VonJürgen Steckschließen
Michael Längeschließen
Die Entscheidung, wo das zentrale Klinikum im Ostalbkreis gebaut wird, fällt am 5. März. Gmünder Tagespost und Schwäbische Post haben dazu nicht nur eine Meinung.
Aalen. Die Spatzen pfeifen es schon von den Dächern: Das Gutachten, mit dem der Landkreis eine der wichtigsten Entscheidungen im Ostalbkreis flankieren möchte, kommt zu einem klaren Schluss. Essingen ist der Favorit in der Frage, wo es im Ostalbkreis in der Zukunft ein großes, zentrales Klinikum geben soll – den Regionalversorger. Dieser ist Teil des Konzeptes, das die Zukunftsfähigkeit der Gesundheitsversorgung im Ostalbkreis garantieren soll.
Gemeinsamer Beschluss: kein "Weiter so"
Denn ein „Weiter so“ mit drei mittelgroßen Kliniken, das geht nicht mehr. Zumindest sieht das die große Mehrheit im Kreistag so, wo dessen Mitglieder im Juli 2023 beschlossen haben, das Regionalversorgermodell umzusetzen. Dieses besteht aus besagtem zentralen Regionalversorger mit klinischen Grundversorger-Krankenhäusern in Mutlangen und Ellwangen und einem, im Vergleich zu den Grundversorgern, deutlich schlankeren Gesundheitszentrum in Bopfingen.
Vorbehalte gegen Ostalbklinikum
Wo soll dieser Regionalversorger gebaut werden? In Essingen oder vielleicht auch Mögglingen als Neubau? Oder kann man das Ostalbklinikum in Aalen weiterentwickeln? Darüber wurde und wird im gesamten Ostalbkreis derzeit heftig gerungen. Insbesondere im Raum Schwäbisch Gmünd gibt es große Vorbehalte gegen den Vorschlag Ostalbklinikum, für den sich wiederum viele im Aalener Raum starkmachen.
Kreistag hat Kriterien festgelegt
Um die Auswahl zu erleichtern, hat der Verwaltungsrat Kliniken im September 2023 mehrheitlich Kriterien festgelegt für die Entscheidung. Kriterien sind die Grundstücksgröße und der Zuschnitt, planungsrechtliche Eckdaten – etwa, ob es schon Bebauungspläne gibt. Oder ob etwas die Bebaubarkeit einschränkt. Die Beschaffenheit des Grundstückes spielt eine Rolle und das Umfeld. Gewichtung findet auch die Frage, ob mit Patientenwanderungen zu rechnen ist und die Anbindung ans öffentliche Verkehrsnetz. Natürlich ist der Preis für das Grundstück ein Kriterium.
Endera-Gutachten zur Standortdebatte
Zudem hat die Verwaltung ein Gutachterbüro beauftragt, die Endera-Gruppe. Dabei spielten dem Auftrag nach medizinstrategische, organisatorische und bauliche Aspekte eine Rolle. Stark gewichtet werden wirtschaftliche Themen. Das Thema Nachhaltigkeit wird auch angesprochen. Endera hat mittlerweile geliefert, die Ergebnisse wurden am Montag nicht-öffentlich vorgestellt. Wie man hört, gab es dabei einen klaren Favoriten von Endera: der Standort Essingen.
Der Verwaltungsrat Kliniken wird sich am Montag, 26. Februar, öffentlich mit dem Gutachten befassen und eine Empfehlung für die Kreistagssitzung am 5. März aussprechen.
Meinungen
Tagespost-Redaktionsleiter Michael Länge befürwortet in der Klinikdebatte das vom Ostalbkreis in Auftrag gegebene Standort-Gutachten.
SchwäPo-Redaktionsleiter Jürgen Steck hingegen findet, dass eine Weiterentwicklung des Ostalbklinikums in Aalen gut wäre für die Bürgerinnen und Bürger im Ostalbkreis.

