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„Aalen auf dem Egotrip“: Kritik aus Gmünd an Vorschlag zur „Kombilösung“ hält an.
Schwäbisch Gmünd. Dass sich Aalens Oberbürgermeister Frederick Brütting vehement für eine nochmalige Prüfung einer so genannten Kombilösung am Aalener Ostalbklinikum für den Regionalversorger im Kreis einsetzt, stößt in Gmünd auf Unverständnis. Daniela Dinser, CDU-Stadträtin und -Kreisrätin, hält das für „Kirchturmdenken“. „Ich finde es schade, dass diese Ost-West-Flanke wieder aufgemacht wird. Der OB von Aalen sollte aufhören, so ein Kirchturmdenken zu verfolgen.“ Es müsse ausschließlich um die Frage gehen: „Was ist für die gesamte Bevölkerung im Ostalbkreis wichtig?“
„Aalen kann das nicht“
Stadt- und Kreisrätin Sigrid Heusel (SPD) sieht das genauso: „Der Regionalversorger sollte dort gebaut werden, wo er die größtmögliche schnellste Erreichbarkeit für die Bürger bietet, auch per ÖPNV, also mit der Bahn - auch für die Fachkräfte. Das kann gerade noch Essingen leisten, Aalen kann das nicht aus meiner Sicht.“ Zudem leiste ein Neubau, was eine Kombilösung nicht könne: „Der Regionalversorger muss optimal gestaltet werden, im Hinblick auf Vorgaben, auf Raumabläufe, fürs Fachpersonal.“ Das lasse sich mit Bestandsgebäuden nicht erreichen. „Die können sich nicht beliebig verschieben lassen. Und wir können nichts planen, was nicht optimal auf Prozesse, wie wir sie in Zukunft brauchen, abgestimmt ist.“
Was Daniela Dinser enttäuschend findet: dass sich Aalens OB kein Vorbild an seinem Gmünder Kollegen genommen hat. „Richard Arnold hat sich überzeugen lassen von einer zentralen Lösung, er hat dadurch eine Brücke gebaut.“
OB Arnold sieht in dem Vorstoß aus Aalen eine Änderung im Umgang, die ihm hörbar missfällt: „Das ist neu in der Debattenkultur, dass Aalen auf seinem Egotrip besteht. Es geht jetzt nur um Aalen - das ist das Neue, das wir vorher nicht hatten.“
Das alles könne „nicht so stehen bleiben“, so Arnold. „Wir haben jetzt den Landrat zu uns in den Gemeinderat eingeladen, so bald wie möglich.“ Dann solle Bläse vorstellen, wie in Essingen geplant werde. Arnold: „Es ist so, dass man einige Grundstücke an der Hand hat, und da sind auch Flächen dabei, die nicht ‚Grüne Wiese‘ sind.“ Arnold hält das für einen Begriff, der dem Thema Neubau in Essingen von vornherein einen negativen Stempel in Sachen Umweltverträglichkeit gibt. Bernd Müller
