Nasa beendet Mission von Mond-Rover noch vor dem Start – „VIPER“ sollte nach Wasser suchen
VonTanja Banner
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Der Mond-Rover „VIPER“ ist fast startklar, doch zum Mond soll er nicht mehr fliegen. Die Nasa stellt die Mission ein – wenn kein privater Interessent übernimmt.
Nasa hat bereits 450 Millionen US-Dollar für den Mond-Rover „VIPER“ ausgegeben
„Entscheidungen, wie wir sie heute diskutiert haben, sind extrem schwierig zu treffen“, erklärte Nicola Fox, die stellvertretende Chefin der Nasa-Direktion für wissenschaftliche Missionen, auf einer Pressekonferenz. „Wir treffen sie nicht leichtfertig. Wir haben lange darüber nachgedacht, wie wir am besten vorankommen können“, zitiert die New York Times Fox.
Bisher hat die US-Raumfahrtorganisation 450 Millionen US-Dollar für die Entwicklung des Mond-Rovers ausgegeben. Der ist bereits komplett zusammengebaut, auch die wissenschaftlichen Instrumente sind bereits installiert. Nur die abschließenden Tests wurden noch nicht fertiggestellt. Die Einstellung des Rovers so kurz vor dem Ziel sollen der Nasa 84 Millionen US-Dollar sparen – weil die letzten Tests sowie die Betreuung von „VIPER“ auf dem Mond wegfallen.
Trauriges Ende eines Mond-Rovers: Die „VIPER“-Mission wurde von der Nasa beendet. Findet sich kein Interessent für den Rover, wird er demnächst demontiert.
Geplant ist nun, den Rover wieder auseinanderzubauen, um die Instrumente und Komponenten für künftige Mondmissionen zu nutzen. Bevor die Demontage beginnt, bekommen jedoch „Interessenten aus der US-Industrie und internationale Partner“ die Chance, sich zu melden, wenn sie den Rover verwenden möchten. Wichtigste Bedingung: Für die Nasa dürfen keine weiteren Kosten entstehen.
Die Mondlandung soll stattfinden – aber ohne den Rover „VIPER“
Die Mondlandung, deren Teil der „VIPER“-Rover eigentlich werden sollte, soll weiterhin stattfinden. Schließlich hat die Nasa dafür einen Vertrag mit dem privaten Unternehmen Astrobotic abgeschlossen. Es sollte „VIPER“ mit seinem „Griffin“-Lander auf dem Mond absetzen. Nun soll eine vergleichbar schwere Dummy-Ladung den Rover ersetzen – falls Astrobotic keine Ersatzkunden findet. Auch wenn der Rover nicht mehr ins All fliegt, muss die Nasa 323 Millionen US-Dollar an Astrobotic zahlen, wie die New York Times berichtet.
Und was ist mit der wissenschaftlichen Seite der Mondmission? „VIPER“ sollte auf dem Mond nach Eis und möglichen anderen Ressourcen suchen – und das, bevor erstmals seit mehr als 50 Jahren wieder Menschen auf dem Erdtrabanten landen. Das ist für die künftige Erforschung wichtig, denn aus Wasser lassen sich unter anderem auch Sauerstoff und Treibstoff vor Ort auf dem Mond herstellen. Nun betont die Nasa, dass es „alternative Methoden“ gebe, um viele der geplanten „VIPER“-Ziele zu erreichen und Eis am Südpol des Mondes zu bestätigen.
Nasa will Menschen zum Mond bringen – doch die „Artemis“-Missionen stocken
Unter anderem verweist die Nasa auf das Experiment „PRIME-1“, das Ende 2024 am Mond-Südpol landen soll. Geplant ist, dass es ebenfalls nach Wassereis sucht. Die weitere Erforschung des Wassers auf dem Mond soll dann offenbar Menschen überlassen werden, die im Rahmen des „Artemis“-Programms zum Mond fliegen.