Ein Jahr nach Insolvenzantrag

Investor übernimmt insolventen Autozulieferer aus dem Südwesten – Aufatmen für 220 Mitarbeiter

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Für den insolventen Autozulieferer Fischer Oberflächentechnologie konnte ein Investor gefunden werden, der die Mitarbeiter und die beiden Standorte übernimmt.

Katzenelnbogen/Seelbach - Die Insolvenzen in der Automobilindustrie häufen sich aufgrund von verschiedenen Faktoren bereits seit Ende des vergangenen Jahres. Der Autozulieferer Eissmann aus Bad Urach meldete im März Insolvenz an, wovon rund 1.000 Mitarbeiter betroffen sind. Auch das Unternehmen Fischer Oberflächentechnologie mit Sitz in Katzenelnbogen (Rheinland-Pfalz) und einem weiteren Standort in Seelbach (Baden-Württemberg) ist aufgrund verschiedener Faktoren in die Zahlungsunfähigkeit gerutscht. Wie der Insolvenzverwalter in einer aktuellen Mitteilung erklärt, gibt es für den Autozulieferer aber gute Nachrichten.

Die Fischer Oberflächentechnologie GmbH ist auf Spritzguss und Galvanik spezialisiert. Die stark gestiegenen Preise für Rohstoffe wie Kupfer und Nickel führten mit den hohen Kosten für Energie im Rahmen des Ukraine-Krieges zu einer gefährlichen Schieflage, weswegen das Unternehmen Ende Februar 2023 Insolvenz anmeldete. Rund ein Jahr später konnte nun ein Investor gefunden werden, der den Autozulieferer und einen Großteil der Mitarbeiter übernimmt. Auch der insolvente Felgenhersteller BBS wurde durch einen Investoreneinstieg gerettet.

Investor übernimmt insolventen Autozulieferer Fischer – inklusive der Mitarbeiter

Nachdem das Amtsgericht im pfälzischen Montabaur dem Insolvenzantrag von Fischer im Februar 2023 entsprochen hatte, wurde der Rechtsanwalt Jens Lieser aus Koblenz zum vorläufigen Insolvenzverwalter ernannt. Dieser erklärte in einer Mitteilung, dass die Gehälter der damals 220 Mitarbeiter bis April 2023 gesichert seien und der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze während des Sanierungsverfahrens obere Priorität habe. Einer aktuellen Pressemitteilung vom April 2024 zufolge können die derzeit an den beiden Standorten beschäftigten Mitarbeiter nun aufatmen.

Name DKS Surface GmbH (bis 1. April 2024 Fischer Oberflächentechnologie GmbH)
Gründung 1956
Stammsitz Katzenelnbogen (Rheinland-Pfalz)
Branche Automobilzulieferer
Mitarbeiter 220 (2023)
Umsatz 27 Millionen Euro (2022)

Bei dem Investor für Fischer Oberflächentechnologie handelt es sich laut der Mitteilung um einen Schweizer, der auf den Erwerb von mittelständischen Fertigungs- und Dienstleistungsunternehmen spezialisiert ist und nicht namentlich genannt werden möchte. Fischer soll fortan unter dem Namen DKS Surface GmbH weitergeführt werden, der Hauptsitz in Katzenelnbogen und der Standort im baden-württembergischen Seelbach werden wie auch die 220 Mitarbeiter übernommen. Der Insolvenzverwalter Lieser und die Geschäftsleitung haben die Belegschaft des Autozulieferers bereits informiert.

Hohe Zahl an Insolvenzen im Südwesten – nicht alle enden in der Betriebsaufgabe

Der Kaufvertrag wurde laut dem Insolvenzverwalter zum 1. April 2024 gültig, über den Kaufbetrag wurde Stillschweigen vereinbart. „Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, trotz eines schwierigen Marktumfeldes eine tragfähige und nachhaltige Zukunftslösung für das Unternehmen gefunden zu haben“, erklärt Jens Lieser. „Mein besonderer Dank gilt allen Beteiligten und insbesondere den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die seit vielen Monaten mit ihrem großen Engagement ebenfalls zur jetzigen Lösung beigetragen haben.“

Der insolvente Autozulieferer Fischer Oberflächentechnologie wurde von einem Investor übernommen.

Die hohen Kosten für Energie, Rohstoffe und Personal haben im vergangenen Jahr viele Unternehmen aus dem Südwesten in die Knie gezwungen, manche sind aber inzwischen wieder auf einem guten Weg. Der Hauptsitz des insolventen Autozulieferers Allgaier aus Baden-Württemberg ist gesichert, wodurch 700 Mitarbeiter wieder Grund zum Hoffen haben.

Rubriklistenbild: © Fischer Oberflächentechnologie GmbH

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