VonJürgen Steckschließen
Im Vorfeld der Klinikentscheidung an diesem Dienstag meldet sich der Aalener Förderverein Kinderklinik zu Wort und sieht viele offene Fragen.
Aalen. Im Kreistag steht an diesem Dienstag die Entscheidung an, wie es weiter geht mit dem Zukunftskonzept der Kliniken im Ostalbkreis. Um 15 Uhr startet die Sitzung im Landratsamt. Vieles spricht dafür, dass der Kreistag sich für eine Neubau-Lösung bei Essingen entscheidet – und nicht für die in Aalen gewünschte Kombi-Lösung als Weiterentwicklung des Ostalb-Klinikums. Vor der Entscheidung appelliert der Förderverein der Kinderklinik Aalen an die Kreisrätinnen und Kreisräte.
Wie der Förderverein argumentiert
Aalen sei die Stadt mit der höchsten Einwohnerzahl und am zentralsten gelegen. Und für die Einwohner aus dem nordöstlicheren Ostalbkreis sei der Klinikstandort Essingen „noch weiter entfernt als Aalen“, heißt es in einem Schreiben, das Claudia Köditz-Habermann, Monika Toth und Michael Schulz gemeinsam verfasst haben. Das nordöstliche Kreisgebiet werde künftig schlechter versorgt, so deren Sorge. Aus Umweltschutzaspekten verbiete es sich, die „grüne Wiese“ mit einem Klinikneubau „zu zerstören“, wo doch in Aalen „auf dem bereits vorhandenen Klinikstandort nachhaltig“ gebaut werden könne. Die Politik verlange verstärkt von Bürgern, die Umwelt zu schützen. Hier aber würden aber bei einem Neubau „riesige Flächen“ versiegelt.
Luftversorgung nicht außer Acht lassen
Im Zuge der klimaresilienten Versorgung der Patienten sollte auch die Luftversorgung nicht außer Acht gelassen werden, verlangt der Förderverein. Und er fragt sich, warum im Verlauf der Debatte die Zahl der Betten im Regionalversorger von 900 auf 600 reduziert wurde – „ohne entsprechende Information an alle Beteiligten“.
Auch die neuen Zahlen seien nach Angaben des Fördervereins „schwer nachvollziehbar“. Dass die Kombi-Lösung Aalen teurer werden soll als der Neubau, das hält man beim Förderverein für „nicht nachvollziehbar und einfach nicht transparent“. Vielmehr vermutet man im Verein, man wolle der Kombi-Lösung „keine Chance geben“ und sie sei von vornherein nicht gewollt gewesen. „Wieder ein Beispiel, wo Politik enttäuscht“, heißt es in dem Schreiben.
Während der Bauzeit
Unklar sei auch, was in den zehn Jahren Bauzeit geschehe. Es müssten zwischenzeitlich weitere Millionen in die bestehenden Kliniken investiert werden. Der Förderverein appelliert an die Kreisrätinnen und Kreisräte, die Entscheidung für den Regionalversorger zurückzustellen, zu vertagen und die Bevölkerung per Volksentscheid zu befragen.
