VonNiklas Noackschließen
Der Autozulieferer Michelin hat beschlossen, mehrere Werke in Deutschland zu schließen. In Karlsruhe stehen 600 Arbeitsplätze auf dem Spiel.
Karlsruhe - Dem Michelin-Männchen geht in Deutschland die Luft aus. Im vergangenen Jahr besuchte der SPD-Bundestagsabgeordnete Parsa Marvi noch das Werk des Reifenherstellers in Karlsruhe. Damals gewann er den Eindruck, der Standort sei gut aufgestellt. Doch der Schein trügt, wie sich jetzt zeigt, denn Michelin will seine Produktion in Deutschland beenden, kündigte der französische Reifenhersteller am Dienstag (28. November) an.
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Michelin-Mitarbeiter in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland bangen um Arbeitsplätze
Betroffen sind davon vor allem die Werke in Karlsruhe und Trier, die bis Ende 2025 komplett geschlossen werden sollen. Im saarländischen Homburg wird demnach die Produktion von Neureifen und Halbfertig-Produkten beendet. Vor allem den Standort in Karlsruhe trifft der Entschluss heftig, denn 600 Arbeitsplätze sind dort betroffen. Hinzu kommt, dass das Kundenkontaktzentrum von der Fächerstadt nach Polen verlegt wird. Dies betrifft weitere hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie Michelin bereits im Oktober ankündigte.
Christian Metzger, Werksleiter bei Michelin am Standort Karlsruhe, sehe die Gründe für die Schließung in der schlechter gewordenen Wirtschaftsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit von Michelin in Deutschland, wie er gegenüber dem SWR sagte. Doch von der Gewerkschaft IG Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) kommt herbe Kritik für die Pläne, denn dadurch würden deutschlandweit rund 1500 Menschen ihre Arbeit verlieren. Deshalb machte Gewerkschaftsvertreter Matthias Hille klar: „Wir geben die Standorte nicht auf und werden weiter an Alternativkonzepten arbeiten.“
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Michelin gehe es laut Gewerkschaft nur um Gewinnmaximierung
Er halte den geplanten Kahlschlag für falsch, so Hille weiter, der Michelin vorwirft, allein den Profit zu maximieren. Nicht nur Michelin macht in Deutschland dicht, auch der Reifenhersteller Goodyear will seine Werke in Fulda und Fürstenwalde einstampfen. Tausend Jobs stehen dort auf dem Spiel.
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Was Michelin betrifft, gibt man in Karlsruhe nicht auf. Die Stadt teilte dem SWR allerdings mit, dass man seit Tagen in Gesprächen mit Michelin stehe, weshalb man von der Ankündigung überrascht sei. Zuletzt berichtete BW24 über einen anderen Autozulieferer, der in Baden-Württemberg massiv Stellen abbauen will.
Rubriklistenbild: © Michelin

