Meinung

Gute Ideen und schlechte

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Kreishaushalt 2024. Landrat Dr. Joachim Bläse bei seiner Haushaltsrede.
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Martin Simon kommentiert die Einbringung des Kreisetats 2024.

Rekordhaushalt: Knapp über eine Milliarde Euro bewegt der Ostalbkreis 2024. Wermutstropfen dabei: Es fehlen rund zehn Millionen Euro, um den Etat auszugleichen.

Trotzdem will der Kreis 50 Millionen investieren, damit die Ostalb nicht abgehängt wird. Gut so.

Parallel dazu sollen nun alle Ausgaben auf den Prüfstand. Auch gut.

Doch auf den größten Brocken „Soziales“ besteht kaum Einfluss, das regeln Gesetze.

Anders beim Klinikdefizit. Hier gibt es Optimierungsbedarf und Potenzial. Dass dies nun aber für die Öffentlichkeit unsichtbar geschehen soll, verwundert beim „Transparenz-Fan“ Joachim Bläse doch.

Die Aufarbeitung der Versäumnisse, die das Mega-Klinikdefizit brachten, soll im stillen Kämmerlein verhandelt werden. Womöglich, um keinen zu beschädigen?

Doch dies erlaubte auch die geltende Satzung.

Dass Klinikausschüsse nun grundsätzlich nichtöffentlich tagen sollen, weil Kliniken Wirtschaftsbetriebe und auch als solche zu führen seien, dieses Bläse-Argument greift nicht.

Die Öffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, wie es um ihre Kliniken steht.

Diese Zeitung liefert diese Information, berichtet sachlich, objektiv und ja, auch kritisch, erklärt und ordnet ein. Das soll nun erschwert werden. Ein Unding.

Auch öffentlichkeitsrelevante Einwürfe der Kreisparlamentarier werden so beschnitten.

So schießen nur Gerüchte ins Kraut, und zudem: Strittiges findet stets einen Weg in die Öffentlichkeit.

Also weg mit dieser Idee, werter Landrat!

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