VonDominik Grillschließen
Woher hat die „Hauptstätter Straße“ ihren Namen und was hat es mit dem schwäbischen Edison auf sich? Von diesen fünf teils kuriosen Fakten haben sicherlich auch einige Stuttgarter noch nicht gehört.
Stuttgart - In Stuttgart gibt es zahlreiche große und kleine Geschichten, die entdeckt werden wollen. BW24 zählt fünf interessante Fakten über die Landeshauptstadt auf, die auch den ein oder anderen eingefleischten Stuttgarter noch überraschen dürfte.
Der älteste Autotunnel der Welt befindet sich in Stuttgart
Baden-Württemberg gilt als Vorreiter der Automobilindustrie und Heimat des ersten Automobils, dem Benz Patent-Motorwagen von 1886. Schon früh ließ sich die Landeshauptstadt auch nicht lumpen, wenn es um Verkehrsinfrastruktur ging, die der neuartigen Erfindung geziemte. 1896 wurde der Schwabtunnel eröffnet, um die Kernstadt mit den stetig wachsenden Vororten außerhalb des Kessels zu verbinden. Damit wurde die 125 Meter lange Röhre zum ersten Autotunnel der Welt. Kostenpunkt: 289.000 Mark.
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Die Schulstraße in Stuttgart ist ein Pionier der Fußgängerzonen
Dass Stuttgart nicht nur Auto kann, bewies 1953 die Schulstraße. Heute eher als „Fressgässle“ bekannt, wurde sie damals als eine der ersten Fußgängerzonen Deutschlands eingeweiht und verbindet die Königstraße mit dem Marktplatz. Den alleinigen Rekord machen ihr nur die Treppenstraße in Kassel und die Holstenstraße in Kiel streitig, die fast zur selben Zeit eröffnet wurden. Im Gegensatz zu den beiden ist die Schulstraße aber die erste Fußgängerzone auf zwei Ebenen – zumindest diese Bestmarke hat die Stuttgarter Fressmeile also sicher.
Blutige Vergangenheit: Daher hat die Hauptstätter Straße ihren Namen
Obwohl es der Name vermuten lässt, hat die Hauptstätter Straße, die Stuttgart-Mitte mit -Süd verbindet, wenig mit dem Begriff der „Hauptstadt“ zu tun. Tatsächlich hat die Bezeichnung einen überaus blutigen Ursprung: Die Straße führte bis vor rund 200 Jahren zur städtischen Hinrichtungsstätte, genannt „Hauptstatt“. Bis 1811 wurden hier Menschen mit dem Schwert enthauptet, dann folgte die Verlegung in die Feuerbacher Heide. Bis heute erinnert das sogenannte „Henkersfest“ auf dem Wilhelmsplatz an dieses düstere Kapitel der Stuttgarter Stadtgeschichte.
Im Herzen Stuttgarts wachsen Weinreben
Was für die Bayern das Bier ist, ist für die Schwaben der Wein: Weit über die Region hinaus ist der süße Traubensaft bekannt und beliebt. Sogar inmitten von Stuttgart, wenige Hundert Meter vom Hauptbahnhof entfernt, genießen Rebstöcke die schwäbische Sonne. Der 9.000 Quadratmeter große Weinberg „Kriegsberg“ samt zugehöriger Villa ist seit 1938 im Besitz der Industrie- und Handelskammer Stuttgart (IHK).
Der schwäbische Edison liebte es bunt
Baden-Württemberg ist eine Wiege der Erfinder und Entdecker. Egal ob Gottlieb Daimler, Margarete Steiff oder Robert Bosch – das Ländle hat schon zahlreiche helle Köpfe hervorgebracht, die es zu internationaler Berühmtheit bringen sollten. Ein weniger bekannter, aber mindestens ähnlich fleißiger Innovator war Albert Hirth, auch bekannt als der schwäbische Edison. Mehr als 350 Patente und Erfindungen gehen auf seine Kappe. Beispielsweise entwickelte er Geräte zum Abwickeln von Wollstangen, Schneiden von Nudelteig, genauso wie die noch heute im Maschinenbau verwendete Hirth-Verzahnung. Auch das ein oder andere Schulkind dürfte bereits mit einem Hirth‘schen Produkt zu tun gehabt haben: 1930 erfand der schwäbische Tüftler den Vierfarbenstift, dessen Konzept bis heute benutzt wird. Mit diesem kann der Nutzer des Stifts per Klick zwischen vier verschiedenfarbigen Minen wählen.
Es gibt noch einige weitere kuriose und interessante Fakten über Stuttgart, die nicht jedem geläufig sein dürften.
Rubriklistenbild: © IMAGO / Horst Rudel



