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Der Wirtschaftsfachwirt ist 48 Jahre alt und arbeitet als Dozent.
Aalen. Jan-Peter Vetter möchte Aalener Sozialbürgermeister werden. Der 48-jährige Wirtschaftsfachwirt ist seit zehn Jahren bei der Bundesagentur für Arbeit beschäftigt. Im Moment trainiert er Kolleginnen und Kollegen in der Bildungs- und Tagungsstätte in der Aalener Triumphstadt. Das erzählt Vetter am Freitag im Gespräch mit der SchwäPo. Zwar ist er CDU-Mitglied. Er sieht sich aber als unabhängigen Kandidaten. Vetter ist seit 25 Jahren verheiratet, hat drei Kinder und ein Enkelkind und wohnt in Oberkochen.
Bildung, Sport und Soziales sind für Vetter die zentralen Themen im Dezernat III im Aalener Rathaus, um dessen Leitung er sich bewirbt. In allen drei Bereichen habe er Kenntnisse erworben. Da er im Moment als Dozent arbeite, kenne er die Probleme im Bildungsbereich. „Davor war ich Führungskraft im Personalbereich“, sagt Vetter. Begonnen habe er 2013 als Vermittler in der Agentur für Arbeit in Aalen.
Dort habe er erfahren, welche Probleme die Menschen in der Region haben. Davor war Vetter Marketingleiter beim VfR Aalen. Für den Fall, dass er gewählt wird, möchte er gerne auf eine Art Kennenlerntour durch die verschiedenen Ämter im Rathaus, durch die Aalener Bildungslandschaft und zu den Sportvereinen gehen. Für ihn sei es wichtig, zuzuhören. Aber Vetter bringt auch bereits eigene Ideen mit.
Was Vetter erreichen möchte
„Sportstadt Aalen war früher ein Begriff“, sagt er. Inzwischen habe der sich verloren. „Und zwar zu Unrecht“, sagt Vetter. Er erwähnt den Mountainbike-Weltcup oder die Sportakrobaten der TSG, die international unterwegs seien. „Wir können da noch mehr draus machen“, sagt Vetter.
Im Bereich Bildung möchte er Schulen und Sport noch besser vernetzen. Im Bereich Soziales wolle er ein Augenmerk auf bestimmte Bereiche legen: die Förderung von Menschen mit Behinderung, die Bedürfnisse von älteren Menschen und die Jugendarbeit. Vetter möchte die Digitalisierung weiter vorantreiben. „Die Bürger möchten nämlich beides“, sagt Vetter. Sie möchten ihm zufolge den Kontakt zu den Menschen. Da sei die Verwaltung sehr gut. „Und sie wollen den digitalen Draht, der angenehm und schnell ist“, sagt er. „Da müssen wir dranbleiben.“
Eine Kooperation mit der AfD schließt Vetter nicht aus
Mit Gruppen und Fraktionen im Gemeinderat hat Vetter bisher noch keinen Kontakt. Auf die CDU-Fraktion möchte er als Erstes zugehen. Er hofft auf deren Unterstützung, sowie er sich auch über die Unterstützung von anderen Fraktionen und Gruppen freuen würde. Auf die Frage, ob er auch auf die AfD-Fraktion zugehen möchte, antwortet er: „Ich sage weder Ja noch Nein.“ Er denkt, dass die Erwartung vieler Menschen sei, dass er dazu klar Nein sagt. „Das möchte ich gar nicht“, sagt Vetter. Die Bürgerschaft habe die AfD-Räte in den Gemeinderat gewählt. Daher sei es bedenklich, wenn er nicht mit ihnen kooperiere. „Das würde ich auf menschlicher Ebene für verwerflich halten“, sagt Vetter. Er hält die Kooperation mit allen Ratsmitgliedern über Parteigrenzen hinweg für wichtig.
Wer die Mitbewerber sind
Einer seiner Mitbewerber, Bernd Schwarzendorfer, hatte sich beim Pressegespräch am Donnerstag anders dazu geäußert. Er plant nicht, auf die AfD-Fraktion zuzugehen. „Mein Ziel ist es, ohne die Stimmen der AfD gewählt zu werden“, sagte der Dezernent im Landratsamt Biberach, der früher Aalener Pressesprecher war.
Außerdem kandidiert Ralf Meiser. Er ist Grünen-Stadtrat in Aalen und Schulleiter der Alemannenschule Hüttlingen. Laut Stadtverwaltung gibt es noch einen vierten Kandidaten, der aber noch anonym bleiben möchte. Amtsinhaber Karl-Heinz Ehrmann tritt nicht mehr an. Seine Amtszeit endet Anfang 2024.
Der Gemeinderat wählt seinen Nachfolger am 6. November. Außerdem wählt der Gemeinderat den Bau- und Ersten Bürgermeister. Amtsinhaber Wolfgang Steidle tritt wieder an. Außerdem kandidiert Ronny Ensslin. ⋌Katharina Scholz
