Vierter Testflug

Termin für nächsten „Starship“-Testflug steht fest – Wann die größte Rakete der Welt wieder abhebt

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Das „Starship“ von SpaceX, wenige Tage vor dem dritten Testflug auf dem SpaceX-Gelände „Starbase“ im Süden von Texas. (Archivbild)
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Zum vierten Mal soll die größte Rakete der Welt bald abheben – dann soll der Fokus auf dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre und der Wasserung liegen.

Boca Chica – Drei Mal ist die derzeit größte Rakete der Welt, das „Starship“ von SpaceX, bereits gestartet. Bald steht der vierte Testflug der 121 Meter großen Rakete an. Wie das private Raumfahrtunternehmen SpaceX auf seiner Website mitteilt, könnte es bereits am 6. Juni so weit sein. Derzeit hängt es – wie bisher jedes Mal – an der noch fehlenden Lizenz der Flugaufsichtsbehörde FAA. Sollte die rechtzeitig eingehen, soll sich das Startfenster am 6. Juni um 14 Uhr (MESZ) öffnen.

„Starship“ von SpaceX – so ist die größte Rakete der Welt aufgebaut

Das „Starship“ von SpaceX ist mit 121 Metern Höhe die größte Rakete der Welt. Zum Vergleich: die Mondrakete „Saturn V“ war 110 Meter hoch, das „Space Launch System“ der Nasa ist 98 Meter hoch.
Das „Starship“ von SpaceX ist mit 121 Metern Höhe die größte Rakete der Welt. Zum Vergleich: die Mondrakete „Saturn V“ war 110 Meter hoch, das „Space Launch System“ der Nasa ist 98 Meter hoch. © IMAGO/SPACEX
Das „Starship“ besteht aus zwei Teilen, die zusammen den Namen „Starship“ tragen. So heißt jedoch auch die obere, zweite Stufe der Rakete. Es ist das Raumschiff, in dem später Menschen Platz nehmen sollen, um zum Mond oder Mars zu fliegen.
Das „Starship“ besteht aus zwei Teilen, die zusammen den Namen „Starship“ tragen. So heißt jedoch auch die obere, zweite Stufe der Rakete. Es ist das Raumschiff, in dem später Menschen Platz nehmen sollen, um zum Mond oder Mars zu fliegen. © IMAGO/SPACEX
Die untere, erste Stufe des „Starships“ ist der Raketenbooster, genannt „Super Heavy“. Der Booster ist mit 33 Raptor-Triebwerken ausgerüstet, die beim Start alle gezündet werden und die Rakete starten lassen. Die erste Raketenstufe soll nach ihrer Abtrennung zur Erde zurückfliegen und wiederverwendet werden können.
Die untere, erste Stufe des „Starships“ ist der Raketenbooster, genannt „Super Heavy“. Der Booster ist mit 33 Raptor-Triebwerken ausgerüstet, die beim Start alle gezündet werden und die Rakete starten lassen. Die erste Raketenstufe soll nach ihrer Abtrennung zur Erde zurückfliegen und wiederverwendet werden können. © IMAGO/SPACEX
Nach dem ersten Startversuch wurde der Startplatz des „Starships“ stark beschädigt und musste repariert werden. Das „Starship“ startet von Boca Chica ganz im Süden des US-Bundesstaats Texas. Dort will SpaceX eine ganze Stadt aus dem Boden stampfen – genannt „Starbase“.
Nach dem ersten Startversuch wurde der Startplatz des „Starships“ stark beschädigt und musste repariert werden. Das „Starship“ startet von Boca Chica ganz im Süden des US-Bundesstaats Texas. Dort will SpaceX eine ganze Stadt aus dem Boden stampfen – genannt „Starbase“. © IMAGO/Reginald Mathalone
In der zweiten Stufe des „Starship“, dem Raumschiff, sollen in Zukunft zahlreiche Menschen Platz finden und zu fernen Himmelskörpern reisen können. Die Vision von Elon Musk ist es, mithilfe des „Starships“ den Planeten Mars zu kolonisieren.
In der zweiten Stufe des „Starship“, dem Raumschiff, sollen in Zukunft zahlreiche Menschen Platz finden und zu fernen Himmelskörpern reisen können. Die Vision von Elon Musk ist es, mithilfe des „Starships“ den Planeten Mars zu kolonisieren. © IMAGO/Reginald Mathalone
Er ist der Erfinder des „Starship“: Elon Musk. Der Milliardär hat vor mehr als 20 Jahren SpaceX gegründet – immer mit dem Ziel, eines Tages den Mars zu kolonisieren. Weil er schnell feststellte, dass dafür Raketenstarts billiger werden müssten, entstand die Idee, wiederverwendbare Raketen zu bauen. Damit verdient SpaceX mittlerweile Geld – und baut nun das „Starship“.
Er ist der Erfinder des „Starship“: Elon Musk. Der Milliardär hat vor mehr als 20 Jahren SpaceX gegründet – immer mit dem Ziel, eines Tages den Mars zu kolonisieren. Weil er schnell feststellte, dass dafür Raketenstarts billiger werden müssten, entstand die Idee, wiederverwendbare Raketen zu bauen. Damit verdient SpaceX mittlerweile Geld – und baut nun das „Starship“. © IMAGO/SPACEX
Das „Starship“ wartet am Strand von Boca Chica auf seinen ersten Startversuch. Im April 2023 fand dieser statt und scheiterte bereits nach wenigen Minuten.
Das „Starship“ wartet am Strand von Boca Chica auf seinen ersten Startversuch. Im April 2023 fand dieser statt und scheiterte bereits nach wenigen Minuten. © IMAGO/ABACA
Die riesige Rakete hob von ihrem Startplatz in Texas ab. Dabei wurde das Launchpad beschädigt. Für den zweiten Startversuch wurde es repariert und aufgerüstet, um für die Naturgewalt des Raketenstarts besser gewappnet zu sein.
Die riesige Rakete hob von ihrem Startplatz in Texas ab. Dabei wurde das Launchpad beschädigt. Für den zweiten Startversuch wurde es repariert und aufgerüstet, um für die Naturgewalt des Raketenstarts besser gewappnet zu sein. © IMAGO/Liu Jie
Kurz nach dem ersten Startversuch des „Starship“ konnte man sehen, dass nicht alle 33 Raptor-Triebwerke der ersten Raketenstufe gezündet hatten.
Kurz nach dem ersten Startversuch des „Starship“ konnte man sehen, dass nicht alle 33 Raptor-Triebwerke der ersten Raketenstufe gezündet hatten. © IMAGO/SPACEX
Das Ende des ersten Startversuchs: Das „Starship“ wurde gesprengt, da es außer Kontrolle geraten war. Beim zweiten Versuch will SpaceX es besser machen. Ob das gelingt, wird sich zeigen.
Das Ende des ersten Startversuchs: Das „Starship“ wurde gesprengt, da es außer Kontrolle geraten war. Beim zweiten Versuch will SpaceX es besser machen. Ob das gelingt, wird sich zeigen. © IMAGO/Liu Jie

Während beim dritten Testflug Mitte März unter anderem erstmals die Frachttür des „Starships“ im Flug geöffnet und wieder geschlossen wurde und das Raumschiff erstmals den Erdorbit erreichte, soll es beim vierten Test vor allem um die Landung gehen. Das „Starship“ und seine erste Raketenstufe („Super Heavy“) sind beim vorherigen Test beide vor der Landung zerbrochen – dieses Mal liegt der Fokus auf dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre und der Wasserung.

„Starship“ und „Super Heavy“ sollen beim vierten Testflug wassern

„Beim vierten Flugtest liegt der Schwerpunkt nicht mehr auf dem Erreichen der Umlaufbahn, sondern auf dem Nachweis der Fähigkeit zur Rückkehr und Wiederverwendung von ‚Starship‘ und ‚Super Heavy‘“, heißt es bei SpaceX. „Die Hauptziele sind die Durchführung eines Landeanflugs und einer sanften Wasserung im Golf von Mexiko mit dem ‚Super Heavy‘-Booster sowie ein kontrollierter Eintritt von ‚Starship‘.“ Dazu habe man mehrere Software- und Hardware-Upgrades durchgeführt.

Für den vierten Testflug des „Starship“ ist eine ähnliche Flugbahn geplant wie im März. Das Raumschiff soll am Ende seines Flugs im Indischen Ozean wassern. „Der vierte Flug des ‚Starship‘ soll uns näher an die schnell wiederverwendbare Zukunft am Horizont bringen“, wird bei SpaceX betont. Dazu setze man dei Flughardware „in einer Flugumgebung ein“, denn nur so könne man so schnell wie möglich lernen.

„Starship“ von SpaceX könnte erneut die Raumfahrt revolutionieren

Wie bei den vorherigen Flügen des „Starship“ wird auch dieses Mal wieder die gesamte Raumfahrt-Branche in den Süden von Texas blicken. Das hat zwei Gründe: Zum einen soll das „Starship“ für die Nasa als Mondlandefähre zum Einsatz kommen – und zwar bereits im Jahr 2026. Und zum anderen strebt SpaceX die Wiederverwendbarkeit von Raumschiff und Rakete an – etwas, das das Unternehmen zuerst für die Trägerrakete „Falcon 9“ entwickelt hatte. Die Wiederverwendbarkeit sorgte für eine Revolution in der Raumfahrt. Und die günstigen Preise brachten das Unternehmen auf Erfolgskurs. (tab)

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