Großes Misstrauen in Gmünd gegen Klinik-Pläne des Landrats

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Was wird aus dem Stauferklinikum?
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Oberbürgermeister Richard Arnold wittert politisches Kalkül: Soll der Regionalversorger nie gebaut werden?

Schwäbisch Gmünd. Werden nun Angebote aus den Kliniken Ellwangen und Mutlangen in Aalen konzentriert, die dann dort bleiben sollen, weil der eigentlich geplante Regionalversorger als neues Zentralklinikum in Essingen nie gebaut wird? Diesen Eindruck hat der Gmünder Oberbürgermeister Richard Arnold inzwischen von den neuesten Sofortmaßnahmen für die Ostalb-Kliniken, die Landrat Joachim Bläse und Klinikchef Christoph Rieß am Dienstag bekanntgegeben haben.

OB Arnold ist "aus Gmünder Sicht irritiert"

Das sagte Arnold am Mittwoch im Gmünder Gemeinderat, nachdem er sich bisher nicht so kritisch zu den Plänen gestellt hatte. Bei der Präsentation seien die Kreisräte vor eine Unmenge vollendeter Tatsachen gestellt worden. Nachdem er nun Zeit zum Nachdenken gehabt habe, ist Arnold „aus Gmünder Sicht irritiert.“ Es sei zum Beispiel sehr die Frage, wo die dringend notwendigen Einsparungen zu erzielen sind, wenn eine mit dem höchsten Level bewertete Kinderklinik mit hohem Aufwand provisorisch von Mutlangen nach Aalen verlegt werden soll. Dagegen sei Aalen als Standort für die Kardiologie durchaus sinnvoll.

„Was uns da vorgesetzt wurde, schmeckt mir nicht“, sagte Arnold. Er habe den Eindruck, dass die Maßnahmen nicht auf fachlicher Basis entschieden worden seien. „Das hat mit Politik zu tun.“ Hier werde „ohne Not“ sehr gute Struktur für ein Provisorium verschoben. Das widerspreche auch dem angegebenen Zweck, das erwartete Defizit von 60 Millionen Euro einzudämmen.

Regionalversorger verschoben auf Sankt-Nimmerleins-Tag?

In diesem Zusammenhang verwies Arnold auch auf den beschlossenen Bau eines Sozial-Landratsamts in Aalen für 104 Millionen Euro. Für ihn mache das Ganze den Eindruck, dass der Bau des Regionalversorgers mit Verweis auf die dann erst recht klammen Kassen „auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben“ werden solle.

Stadträtin Brigitte Abele (BL) ergänzte, dass Gmünd 20 der 104 Millionen Euro für das Sozial-Landratsamt bezahlen müsse. Die ebenfalls geplante Verlagerung der Urologie von Ellwangen nach Mutlangen koste auch Geld. Daniela Dinser (CDU) widersprach in diesem Punkt allerdings: Die Urologie in Mutlangen sei sinnvoll, um die sehr gute Onkologie in Mutlangen zu stärken. Auch Marianne Barthle (CDU) meinte, dass eine Verlagerung der Kinderklinik nach Aalen keine Einsparung bringe.

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