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Ein Konzern aus Baden-Württemberg hat seine Automotive-Sparte verkauft, wovon weltweit rund 1.300 Mitarbeiter betroffen sind. Nur ein Teil bleibt im Unternehmen.
Waldachtal/Horb am Neckar - Die äußerst starke Autozulieferindustrie in Baden-Württemberg hat aktuell an mehreren Fronten zu kämpfen. Während die ZF Friedrichshafen den Verkauf von mehreren Sparten prüft, hat ein anderer global agierender Konzern aus Baden-Württemberg seine Automotive-Sparte nach eigenen Angaben bereits verkauft. Davon betroffen sind am Hauptsitz der bisherigen Tochtergesellschaft in Baden-Württemberg 285 und weltweit rund 1.300 Mitarbeiter. Sie wurden am Mittwoch (5. Juni) über den Verkauf informiert, wie das Unternehmen in einer Pressemitteilung schreibt.
Die Fischer Holding mit Sitz in Waldachtal (Kreis Freudenstadt) im Schwarzwald ist weltweit vor allem für die Befestigungstechnik bekannt und geht auf die Erfindung des modernen Dübels durch Artur Fischer im Jahr 1958 zurück. Daneben ist der Konzern aber auch als Hersteller von Elektronikbauteilen, Konstruktionstechnik und bislang als Automobilzulieferer tätig gewesen. Diese Sparte mit Sitz in Horb am Neckar hat Fischer nun aber veräußert. Der Fischer-Konzern erzielte 2023 einen Umsatzrekord, erklärte aber, künftig vorrangig im Ausland investieren zu wollen.
Fischer-Konzern verkauft Automotive-Sparte, will Stammsitz in Horb aber behalten
In der Mitteilung erklärt Fischer, dass die Absatzzahlen im Automobilbereich eingebrochen seien und dadurch notwendige Umsätze fehlen würden. Dafür macht der Konzern unter anderem die Politik verantwortlich, die „Hersteller und Kunden mit dem Verbrenner-Aus und wegfallenden Subventionen für E-Fahrzeuge massiv verunsichert hat“. Da die Größe für das Überleben eines Autozulieferers entscheidend sei, wurde beschlossen, zur Sicherung der Zukunft Fischer Automotive an die Mutares SE & Co. KGaA zu verkaufen. Dabei handelt es sich um eine Privat-Equity-Gesellschaft mit Sitz in München, die auf Übernahmen von mittelständischen Unternehmen und Konzernausgliederungen spezialisiert ist.
| Name | Fischer Holding GmbH & Co. KG |
|---|---|
| Gründung | 1948 |
| Hauptsitz | Waldachtal, Baden-Württemberg |
| Branche | Befestigungstechnik, Konstruktionsspielzeug |
| Mitarbeiter | 5.900 weltweit |
| Umsatz | 1,16 Milliarden Euro (2023) |
Der Verkauf der Automotive-Sparte von Fischer, über den Konzernchef Klaus Fischer die Belegschaft bereits informiert hat, ist abgeschlossen; über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Laut der Mitteilung ist das Ziel, die Mitarbeiter aus der Produktion und der Logistik in Horb am Neckar sukzessive in die Konzernsparte der Befestigungssysteme zu übernehmen. Der bisherige Hauptsitz von Fischer Automotive im Kreis Freudenstadt soll auch im Besitz des Konzerns bleiben und künftig Teil des zentralen Unternehmensbereichs Befestigungssysteme werden.
Mitarbeiter der Tochtergesellschaften sollen von Käufer übernommen werden
Durch den Verkauf der Automotive-Sparte bleiben demnach nur die Mitarbeiter aus der Produktion und der Logistik in Horb weiterhin beim Fischer-Konzern angestellt. Beschäftigte aus dem Akquise- und Projektbereich sowie die Angestellten der Landesgesellschaften in Tschechien, Serbien, den USA und China werden dagegen vom Käufer Mutares übernommen. Fischer Automotive unterhält bislang Tochtergesellschaften in Auburn Hills (USA), Jagodina (Serbien), Inanovice na Hané und Holubice (Tschechien) und Taicang (China).
Zu Beginn des Jahres hatte auch der weltgrößte Autozulieferer Bosch eine ganze Sparte mit drei Standorten und insgesamt 900 Mitarbeitern an einen Investor verkauft.
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