Bewerbungstipps

Überqualifiziert für die Stelle? Wie Sie den Job trotzdem bekommen

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Sie wollen den Job unbedingt, sind aber eigentlich überqualifiziert für die Stelle? Dann sollten Sie bei der Bewerbung ein paar Dinge beachten.

Sie bringen jede Menge Fachwissen und Berufserfahrung mit, haben möglicherweise auch schon eine höhere Position bekleidet und wollen sich nun auf einen Job bewerben, der deutlich unter diesen Anforderungen liegt? Dabei sind Sie vielleicht sogar bereit, ein geringeres Gehalt in Kauf zu nehmen? Das weckt bei Unternehmen oft Skepsis. Überqualifizierung kann sogar der ausschlaggebende Grund für eine Absage sein, schreibt das Portal ArbeitsABC. Mit ein paar Tricks können Sie Ihre Chancen auf eine Zusage jedoch steigern.

Überqualifiziert im Job? Das kann eine bewusste Entscheidung sein

Laut Daten der Bundesagentur für Arbeit haben im Jahr 2019 rund vier Millionen Beschäftigte einen Job ausgeübt, für den sie überqualifiziert waren. Während manche Menschen unfreiwillig in einer Position landen, die unter ihrem Ausbildungsniveau liegt, entscheiden sich manche bewusst dafür. Das kann vielfältige Ursachen haben. Das Stepstone Magazin zählt folgende Gründe auf:

Wer für die Stelle, auf die er sich bewirbt, überqualifiziert ist, sollte offen und ehrlich darüber sprechen.
  • Einstieg ins Traum-Unternehmen: Wenn man nicht direkt in die gewünschte Position einstiegen kann, sollte man darüber nachdenken, eine Stelle anzuvisieren, für die man überqualifiziert ist. Von da aus kann man sich zur eigentlich angestrebten Position hocharbeiten – und hat bereits einen Fuß in der Tür des Traum-Unternehmens.
  • Arbeitslosigkeit: Als Weg aus der Arbeitslosigkeit bietet es sich manchmal an, übergangsweise eine Stelle anzunehmen, für die man unterqualifiziert ist. In der Regel ist es einfacher, eine passendere Stelle zu finden, wenn man wieder im Arbeitsleben ist.
  • Kürzer treten: Eine Stelle, für die man überqualifiziert ist, bietet möglicherweise mehr Freiheiten. Das kann vor allem dann wichtig werden, wenn sich Prioritäten im Leben (zum Beispiel bei Gründung einer Familie) verändern.
  • Zurück aus der Führungsposition: Wer nicht länger dem Stress der Führungsrolle ausgesetzt sein möchte, kann sich auf Stellen bewerben, die zwar den persönlichen Stärken entsprechen, aber mit weniger Verantwortung verbunden sind.
  • Branchenwechsel: Menschen, die einen radikalen Branchenwechsel oder einen Quereinstieg anstreben, sind oft gezwungen, Jobs anzunehmen, für die sie nach ihrem Ausbildungsniveau überqualifiziert sind. Der Grund liegt auf der Hand: Im neuen Berufsfeld fehlen die Erfahrungen.

Manchmal kann es sich aber auch schlicht um den Traum-Job handeln, auf den Sie sich – trotz Überqualifikation – bewerben. Gegenüber solchen Job-Kandidaten haben Personaler jedoch oft Vorbehalte: Sie könnten zu teuer sein, eine Bedrohung für die Führungskraft darstellen oder sich dauerhaft langweilen – was dazu führt, dass sie schnell wieder kündigen oder möglicherweise ein Boreout-Syndrom entwickeln. Um die jeweiligen Vorurteile zu entkräften, kommt es entscheidend darauf an, die richtigen Bewerbungstipps umzusetzen,

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„Es gilt, unbedingt bei der Wahrheit zu bleiben und die Überqualifikation offensiv anzusprechen“, sagt Karriereberaterin Emine Yilmaz im Gespräch mit der Welt. Bereits im Anschreiben können Bewerber in wenigen Worten ihre Beweggründe zusammenfassen – egal ob diese fachlicher oder privater Natur sind. Man solle sich laut Yilmaz jedoch auf das Wesentlich beschränken, ohne zu sehr ins Detail zu gehen.

Fokus auf Beweggründe und Motivation

Wichtig ist vor allem die persönliche Motivation, betont das Stepstone Magazin. Erklären Sie, was genau Sie an der Stelle reizt und weshalb genau Sie diese Position bekleiden sollten. Außerdem sollte der Arbeitgeber den Eindruck haben, dass Sie den Job dauerhaft ausführen wollen, nicht nur als Übergangslösung. Deshalb sollten Sie ausführlich darauf eingehen, weshalb Ihnen das Unternehmen zusagt und Sie sich eine berufliche Zukunft dort vorstellen können.

Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren

Sind Sie in Sachen Styling unsicher, was beim Bewerbungsgespräch angebracht ist? Wichtig ist natürlich, dass Bewerber ordentlich und gepflegt wirken.
Sind Sie in Sachen Styling unsicher, was für das Bewerbungsgespräch angebracht ist? Wichtig ist, dass Bewerber ordentlich und gepflegt wirken. Bleiben Sie zudem authentisch. Was allzu übertrieben wirkt, sollten Sie im Zweifel besser vermeiden. © IMAGO / Westend61
Also lieber noch einmal duschen, Haare waschen und ein Deo benutzen, bevor Sie sich auf den Weg machen.
Vor dem Bewerbungsgespräch sollten Sie zudem genügend Zeit für die Körperpflege einplanen. Also lieber noch einmal duschen, Haare waschen und ein Deo benutzen, bevor Sie sich auf den Weg machen.  © IMAGO / YAY Images
Sie bewerben sich für einen Job in der Bank, erscheinen aber in Jeans und T-Shirt? Zu lässige Kleidung könnte Sie bei so manchem Personalchef disqualifizieren. Kleiden Sie sich also lieber etwas zu schick als zu bequem – damit macht man nichts falsch.
Sie bewerben sich für einen Job in der Bank, erscheinen aber in Jeans und T-Shirt? Zu lässige Kleidung könnte Sie bei so manchem Personalchef disqualifizieren. Kleiden Sie sich also lieber etwas zu schick als zu bequem – damit macht man nichts falsch. © IMAGO / Westend61
Wer mit einem Coffee-to-go in der Hand beim Vorstellungsgespräch erscheint, könnte bei Recruitern durchaus für Stirnrunzeln sorgen.
Wer mit einem Coffee-to-go in der Hand zum Vorstellungsgespräch erscheint, könnte bei Recruitern durchaus für Stirnrunzeln sorgen. Wenn Ihnen zur Begrüßung hingegen jemand ein Mineralwasser oder einen Kaffee anbietet, dürfen Sie das gerne annehmen. Vergessen Sie dabei niemals, sich höflich zu bedanken.  © IMAGO / Westend61
Gegen einen kleinen Snack vor dem Job-Interview ist nichts einzuwenden – aber bitte lassen Sie Ihr Essen in der Tasche verschwinden, bevor es ernst wird. Personaler könnten es ziemlich unhöflich finden, wenn das belegte Brötchen daraus hervorschaut.
Gegen einen kleinen Snack vor dem Job-Interview ist nichts einzuwenden – aber bitte lassen Sie Ihr Essen in der Tasche verschwinden, bevor es ernst wird. Personaler könnten es ziemlich unhöflich finden, wenn das belegte Brötchen daraus hervorschaut. © IMAGO / Westend61
Oft ist der erste persönliche Eindruck entscheidend. Sie sollten beim ersten Kennenlernen nicht zu sehr vorpreschen, aber trotzdem höflich und freundlich sein.
Oft ist der erste persönliche Eindruck entscheidend. Sie sollten beim ersten Kennenlernen nicht zu sehr vorpreschen, aber trotzdem höflich und freundlich sein. Schließlich geht es darum, dass die künftigen Kollegen Sie besser kennenlernen. Und auch Sie sollten sich natürlich einen Eindruck verschaffen können, ob die neue Stelle zu Ihnen passt. © IMAGO / Westend61
Fallen Sie Ihrem Gegenüber besser nicht ins Wort: Für 39 Prozent der Recruiter ist das ein absolutes No-Go und disqualifiziert Sie auf der Stelle.
Fallen Sie Ihrem Gegenüber besser nicht ins Wort: Für viele Recruiter ist das ein No-Go und disqualifiziert Sie auf der Stelle.  © IMAGO / YAY Images
Wer zu spät kommt, „den betraft das Leben“ - oder der Personalchef. Denn wer beim Vorstellungsgespräch zu spät erscheint, disqualifiziert sich bei vielen Personalern. Planen Sie sich also genügend Puffer für die Anfahrt ein.
Wer zu spät kommt, „den betraft das Leben“ - oder der Personalchef. Denn wer beim Vorstellungsgespräch zu spät erscheint, disqualifiziert sich bei vielen Personalern. Planen Sie sich also genügend Puffer für die Anfahrt ein. Sollten Sie trotzdem verspätet sein, brauchen Sie dafür eine sehr plausible Erklärung.  © IMAGO / Westend61
Vorsicht bei unbekannten Anrufen: Betrüger geben sich in Frankfurt wieder als Polizisten aus.
Finger weg vom Handy – das gilt nicht nur beim Familienessen, sondern auch fürs Vorstellungsgespräch. Wenn Sie im Gespräch Ihr Telefon zücken, könnte das durchaus unangenehm auffallen.  © IMAGO / Westend61
Das größte No-Go für Personalchefs ist aber unhöfliches Verhalten gegenüber Mitarbeitern. Wer die Empfangsdame anzickt oder andere Mitarbeiter herumkommandiert, dürfte bei vielen Personalern von der Bewerberliste gestrichen werden.
Das größte No-Go für Personalchefs ist aber unhöfliches Verhalten gegenüber Mitarbeitern. Wer die Empfangsdame anzickt oder andere Mitarbeiter herumkommandiert, dürfte bei vielen Personalern von der Bewerberliste gestrichen werden.  © IMAGO / YAY Images

Ein heikler Punkt ist das Gehalt. Wenn bei der Bewerbung bereits nach Ihren Vorstellungen gefragt wird, können Sie sich mit ein wenig Recherche an den üblichen Gehältern der Branche und der ausgeschriebenen Position orientieren. Damit riskieren Sie keine zu hohen Forderungen, die die Personaler beim Durchsehen der Unterlagen abschrecken könnten. Wurde nicht nach Ihrer Gehaltsvorstellung gefragt, können Sie die Information trotzdem in der Bewerbung erwähnen, um Ihre Chancen auf ein Gespräch zu steigern, rät das Stepstone Magazin.

Wenn es zum Vorstellungsgespräch kommt, sollte man seine Beweggründe für die Bewerbung verinnerlicht haben, betont Karriereexpertin Emine Yilmaz im Gespräch mit der Welt. Ein Job-Kandidat, der Prioritäten setzen und die bewusste Entscheidung für eine Position und einen Arbeitgeber fernab des Statusgedankens treffen kann, habe gute Argumente für seine Einstellung auf Lager.

Rubriklistenbild: © Westend 61/Imago

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