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In seinem Kommentar kritisiert Chefredakteur Constantin Blaß aufgrund der neuen Defizit-Prognose die Intransparenz der Kliniken Ostalb sowie des Landratsamts.
Aalen. Im Januar 2024 gab es einen Aufschrei, als die Grünen eine Fusion der Kinderkliniken Aalen und Mutlangen in die Diskussion gebracht haben. Keine Frage: ein hochemotionales Thema. Der Antrag wurde am Ende zurückgezogen. Vier Monate später zeigt sich: Vielleicht war dies doch keine so schlechte Idee. Denn Einschnitte sind dringend geboten. Denkverbote darf es nicht mehr geben.
Das Defizit der Kliniken Ostalb läuft nach einem desaströsen Jahr 2023 mit einem Minus von 53 Millionen Euro auch in 2024 völlig aus dem Ruder. Im November 2023 waren noch 45 Millionen prognostiziert, jetzt wurde bekannt, dass der Klinikvorstand eher mit 60 Millionen rechnet.
15 Millionen mehr sind mit Blick auf den ebenfalls defizitären Kreishaushalt kein Pappenstiel, eher ein Grund, sich ernste Sorgen zu machen. Im Landratsamt Ostalbkreis scheint man entspannt zu sein. Es sind ja nur „bis zu 60 Millionen“ – wie zu hören ist.
Kliniken Ostalb; Intransparenz wird weiter gefördert
Bemerkenswert: Offiziell wollen weder der neue Klinikvorstand Christoph Rieß noch Landrat Joachim Bläse die neue Prognose bekannt geben. Dabei wären Transparenz und eine proaktive Kommunikation bei diesem Thema, das auch jede einzelne Kommune belasten wird, durchaus angebracht. Wenige Wochen vor der Kommunalwahl gab es aber vermutlich wichtigere Dinge.
