VonLaura Hindelangschließen
Sie wollen den Job unbedingt, sind aber eigentlich überqualifiziert für die Stelle? Dann sollten Sie bei der Bewerbung ein paar Dinge beachten.
Sie bringen jede Menge Fachwissen und Berufserfahrung mit, haben möglicherweise auch schon eine höhere Position bekleidet und wollen sich nun auf einen Job bewerben, der deutlich unter diesen Anforderungen liegt? Dabei sind Sie vielleicht sogar bereit, ein geringeres Gehalt in Kauf zu nehmen? Das weckt bei Unternehmen oft Skepsis. Überqualifizierung kann sogar der ausschlaggebende Grund für eine Absage sein, schreibt das Portal ArbeitsABC. Mit ein paar Tricks können Sie Ihre Chancen auf eine Zusage jedoch steigern.
Überqualifiziert im Job? Das kann eine bewusste Entscheidung sein
Laut Daten der Bundesagentur für Arbeit haben im Jahr 2019 rund vier Millionen Beschäftigte einen Job ausgeübt, für den sie überqualifiziert waren. Während manche Menschen unfreiwillig in einer Position landen, die unter ihrem Ausbildungsniveau liegt, entscheiden sich manche bewusst dafür. Das kann vielfältige Ursachen haben. Das Stepstone Magazin zählt folgende Gründe auf:
- Einstieg ins Traum-Unternehmen: Wenn man nicht direkt in die gewünschte Position einstiegen kann, sollte man darüber nachdenken, eine Stelle anzuvisieren, für die man überqualifiziert ist. Von da aus kann man sich zur eigentlich angestrebten Position hocharbeiten – und hat bereits einen Fuß in der Tür des Traum-Unternehmens.
- Arbeitslosigkeit: Als Weg aus der Arbeitslosigkeit bietet es sich manchmal an, übergangsweise eine Stelle anzunehmen, für die man unterqualifiziert ist. In der Regel ist es einfacher, eine passendere Stelle zu finden, wenn man wieder im Arbeitsleben ist.
- Kürzer treten: Eine Stelle, für die man überqualifiziert ist, bietet möglicherweise mehr Freiheiten. Das kann vor allem dann wichtig werden, wenn sich Prioritäten im Leben (zum Beispiel bei Gründung einer Familie) verändern.
- Zurück aus der Führungsposition: Wer nicht länger dem Stress der Führungsrolle ausgesetzt sein möchte, kann sich auf Stellen bewerben, die zwar den persönlichen Stärken entsprechen, aber mit weniger Verantwortung verbunden sind.
- Branchenwechsel: Menschen, die einen radikalen Branchenwechsel oder einen Quereinstieg anstreben, sind oft gezwungen, Jobs anzunehmen, für die sie nach ihrem Ausbildungsniveau überqualifiziert sind. Der Grund liegt auf der Hand: Im neuen Berufsfeld fehlen die Erfahrungen.
Manchmal kann es sich aber auch schlicht um den Traum-Job handeln, auf den Sie sich – trotz Überqualifikation – bewerben. Gegenüber solchen Job-Kandidaten haben Personaler jedoch oft Vorbehalte: Sie könnten zu teuer sein, eine Bedrohung für die Führungskraft darstellen oder sich dauerhaft langweilen – was dazu führt, dass sie schnell wieder kündigen oder möglicherweise ein Boreout-Syndrom entwickeln. Um die jeweiligen Vorurteile zu entkräften, kommt es entscheidend darauf an, die richtigen Bewerbungstipps umzusetzen,
„Es gilt, unbedingt bei der Wahrheit zu bleiben und die Überqualifikation offensiv anzusprechen“, sagt Karriereberaterin Emine Yilmaz im Gespräch mit der Welt. Bereits im Anschreiben können Bewerber in wenigen Worten ihre Beweggründe zusammenfassen – egal ob diese fachlicher oder privater Natur sind. Man solle sich laut Yilmaz jedoch auf das Wesentlich beschränken, ohne zu sehr ins Detail zu gehen.
Fokus auf Beweggründe und Motivation
Wichtig ist vor allem die persönliche Motivation, betont das Stepstone Magazin. Erklären Sie, was genau Sie an der Stelle reizt und weshalb genau Sie diese Position bekleiden sollten. Außerdem sollte der Arbeitgeber den Eindruck haben, dass Sie den Job dauerhaft ausführen wollen, nicht nur als Übergangslösung. Deshalb sollten Sie ausführlich darauf eingehen, weshalb Ihnen das Unternehmen zusagt und Sie sich eine berufliche Zukunft dort vorstellen können.
Zehn Dinge, die Sie im Bewerbungsgespräch sofort disqualifizieren




Ein heikler Punkt ist das Gehalt. Wenn bei der Bewerbung bereits nach Ihren Vorstellungen gefragt wird, können Sie sich mit ein wenig Recherche an den üblichen Gehältern der Branche und der ausgeschriebenen Position orientieren. Damit riskieren Sie keine zu hohen Forderungen, die die Personaler beim Durchsehen der Unterlagen abschrecken könnten. Wurde nicht nach Ihrer Gehaltsvorstellung gefragt, können Sie die Information trotzdem in der Bewerbung erwähnen, um Ihre Chancen auf ein Gespräch zu steigern, rät das Stepstone Magazin.
Wenn es zum Vorstellungsgespräch kommt, sollte man seine Beweggründe für die Bewerbung verinnerlicht haben, betont Karriereexpertin Emine Yilmaz im Gespräch mit der Welt. Ein Job-Kandidat, der Prioritäten setzen und die bewusste Entscheidung für eine Position und einen Arbeitgeber fernab des Statusgedankens treffen kann, habe gute Argumente für seine Einstellung auf Lager.
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