„Wichtiger Meilenstein“

„Starliner“ dockt an ISS an – aber Boeing-Raumschiff kämpft mit Problemen

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Die „Starliner“-Kapsel von Boeing an Bord einer Atlas-V-Rakete hob am 5. Juni vom Space Launch Complex 41 der Cape Canaveral Space Force Station zu einem Flug zur Internationalen Raumstation ab.
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Der „Starliner“ hat die ISS erreicht, trotz neuer Helium-Lecks und Triebwerksproblemen. Ein wichtiger Testflug für die Zukunft der bemannten Raumfahrt.

Cape Canaveral – Der von der NASA mit einer Astronautin und einem Astronauten besetzte „Starliner“ hat erfolgreich an der Internationalen Raumstation (ISS) angedockt, musste jedoch auf dem Weg dorthin mehrere technische Schwierigkeiten überwinden. Nachdem das Raumschiff aufgrund von Triebwerksproblemen erst im zweiten Versuch an der ISS andocken konnte, wie Live-Aufnahmen der NASA zeigten, lobte NASA-Manager Steve Stich die Bewältigung der Herausforderung durch das Team in einer späteren Pressekonferenz.

Helium-Lecks im „Starliner“: Boeing-Raumschiff meistert Flug zur ISS trotz Problemen

Nach der Ankunft verließen die NASA-Astronautin Suni Williams und ihr Kollege Barry Wilmore den „Starliner“ und trafen auf die anderen Astronautinnen und Astronauten, die bereits auf der ISS stationiert waren. „Was immer es hier für uns zu tun gibt, wir sind bereit“, erklärte Wilmore während einer kurzen Willkommenszeremonie. Er und Williams planen, etwa eine Woche auf der ISS zu verbringen.

Vor der Ankunft wurden zwei neue Helium-Lecks im Raumschiff festgestellt. Ein Helium-Leck war bereits vor dem Start am Mittwoch (5. Juni) entdeckt worden, stellte jedoch laut NASA keine Bedrohung für den Flug dar. Alle drei Lecks werden nun überwacht, Ventile wurden geschlossen und das Raumschiff bleibt stabil, so die NASA.

„Wichtiger Meilenstein“: Boeing-„Starliner“ startet nach jahrelanger Verzögerung erfolgreich ins All

Der „Starliner“ ist ein teilweise wiederverwendbares Raumfahrzeug, das aus einer etwa drei Meter hohen Besatzungskapsel und einem Servicemodul besteht. Im Gegensatz zum „Crew Dragon“ von Elon Musks SpaceX landet er nicht auf dem Wasser, sondern auf der Erde.

Die NASA-Astronautin Suni Williams und Astronaut Butch Wilmore und beim Start im „Starliner“.

Nach jahrelangen Verzögerungen startete er am Mittwoch erstmals zu einem bemannten Testflug. US-Vizepräsidentin Kamala Harris bezeichnete dies als einen „wichtigen Meilenstein“ in der bemannten Raumfahrt. Der Testflug war zuvor aufgrund verschiedener technischer Probleme mit dem Raumschiff und der Rakete mehrmals verschoben worden.

Im Mai 2022 hatte der von Boeing entwickelte und gebaute „Starliner“ seinen ersten erfolgreichen unbemannten Flug zur ISS absolviert und dort vier Tage verbracht – ein entscheidender Test für das Raumschiff. Zukünftig soll es als Alternative zur „Crew Dragon“-Raumkapsel Astronauten zur ISS befördern. Aufgrund einer Reihe von Problemen hinkt das Projekt jedoch dem Zeitplan hinterher, während der „Crew Dragon“ bereits seit einigen Jahren regelmäßig Astronauten zur ISS transportiert. (dpa/moe)

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