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Die neue Virngrundklinik: Wer braucht schon eine Notaufnahme?

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Die Ellwanger Sankt-Anna-Virngrundklinik aus der Luft: für 110 Millionen Euro modernisiert und 2012 eingeweiht.
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Gerhard Königer hält das Zerschlagen einer fast neuen Infrastruktur für falsch und fragt sich, wie das mit der Gleichbehandlung der Bewohner des Ostalbkreises ist.

Diese Klinikdebatte nimmt abenteuerliche Formen an. Was waren eigentlich die Gutachten wert, die man uns in den letzten drei Jahren präsentiert hat? Was die Bürgerversammlungen, die der Landkreis veranstaltet hat? Warum haben wir uns über zig Varianten gestritten, wenn nun alles doch ganz anders am besten ist?

Lesen Sie hier einen Pro-Kommentar zu den Zukunftsplänen für die Kliniken Ostalb

Unterm Strich bleibt die Erkenntnis, dass es am Ende doch nur um die Machtverhältnisse geht: Ellwangen muss über die Klinge springen, weil es weder gegen Aalen noch gegen Gmünd Mehrheiten gibt.

Zu den Fakten: Die Virngrundklinik ist 2012 nach umfassender Modernisierung für 110 Millionen Euro quasi als Neubau eröffnet worden. Das ist gerade mal zwölf Jahre her. Vor der Zusammenlegung der Verwaltung hat die Virngrundklinik das geringste Minus aller drei Häuser erwirtschaftet. Für die Menschen aus den östlichen Gemeinden gibt es ohne die Virngrundklinik keine Notaufnahme mehr, die in 35 Minuten zu erreichen ist. Und ohne Klinik, weniger Fachärzte: Ist das die Gleichbehandlung der Menschen im Ostalbkreis? Wer in Wört, Tannhausen, Stödtlen, Unterschneidheim wohnt, muss jetzt eben aufpassen, dass er gesund bleibt?

Am schwersten wiegt das blöde Gefühl, verschaukelt zu werden: Man stelle eine große rote Zahl in den Raum und schon wird alles revidiert, was vorher war. Apropos Finanzen: Wie viel Millionen Euro kostet das neue Landratsamt?

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