Kulinarisches Kulturdenkmal

Dieses Gebäude in Baden-Württemberg gilt als die schönste Markthalle Deutschlands

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Ein Markt im Inneren eines Gebäudes? Bei dieser Markthalle in Baden-Württemberg vermisst man den freien Himmel mit Sicherheit nicht.

Stuttgart - Seit Menschengedenken wird mit Ware aller Art gehandelt und das traditionell auf zentralen Plätzen in den Städten. Auch noch heute gibt es in jeder größeren Stadt mindestens einen Marktplatz, der größte Marktplatz Deutschlands befindet sich sogar in einer Mittelstadt in Baden-Württemberg. Doch bereits seit dem Mittelalter wurden die Märkte auch in eigens dafür errichteten Gebäudekonstruktionen abgehalten und seit dem Beginn der Industrialisierung in festen Hallengebäuden, den Markthallen.

Die erste Markthalle Deutschlands wurde von 1865 bis 1867 in Berlin errichtet, die schönste Markthalle der Bundesrepublik befindet sich jedoch in Baden-Württemberg; oder konkret in der Landeshauptstadt Stuttgart. Schönheit ist bekanntlich Geschmacksache, aber die im Jugendstil gebaute Markthalle Stuttgart zieht wöchentlich eine große Zahl an Besucher an, die nicht nur wegen der Ware kommen, sondern vor allem auch wegen des Ambientes und der Stimmung. Auch die Stuttgarter Stadtbibliothek am Mailänder Platz gilt als eine der schönsten des Landes.

Markthalle Stuttgart als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung

Im Jahr 1910 wurde in Stuttgart ein Architektenwettbewerb abgehalten, bei dem sich ein Entwurf von Martin Elsässer gegen 76 andere durchsetzte. Der in Tübingen geborene Architekt, der vor allem für seine Entwürfe für Kirchen bekannt ist, erhielt daraufhin den Zuschlag, eine neue Markthalle für die Stadt zu errichten. Die Markthalle Stuttgart wurde zwischen 1911 und 1914 in der Dorotheenstraße gebaut und öffnete im Januar 1914 erstmals ihre Tore für die Kunden. Zu diesem Zeitpunkt waren in der Halle bereits mehr als 400 Händler vertreten, die Nahrungsmittel anboten.

Die Markthalle Stuttgart wurde zwischen 1911 und 1914 gebaut und öffnete im Januar 1914 erstmals ihre Tore für die Kunden.
Name Markthalle Stuttgart
AdresseDorotheenstraße 4, Stuttgart, Baden-Württemberg
Eröffnung Januar 1914
Architekt Martin Elsässer
Angebot regionale und weltweite Spezialitäten, Bioware, Wohn- und Gartenkultur
Verkaufsstände 33
Gastronomiebetriebe 3
Verkaufsfläche rund 5.000 Quadratmeter
Gesamte Nutzfläche6.800 Quadratmeter
Verwalter Märkte Stuttgart GmbH

Die Stuttgarter Markthalle besteht im Grundgerüst aus einer Eisenbetonkonstruktion. Eine Besonderheit sind aber vor allem die vielen Fassadenausschmückungen, Wandmalereien und bildhauerischer Schmuck an den Portalen der Halle. Bei den Luftangriffen auf Stuttgart im Zweiten Weltkrieg wurde auch die Markthalle mitunter stark beschädigt, konnte nach einer Instandsetzung den Betrieb 1947 aber wieder aufnehmen. Kurzzeitig wurde in den 1970er Jahren überlegt, die Halle abzureißen oder einem anderen Nutzen zuzuführen. Der Gemeinderat verwarf die Überlegung nach deutlichen Protesten jedoch wieder und die Markthalle gilt seit 1973 als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung.

Die Stuttgarter Markthalle macht mit Verzierungen und Wandbildern auch von Außen einiges her.

33 Verkaufsstände, 3 Gastronomiebetriebe und viel Auswahl in der Stuttgarter Markthalle

Heute ist die Markthalle Stuttgart Teil des Stuttgarter Nobelviertels Dorotheen Quartier, das um das Kulturdenkmal herum entstanden ist und Filialen von Marken im Luxusbereich beheimatet. Auch die Waren in der Markthalle bewegen sich im gehobenen Preissegment und beschränken sich inzwischen nicht mehr nur auf Nahrungsmittel, sondern umfassen auch Produkte aus der Wohn- und Gartenkultur. Den Mittelpunkt bilden aber nach wie vor die 33 Stände im Erdgeschoss, deren vielfältiges Angebot den Kulturen ihrer Betreiber entsprechend ausfällt. Eine Auflistung der aktuell in der Markthalle vertretenen Händler findet sich auf der Seite der Markthalle Stuttgart.

In der Markthalle Stuttgart bieten 33 Händler kulinarische Spezialitäten aus der ganzen Welt an.

So gibt es beispielsweise einen Stand mit italienischen Spezialitäten oder mit türkischen Lebensmittel und anderen Waren. „Dort reist man in einer Stunde um die Welt“, wirbt deshalb auch Stuttgart-Tourist für einen Besuch in der Markthalle. Neben den Marktständen gibt es kulinarische Betriebe wie eine Fischhalle mit täglich frischem Fisch, einem schwäbischen Restaurant oder auch der Tapas-Bar „Desirée“, die spanische Köstlichkeiten anbietet. Wer dort nicht fündig wird, kann sich die BW24-Liste der neun besten Restaurants in Stuttgart oder der acht besten Steakhäuser in Stuttgart anschauen.

Ob die Markthalle Stuttgart tatsächlich die schönste Deutschlands ist, wie der Stern bereits in den 1970ern schrieb und viele Besucher auf Tripadvisor kommentieren, kann jeder für sich selbst entscheiden. Der Eintritt ist frei, die Markthalle Stuttgart ist von montags bis freitags 7:30 bis 18:30 Uhr und samstags von 7:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.

Rubriklistenbild: © imago stock&people

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