Budgetprobleme

Nasa beendet Mission von Mond-Rover noch vor dem Start – „VIPER“ sollte nach Wasser suchen

  • schließen

Der Mond-Rover „VIPER“ ist fast startklar, doch zum Mond soll er nicht mehr fliegen. Die Nasa stellt die Mission ein – wenn kein privater Interessent übernimmt.

Washington D.C. – Seit mehreren Jahren arbeitet die US-Raumfahrtorganisation Nasa am Rover „VIPER“. Der „Volatiles Investigating Polar Exploration Rover“ sollte ursprünglich im Jahr 2023 zum Mond fliegen und dort am Südpol nach Wasser suchen. Zuletzt war der Start des Rovers auf 2025 verschoben worden – jetzt soll er gar nicht mehr stattfinden. Das teilte die US-Raumfahrtorganisation Nasa am Mittwoch (Ortszeit) mit. Hintergrund sind demnach die Kosten des Rovers, die vor allem auch wegen der Verzögerungen steigen könnten.

Nasa hat bereits 450 Millionen US-Dollar für den Mond-Rover „VIPER“ ausgegeben

„Entscheidungen, wie wir sie heute diskutiert haben, sind extrem schwierig zu treffen“, erklärte Nicola Fox, die stellvertretende Chefin der Nasa-Direktion für wissenschaftliche Missionen, auf einer Pressekonferenz. „Wir treffen sie nicht leichtfertig. Wir haben lange darüber nachgedacht, wie wir am besten vorankommen können“, zitiert die New York Times Fox.

Bisher hat die US-Raumfahrtorganisation 450 Millionen US-Dollar für die Entwicklung des Mond-Rovers ausgegeben. Der ist bereits komplett zusammengebaut, auch die wissenschaftlichen Instrumente sind bereits installiert. Nur die abschließenden Tests wurden noch nicht fertiggestellt. Die Einstellung des Rovers so kurz vor dem Ziel sollen der Nasa 84 Millionen US-Dollar sparen – weil die letzten Tests sowie die Betreuung von „VIPER“ auf dem Mond wegfallen.

Trauriges Ende eines Mond-Rovers: Die „VIPER“-Mission wurde von der Nasa beendet. Findet sich kein Interessent für den Rover, wird er demnächst demontiert.

Geplant ist nun, den Rover wieder auseinanderzubauen, um die Instrumente und Komponenten für künftige Mondmissionen zu nutzen. Bevor die Demontage beginnt, bekommen jedoch „Interessenten aus der US-Industrie und internationale Partner“ die Chance, sich zu melden, wenn sie den Rover verwenden möchten. Wichtigste Bedingung: Für die Nasa dürfen keine weiteren Kosten entstehen.

Die Mondlandung soll stattfinden – aber ohne den Rover „VIPER“

Die Mondlandung, deren Teil der „VIPER“-Rover eigentlich werden sollte, soll weiterhin stattfinden. Schließlich hat die Nasa dafür einen Vertrag mit dem privaten Unternehmen Astrobotic abgeschlossen. Es sollte „VIPER“ mit seinem „Griffin“-Lander auf dem Mond absetzen. Nun soll eine vergleichbar schwere Dummy-Ladung den Rover ersetzen – falls Astrobotic keine Ersatzkunden findet. Auch wenn der Rover nicht mehr ins All fliegt, muss die Nasa 323 Millionen US-Dollar an Astrobotic zahlen, wie die New York Times berichtet.

Und was ist mit der wissenschaftlichen Seite der Mondmission? „VIPER“ sollte auf dem Mond nach Eis und möglichen anderen Ressourcen suchen – und das, bevor erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder Menschen auf dem Erdtrabanten landen. Das ist für die künftige Erforschung wichtig, denn aus Wasser lassen sich unter anderem auch Sauerstoff und Treibstoff vor Ort auf dem Mond herstellen. Nun betont die Nasa, dass es „alternative Methoden“ gebe, um viele der geplanten „VIPER“-Ziele zu erreichen und Eis am Südpol des Mondes zu bestätigen.

Der Mond – Ein Himmelskörper, viele Facetten

Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern.
Kein Himmelskörper verändert sein Aussehen so häufig wie der Mond an unserem Himmel. Mal strahlt er als Vollmond so hell, dass die Nacht erleuchtet wird, mal scheint er nur eine schmale Sichel zu sein, die kaum noch sichtbar ist. Die Faszination Mond in Bildern. © Imago/MiS
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht.
Der Mond bewegt sich recht schnell am Himmel. Im Osten geht er auf und bewegt sich im Laufe der Zeit über den Himmel, bis er im Westen wieder untergeht. © Imago/Alan Dyer
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt.
Diese Aufnahme zeigt den Mond etwa zur Hälfte beleuchtet. Der Mond nimmt zu – in den kommenden Tagen wird er immer voller werden, bis er als heller Vollmond am Himmel strahlt. © Imago/Gottfried Czepluch
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist.
In den Tagen rund um Vollmond kann man bei Mondauf- und -untergang ein eindrucksvolles Phänomen beobachten: die Mondtäuschung. Befindet sich der Mond tief am Horizont und in der Nähe von Objekten, erscheint er deutlich größer, als er tatsächlich ist. © Imago/Riccardo Fabi
Ein anderes Phänomen – der sogenannte Supermond – macht den Vollmond am Himmel tatsächlich etwas größer. Der Vollmond befindet sich dann auf seiner Umlaufbahn etwas näher an der Erde als sonst, was regelmäßige Mond-Beobachter am Himmel erkennen können. Auch das Licht des Mondes erscheint dann heller.
Ein anderes Phänomen – der sogenannte Supermond – macht den Vollmond am Himmel tatsächlich etwas größer. Der Vollmond befindet sich dann auf seiner Umlaufbahn etwas näher an der Erde als sonst, was regelmäßige Mond-Beobachter am Himmel erkennen können. Auch das Licht des Mondes erscheint dann heller. © Imago/Pixsell
Das wohl spannendste Phänomen rund um den Mond ist jedoch die Mondfinsternis. Auf diesem Bild ist die Mondfinsternis aus dem November 2022 zu sehen. Der Mond wandert dabei durch den Schatten der Erde im Weltraum und wird von diesem teilweise verdeckt. Verschwindet der Mond komplett im Schatten, wird er zum sogenannten „Blutmond“ – er strahlt für kurze Zeit rostrot.
Das wohl spannendste Phänomen rund um den Mond ist jedoch die Mondfinsternis. Auf diesem Bild ist die Mondfinsternis aus dem November 2022 zu sehen. Der Mond wandert dabei durch den Schatten der Erde im Weltraum und wird von diesem teilweise verdeckt. Verschwindet der Mond komplett im Schatten, wird er zum sogenannten „Blutmond“ – er strahlt für kurze Zeit rostrot. © Imago/ANE Edition
Auch die schmale Mondsichel ist ein interessanter Anblick. Wer den Mond täglich beobachtet sieht, wie sie langsam wächst, bis sie zum Halb- und dann zum Vollmond wird.
Auch die schmale Mondsichel ist ein interessanter Anblick. Wer den Mond täglich beobachtet sieht, wie sie langsam wächst, bis sie zum Halb- und dann zum Vollmond wird. © imago/Silas Stein
An manchen Tagen kann man neben der schmalen Mondsichel auch den sogenannten „Erdschein“ sehen. Obwohl nur die schmale Sichel vom Licht der Sonne beleuchtet ist, sieht man auch den unbeleuchteten Teil des Mondes ganz schwach. Er wird vom Licht, das die Erde reflektiert, beleuchtet.
An manchen Tagen kann man neben der schmalen Mondsichel auch den sogenannten „Erdschein“ sehen. Obwohl nur die schmale Sichel vom Licht der Sonne beleuchtet ist, sieht man auch den unbeleuchteten Teil des Mondes ganz schwach. Er wird vom Licht, das die Erde reflektiert, beleuchtet. © Imago/Jon G. Fuller
Die abnehmende Mondsichel. In wenigen Tagen wird der Mond vom Himmel komplett verschwunden sein, um kurz darauf wieder als schmale Mondsichel aufzutauchen. Die Mondsichel erscheint dann gespiegelt.
Die abnehmende Mondsichel. In wenigen Tagen wird der Mond vom Himmel komplett verschwunden sein, um kurz darauf wieder als schmale Mondsichel aufzutauchen. Die Mondsichel erscheint dann gespiegelt. © Imago/imagebroker
Auf dem Mond gut zu erkennen sind unter anderem Krater und die Mare, Mondmeere – die großen dunklen Flecken auf der Mondoberfläche.
Auf dem Mond gut zu erkennen sind unter anderem Krater und die Mare, Mondmeere – die großen dunklen Flecken auf der Mondoberfläche. © imago/Deutzmann
Der Mond umkreist die Erde, was man auf diesem Bild namens „Earthrise“ besonders eindrücklich erkennen kann. Aufgenommen wurde es von der Crew der Nasa-Mission „Apollo 8“, die den Mond an Weihnachten 1968 umkreiste.
Der Mond umkreist die Erde, was man auf diesem Bild namens „Earthrise“ besonders eindrücklich erkennen kann. Aufgenommen wurde es von der Crew der Nasa-Mission „Apollo 8“, die den Mond an Weihnachten 1968 umkreiste. © imago/Nasa
Die Mondoberfläche ist staubig, wie die Nasa-Astronauten, die dort in den Jahren 1969 bis 1972 landeten, herausfinden mussten. Ein Teil der Astronauten konnte mit Rovern über die Mondoberfläche fahren.
Die Mondoberfläche ist staubig, wie die Nasa-Astronauten, die dort in den Jahren 1969 bis 1972 landeten, herausfinden mussten. Ein Teil der Astronauten konnte mit Rovern über die Mondoberfläche fahren. © Imago/UIG
Auf dem Mond ist die Schwerkraft geringer als auf der Erde, weshalb die Astronauten dort unter anderem große Sprünge machen konnten. Auf dieser Aufnahme untersucht der Nasa-Astronaut Harrison H. Schmitt im Dezember 1972 einen großen Gesteinsbrocken auf dem Mond.
Auf dem Mond ist die Schwerkraft geringer als auf der Erde, weshalb die Astronauten dort unter anderem große Sprünge machen konnten. Auf dieser Aufnahme untersucht der Nasa-Astronaut Harrison H. Schmitt im Dezember 1972 einen großen Gesteinsbrocken auf dem Mond. © imago
Diese Aufnahme der Nasa-Raumsonde „Orion“ zeigt es noch einmal sehr schön: Der Mond umkreist die Erde. Bei der nächsten Mission einer „Orion“-Kapsel sollen sich Menschen an Bord befinden und den Mond umkreisen. Frühestens 2025 sollen wieder Menschen den Mond betreten, plant die Nasa.
Diese Aufnahme der Nasa-Raumsonde „Orion“ zeigt es noch einmal sehr schön: Der Mond umkreist die Erde. Bei der nächsten Mission einer „Orion“-Kapsel sollen sich Menschen an Bord befinden und den Mond umkreisen. Frühestens 2025 sollen wieder Menschen den Mond betreten, plant die Nasa. © Imago/Cover-Images

Nasa will Menschen zum Mond bringen – doch die „Artemis“-Missionen stocken

Unter anderem verweist die Nasa auf das Experiment „PRIME-1“, das Ende 2024 am Mond-Südpol landen soll. Geplant ist, dass es ebenfalls nach Wassereis sucht. Die weitere Erforschung des Wassers auf dem Mond soll dann offenbar Menschen überlassen werden, die im Rahmen des „Artemis“-Programms zum Mond fliegen.

Doch das Programm steht momentan unter keinem guten Stern: Die eigentlich für November 2024 geplante Mondumrundung mit Crew („Artemis 2“) musste auf das Jahr 2025 verschoben werden, da es Probleme mit der Rakete, dem Raumschiff und den Raumanzügen gibt. Die nächste geplante Mondlandung („Artemis 3“) wurde auf September 2026 verschoben – und das, während auch China daran arbeitet, Menschen bis 2030 zum Mond zu bringen. (tab)

Rubriklistenbild: © Nasa

Kommentare