Badischer Riese

Dieses Tier aus Baden-Württemberg ist weltweit einzigartig

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Ein Tier aus Baden-Württemberg hat es zu Berühmtheit weit über die Landesgrenzen hinaus gebracht. Die weltweit einzigartige Art besticht durch ihre Größe.

Schwarzwald - Schon Aristoteles bezeichnete Regenwürmer bewundernd als „Eingeweide der Erde“. Schließlich durchmischen und belüften die Wühler den Boden, erhöhen die Wasserhaltefähigkeit der Erde, wandeln Abfälle in reichhaltigen Humus um und tragen zum Schadstoffabbau bei. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zu einem gesunden Bodenklima und lassen Vorgärten genauso gedeihen wie Felder und Wälder. Doch bei all der Begeisterung seitens Hobbygärtnern, Biologen und griechischen Philosophen stoßen die Tiere bei ihrem Anblick meist auf wenig Gegenliebe. Für das menschliche Auge stellt der Regenwurm einfach keine allzu schöne Erscheinung dar.

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Rekord im Schwarzwald – Europas größter Lumbricus lebt in Baden-Württemberg

Ein ganz besonderes Exemplar wühlt sich in Baden-Württemberg durch das Erdreich und dürfte dem ein oder anderen Wanderer bereits einen gehörigen Schrecken eingejagt haben: der Badische Riesenregenwurm. Er ist mit einer Länge von bis zu 60 Zentimetern ein wahres Ungetüm und sucht europaweit seinesgleichen. Bei ihm handelt es sich um den größten Lumbricus des Kontinents, einer Gattung der Regenwürmer, die mehr als 700 Arten umfasst und den Großteil der heimischen Vertreter ausmacht.

Der Lumbricus badensis ist das größte Tier seiner Art und kommt nur im Südschwarzwald vor.

In den meisten Teilen Baden-Württembergs können Outdoor-Fans aber beruhigt sein: Der Lumbricus badensis, so der lateinische Name, kommt nur in der Region zwischen Feldberg, Belchen und Wiesental im südlichen Schwarzwald vor. Somit ist der Wurm ein Endemit, also eine Art, die weltweit lediglich in einem einzigen eng umgrenzten Gebiet vorkommt. In der Region des Südschwarzwaldes gibt es noch zwei weitere Tierarten, die nirgendwo sonst zu finden sind.

Badischer Riesenregenwurm wühlt in bis zu 2,5 Metern Tiefe

1906 wurde der Badische Riesenregenwurm vom deutschen Zoologen Johann Wilhelm Michaelsen erstmals wissenschaftlich beschrieben. In den relativ sauren Böden der Fichtenwälder des Gebiets fehlen weiter verbreitete Arten wie der Gemeine Regenwurm, daher konnte sich hier der Lumbricus badensis verbreiten.

Er wird bis zu 20 Jahre alt und bleibt über seine ganze Lebenszeit hinweg seiner Wohnröhre treu. Diese treibt er bis zu 2,5 Meter tief in den Boden und macht sie mit den eigenen Exkrementen wohnlich. Dazu tapeziert der Wurm die Röhre mit verdautem organischem Material aus und verhindert so das Nachrutschen von Erde. Durch die große Tiefe der Behausung übersteht das Tier auch besonders kalte Winter, ohne dem Frost zum Opfer zu fallen.

Die 8 gefährlichsten Tiere in Baden-Württemberg

Zecke
Die Zecke ist Experten zufolge das gefährlichste Tier Deutschlands. Der Blutsauger verursacht hierzulande so viele Krankheitsfälle wie kein anderes Tier. Er lebt auch im Südwesten. © Daniel Reinhardt/dpa/Archivbild
Eine Kreuzotter
Das Gift der Kreuzotter ist dreimal so giftig wie das der Klapperschlange. Ein Biss ist aufgrund ihres seltenen Vorkommens in Baden-Württemberg zwar unwahrscheinlich, kann jedoch schwere Symptome auslösen. © Sammer dpa
Wildscheine
Wildschweine sind eigentlich friedliche Tiere. Wenn sie sich bedroht fühlen, können sie allerdings zu einer ernsthaften Gefahr für Menschen werden - etwa, wenn eine Wildschweinmutter ihre Jungen beschützt. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
Sieht putzig aus, kann aber sehr gefährlich werden: eine Spitzmaus, Überträgerin des meist tödlichen Borna-Virus.
Sieht putzig aus, kann aber sehr gefährlich werden: Die Spitzmaus überträgt das meist tödliche Borna-Virus. © Frank Rumpenhorst/dpa
Asiatische Tigermücke
In den vergangenen Jahren konnte sich die Asiatische Tigermücke - ein möglicher Überträger von tropischen Krankheitserregern - weiter in Baden-Württemberg ausbreiten. © IMAGO/H. Schmidbauer
Einige Spinnen in Deutschland sind giftig, aber nicht gefährlich
Der Ammen-Dornfinger hat sich mittlerweile in Baden-Württemberg ausgebreitet. Die Spinne zählt zu den giftigsten Tieren Deutschlands und kann mit ihren Beißwerkzeugen menschliche Haut durchdringen. © dpa/Patrick Pleul
Hornisse
Hornissen, Wespen und Bienen sind nicht zu unterschätzen: Zwar sind allergische Reaktionen durch einen Stich selten, können aber für Menschen sehr gefährlich sein.  © Patrick Pleul/dpa
Die giftige Aspisviper ist die seltenste Schlange in Deutschland.
Die giftige Aspisviper ist noch gefährlicher als die Kreuzotter. In Baden-Württemberg kommt sie lediglich im Südschwarzwald vor. Ihr Biss kann Blutungen auslösen und das Gewebe zerstören. Allerdings gilt auch sie als scheu. © Felix Reimann/Wikipedia

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Ob seines beeindruckenden Kalibers hat es der Badische Riesenregenwurm mittlerweile zu einer gewissen Berühmtheit gebracht, wovon auch der Riesenregenwurmpfad am Fuße des Belchen, einem der höchsten Berge in Baden-Württemberg, zeugt. Hier können Kinder die Geschichte von Rudi-Regina nacherleben, ein Lumbricus badensis, der verzweifelt nach seinem Freund Rolf-Rosemarie sucht.

Rubriklistenbild: © IMAGO/imageBROKER/B. Maier

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