrom der Leoniden war wesentlich aktiver als heute und stand in einer Reihe mit den prominenten Sternschnuppen-Schauern der Perseiden im August und der Geminiden im Dezember.

Doch die Staubwolke des Kometen 55P/Tempel-Tuttle, die der Auslöser der Sternschnuppen der Leoniden ist, hat sich im Laufe der Zeit im Weltall verteilt – die Sternschnuppen wurden weniger und das Maximum ist heutzutage nur noch schwach ausgeprägt. Etwa zehn Sternschnuppen pro Stunde werden zum Maximum am 17. November erwartet.

Sternschnuppen im November: 2022 könnte ein Ausnahmejahr der Leoniden sein

2022 könnte jedoch ein Ausnahme-Jahr werden: Forschende haben berechnet, dass die Erde in diesem Jahr mit einer großen Trümmerwolke kollidiert, die im Jahr 1733 vom Hauptstrom der Leoniden abgespalten wurde. Das Ergebnis: Am frühen Morgen des 18. November könnte es ein regelrechtes Sternschnuppen-Feuerwerk geben. Die International Meteor Organization rechnet mit 50 bis 200 Sternschnuppen pro Stunde, andere Fachleute gehen davon aus, dass es sogar bis zu 300 Meteore pro Stunde geben könnte. Diese Zahlen setzen jedoch perfekte Beobachtungsbedingungen voraus, die in der Praxis kaum zu erreichen sind.

Zeit für Wünsche: Sternschnuppen flitzen über den Nachthimmel

Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind.
Sternschnuppen sind flüchtige Erscheinungen am Nachthimmel und ein ganz besonderer Anblick. Wie die Meteore entstehen, wie man sie am besten beobachtet und wann die besten Meteorströme zu sehen sind. © Imago/Zoonar
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel.
Die Erde kreist um die Sonne und kreuzt dabei regelmäßig Staubspuren, die Kometen auf ihrer Bahn um die Sonne im Weltall hinterlassen haben. Das Staubteilchen oder Steinchen verglüht in der Erdatmosphäre und regt Luftteilchen zum Leuchten an – eine Sternschnuppe huscht über den Nachthimmel. © imago/imagebroker
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen.
Schätzungen zufolge fallen jeden Tag mehrere hundert oder gar tausende Tonnen Meteorstaub auf die Erde – längst nicht jede dieser Sternschnuppen ist mit bloßem Auge zu sehen, da sie teils auch tagsüber fallen. © imago/Cavan Images
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten.
Grundsätzlich kann man also immer das Glück haben, eine Sternschnuppe zu sehen. Doch es gibt Zeiten im Jahr, da lohnt es sich besonders, nach Meteoren Ausschau zu halten. © imago/Cavan Images
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können.
Dazu zählt zum Beispiel der Sommer. Vor allem die Monate Juli und August sind Sternschnuppen-Monate. Im Juli sind zahlreiche kleine Sternschnuppenströme aktiv, so dass zu jeder Nachtzeit Sternschnuppen über den Himmel flitzen können. © Richard Brian/dpa
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt.
Im August hat der bekannteste aller Sternschnuppenströme sein Maximum: Die Meteore der Perseiden, auch „Laurentius-Tränen“ genannt, erreichen um den 12. August ihren Höhepunkt. Um die 100 Sternschnuppen kann man dann pro Stunde sehen – beste Beobachtungsbedingungen vorausgesetzt. © IMAGO/Zoonar
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf.
Der stärkste Sternschnuppenstrom des Jahres liegt im Dezember: Das Geminiden-Maximum wartet mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde auf. © imago/Sylvio Dittrich
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein.
Im Januar folgt direkt der nächste aktive Sternschnuppenstrom: Bis zu 110 Quadrantiden/Bootiden können dann pro Stunde zu sehen sein. © Danny Lawson/dpa
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen.
Früher galt der November als Sternschnuppen-Monat. Die Leoniden waren in diesem Monat einst ein sehr aktiver Sternschnuppenstrom, doch das hat sich geändert. Alle 33 Jahre kann es jedoch noch zu einem Ausbruch kommen. © Patrick Pleul/dpa
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen.
Doch wie beobachtet man Sternschnuppen am besten? Der Fokus sollte auf einem möglichst dunklen Beobachtungsort liegen, der einen freien Blick an den Himmel erlaubt. Denn die Sternschnuppen können überall am Himmel auftauchen. © imago/Cavan Images
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig.
Außerdem sollte man folgendes für eine Sternschnuppen-Nacht bereitlegen: Eine Liegemöglichkeit (Decke oder Liege), warme Kleidung, warme Getränke – es kann auch in einer Sommernacht empfindlich kalt werden. Außerdem empfohlen: Geduld. Beobachtungsausrüstung wie ein Teleskop oder Fernglas sind dagegen nicht nötig. © Marcus Führer/dpa

Sternschnuppen im November 2022: Besonders viele Leoniden zu sehen

Die Sternschnuppen der Leoniden sind besonders schnell unterwegs: die Staubteilchen, die in die Erdatmosphäre eindringen und dort verglühen, erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 72 Kilometern pro Sekunde (knapp 260.000 km/h). Das liegt daran, dass die kleinen Kometen-Bruchstücke sich im Weltall entgegengesetzt zur Erde bewegen.

Name:Leoniden
Typ:Meteorstrom
Zeitraum:6. November bis 30. November
Maximum:17. November (2022 außerdem am 18. November morgens)
Sternschnuppen pro Stunde (ZHR):10 (am 18.11.2022: 50-300)
Quelle: IMO Meteor Shower Calendar

Wer im November einen klaren Himmel hat und nach den ungewöhnlich vielen Sternschnuppen der Leoniden Ausschau halten möchte, dürfte sich über den Mond ärgern: Der befindet sich rund um das Leoniden-Maximum zwar im letzten Viertel, ist aber noch immer zu etwa vierzig Prozent beleuchtet und damit verhältnismäßig hell. Außerdem befindet er sich ausgerechnet im Sternbild Löwe (lat. Leo), das der sogenannte Radiant der Leoniden ist – verfolgt man die Bahn der Sternschnuppen am Himmel zu ihrem scheinbaren Ausgangspunkt, trifft man auf das Sternbild, dem der Meteorstrom seinen Namen zu verdanken hat.

Meteorstrom der Leoniden: Bis zu 300 Sternschnuppen pro Stunde erwartet

Doch der Mond sollte niemanden von der Beobachtung abhalten: Sternschnuppen sieht man nicht nur rund um das Sternbild Löwe, sondern kann sie am gesamten Nachthimmel erblicken. Vor allem die zweite Nachthälfte bietet sich für die Beobachtung an, da der Radiant erst gegen Mitternacht im Osten aufgeht. Am 18. November sollte man eher morgens nach Sternschnuppen Ausschau halten: Das Durchqueren der Trümmerwolke wird für etwa 7 Uhr MEZ erwartet. Dann könnte es jedoch bereits zu hell sein, um schwächere Sternschnuppen zu sehen.

Sternschnuppen flitzen ohne Vorwarnung über den Himmel – ein beeindruckender Anblick. (Archivbild)

Für die Beobachtung von Sternschnuppen gilt grundsätzlich immer, dass man sich einen möglichst dunklen Ort mit einem guten Rundumblick an den Himmel suchen sollte. Außerdem sollte man eine große Portion Geduld mitbringen – es kann einige Zeit dauern, bis man die ersten Sternschnuppen erblickt. Deshalb ist es auch wichtig, dass man eine bequeme Beobachtungsposition hat. Ideal dafür ist ein Liegestuhl – so kann man den Himmel beobachten, ohne den Kopf dauerhaft nach oben richten zu müssen.

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Wer etwas Glück hat, kann neben den Leoniden auch noch andere Sternschnuppen sehen: Im November sind außerdem noch die Alpha-Monocerotiden, die November-Orioniden und die Phoeniciden aktiv. Wann welche Sternschnuppen-Ströme zu sehen sind, können Sie im Sternschnuppen-Kalender für das ganze Jahr nachlesen. (tab)

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa

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