Kommentar

Kliniken: Jetzt sind die Gutachten da – warum viele aufatmen werden

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Blick auf den nordöstlichen Rand von Essingen, mit der B29 im Hintergrund. In diesem Bereich könnte die Klinik in Essingen gebaut werden.
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Jürgen Steck kommentiert in der Klinik-Debatte, wieso Landrat Bläse als Standort Essingen vorschlägt – und warum der Kreistag wohl zustimmt.

Es war, es ist das große Thema im Ostalbkreis in den vergangenen zwei Jahren. Und es geht ja auch um nichts weniger als die Zukunft unserer Kliniken. Weil's so nicht mehr weiter gehen konnte wie bislang: zu hoch das Defizit, zu wenig Personal und eine Medizin, die rasante Fortschritte macht.

Klinik-Diskussion im Ostalbkreis: viele Fragen offen

Jetzt gibt es ein Gutachten, das den Neubau eines Regionalversorgers deutlich auf den Favoritenschild hebt. Zwar sind weiter viele Fragen offen. Etwa, wie es mit den Kliniken in Ellwangen und Mutlangen weitergeht – was dort an künftiger Versorgung geboten wird. Dass es nicht zu wenig wird, darauf wird zu achten sein. Auch müssen die Rettungsdienste so aufgestellt werden, dass sie die zu erwartenden weiteren Wege besonders von den Randbereichen des Landkreises aus gut bewältigen können.

Ungereimtheiten im Klinik-Gutachten

Und, ja, es gibt Ungereimtheiten im Gutachten. Warum der Essinger Bahnhalt als wahrscheinlich angesehen wird, die Spange vom Ostalb-Klinikum zur B29 aber nicht. Oder warum die Frauenklinik und das Patientenhotel in Aalen für knapp 70 Millionen Euro saniert werden müssen und das den Kosten der Kombi-Lösung zugeschlagen wird.

Lesen Sie hier: Reaktionen zum Gutachten von Aalens Frederick Brütting und Gmünds Richard Arnold

Überhaupt: Dass es in Aalen schon Medizintechnik gibt, die weitergenutzt werden kann. Und das Parkhaus ja nur versetzt wird. Und dass bei der Bauzeit in Essingen davon ausgegangen wird, dass mit Planungsverfahren und Grundstücksangelegenheit alles glatt läuft. Lauter Fragezeichen. So ist das halt bei Gutachten. Es kann auch anders kommen.

Warum die Mehrheit für den Standort Essingen stimmen wird

Dennoch werden viele Kreisrätinnen und Kreisräte aufatmen – und in der großen Mehrheit zustimmen für Essingen. Einfach, weil sie sich auf das Gutachten berufen können. Weil ein Thema mit großem Spaltungspotenzial so abgeräumt werden kann. Und auch, weil es manchen gar nicht so sehr darauf ankommt, ob das Klinikum in Essingen oder Aalen steht.

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