VonPeter Kieferschließen
Baden-Württemberg - Bei seiner „KanzlerGespräch“-Tour durch Deutschland stellt sich Olaf Scholz (SPD) in Mannheim kritischen Bürgerfragen und findet deutliche Worte:
Im Rahmen seine „KanzlerGespräch“-Tour durch alle 16 Bundesländer hat Kanzler Olaf Scholz (SPD) am Donnerstag (2. November) auch in Mannheim Station gemacht. Bei einem Bürgerdialog mit 150 Interessierten in der Alten Schildkrötfabrik lobte der Regierungschef die Rede von Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) zum Krieg in Israel und forderte einen Deutsch-Vergleichstest für Kinder.
| Name | Olaf Scholz |
| Beruf | Bundeskanzler |
| Partei | SPD (seit 1975) |
| Geburtstag | 14. Juni 1958 (in Osnabrück) |
Kanzler Scholz fordert regelmäßige Deutsch-Vergleichstests für Kinder
Um Deutschkenntnisse von Kindern besser und gezielter fördern zu können, braucht es aus Sicht des Bundeskanzlers häufige Vergleichstests an deutschen Schulen: „Ich bin dafür, dass man alle zwei Jahre vergleichende Test durchführt. Nicht um die Schüler zu testen, sondern um zu wissen: Wo ist der Stand der Fähigkeiten?“
Die Ergebnisse dieser Tests solle man dann nicht als Statistik, sondern für politische Entscheidungen nutzen, „um dann zum Beispiel in Schulen, wo das nicht so gut entwickelt ist, sofort nachzuschauen.“
Mutter prangert bei Mannheimer „KanzlerGespräch“ das Deutsch-Niveau an Schulen an
Zuvor hatte eine Mutter dem Kanzler berichtet, dass auf der Schule ihres Sohnes viele Mitschüler nicht richtig Deutsch sprechen könnten. „Es ist wichtig, dass alle, die hier aufwachsen, die deutsche Sprache lernen und beherrschen“, sagte Scholz.
Dabei sei es entscheidend, vor allem an den Anfang der Bildungskarriere zu schauen: „Wenn es uns gelingt, ein flächendeckendes Angebot gebührenfreier Kitas zu schaffen, dann würde das bedeuten, dass die Kinder schon gut Deutsch sprechen, wenn sie in die Grundschule kommen“, so Scholz.
Scholz lobt Habeck-Rede gegen Antisemitismus
Zudem lobte Scholz Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) für dessen Video-Ansprache gegen Antisemitismus und für Solidarität mit Israel. Einen Fragesteller, der die Arbeit der Grünen-Minister Habeck und Annalena Baerbock beim Bürgerdialog scharf kritisierte, konterte Scholz, die beiden würden „gute Arbeit leisten und sich sehr viel Mühe geben, dass die Welt zusammenhält“.
Und er fügte hinzu: „Ich finde zum Beispiel, was der Bundesminister Habeck jetzt mit seinem Video im Internet gemacht hat gegen Antisemitismus, ein Zeichen dafür, dass Sie möglicherweise nicht ganz richtig liegen.“
Habeck hatte für seine Videobotschaft viel Zuspruch erhalten. Er prangerte darin antisemitische Übergriffe an, beschrieb die wiederkehrende Angst der in Deutschland lebenden Juden, und appellierte: „Wir haben sicherlich oft zu viel Empörung in unserer Debattenkultur, aber hier können wir gar nicht empört genug sein.“ Habeck verlangte „eine harte politische Antwort“ und forderte von Muslimen in Deutschland eine klarere Distanzierung von antisemitischen Äußerungen und Handlungen.
Das sind die „KanzlerGespräche“
Bei den sogenannten „KanzlerGesprächen“ will Scholz durch alle 16 Bundesländer reisen und vor Ort mit Bürgern diskutieren. Der Regierungschef war in den vergangenen 12 Monaten unter anderem bereits in Cottbus (Brandenburg), Marburg (Hessen) und Füssen (Bayern). Begonnen hatte die Reihe im Juli 2022 in Lübeck (Schleswig-Holstein) – Mannheim war die inzwischen 11. Station des Kanzlers.
Auf die Frage, was ihn bei seiner täglichen Arbeit antreibe, antwortete Kanzler Scholz: „Ich will, dass die Welt besser wird.“ Unter www.bundesregierung.de finden Interessierte das komplette „KanzlerGespräch“ in Mannheim zum Nachhören. (pek/dpa)
Rubriklistenbild: © Andreas Arnold/picture alliance/dpa

