VonPeter Kieferschließen
Am 8. März 2026 treten zur Landtagswahl in Baden-Württemberg 21 Parteien an. Nicht nur den rund 650.000 Erstwählern wird hier erklärt, was bei der Stimmabgabe im Wahllokal wichtig ist.
Ein wegweisender Tag steht Baden-Württemberg bevor – die Landtagswahl am 8. März 2026. Nach 15 Jahren Winfried Kretschmann (Grüne) als Ministerpräsident wird sein Nachfolger gesucht. Auf dem Wahlzettel stehen 21 Parteien, die erstmals auch von 16-Jährigen und 17-Jährigen gewählt werden dürfen. Das Wahlamt rechnet mit rund 650.000 Erstwahlberechtigten zwischen 16 und 22 Jahren – das macht 8,4 Prozent aller etwa 7,7 Millionen Wahlberechtigten im Ländle.
Landtagswahl 2026 am 8. März in Baden-Württemberg – so viele Kandidaten hoffen auf Wählerstimmen
Nach Angaben des Innenministeriums hat der Landeswahlausschuss die Landeslisten von 21 Parteien zur Wahl zugelassen – übrigens alle eingereichten. Insgesamt stehen laut Innenministerium in den Wahlkreisen 566 Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl. Wer sich noch unschlüssig ist, kann sich online eine Meinung mit dem Wahl-O-Mat bilden.
Mit ihrer Erststimme bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg wählen die Menschen einen Abgeordneten für ihren Wahlkreis, der direkt ins Parlament einzieht. Das Kreuz für den Direktkandidaten kann direkt in der linken Spalte des Wahlzettels gesetzt werden.
Die Landeslisten der Parteien können die Menschen mit der Zweitstimme wählen. Die Stimme entscheidet über die künftige Sitzverteilung im Landtag. Das Kreuz für die Zweitstimme können die Wählerinnen und Wähler in der rechten Spalte des Wahlzettels setzen. Auf den Landeslisten stehen laut Innenministerium insgesamt 657 Menschen.
Diese 21 Parteien stehen bei der Landtagswahl zur Wahl
In dieser Reihenfolge stehen die 21 Parteien bei der Landtagswahl auf dem Stimmzettel:
- Bündnis 90 / Die Grünen (Grüne)
- Christlich Demokratische Union (CDU)
- Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)
- Freie Demokratische Partei (FDP)
- Alternative für Deutschland (AfD)
- Die Linke
- Freie Wähler
- Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative (Die Partei)
- Basisdemokratische Partei Deutschland (dieBasis)
- Klimaliste Baden-Württemberg
- Ökologisch-Demokratische Partei / Familie und Umwelt (ÖDP)
- Volt Deutschland
- Bündnis C – Christen für Deutschland
- Partei der Humanisten – Fakten, Freiheit, Fortschritt (PdH)
- Partei für Verjüngungsforschung
- Bündnis Sahra Wagenknecht – Vernunft und Gerechtigkeit (BSW)
- Die Gerechtigkeitspartei – Team Todenhöfer
- Partei der Rentner (PDR)
- Partei des Fortschritts (PdF)
- Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei)
- WerteUnion
So funktioniert die Wahl im Wahllokal
Speziell für die etwa 650.000 Erstwähler sei hier der Urnengang einmal übersichtlich erklärt. Man muss sich dafür nicht extra anmelden, da alle Wahlberechtigten automatisch erfasst sind. Die Daten kommen von der zuständigen Meldebehörde. Rund drei Wochen vor der Wahl erhalten diese eine Wahlbenachrichtigung.
Auf der Wahlbenachrichtigung steht, welches Wahllokal zuständig ist und wann es geöffnet hat. Außerdem sind dort der Wahltermin und Hinweise zur Briefwahl vermerkt. Wer am Wahltag persönlich wählen will, geht in sein Wahllokal.
Wahllokal und amtlicher Stimmzettel
Im Wahllokal zeigt man auf Verlangen die Wahlbenachrichtigung vor – sie gilt als Legitimation. Zusätzlich sollte man Reisepass oder Personalausweis bereithalten, der besser nie ablaufen sollte, wie echo24 weiß. Anschließend erhält man den amtlichen Stimmzettel.
Auf dem Stimmzettel stehen alle Parteien sowie die Bewerber des jeweiligen Wahlkreises. Jeder Wähler hat zwei Stimmen. Mit der Erststimme wählt man eine Person, die den Wahlkreis im Landtag vertreten soll. Mit der Zweitstimme entscheidet man sich für eine Partei. Diese Stimme ist maßgeblich für die Sitzverteilung im Parlament. Wichtig: Mit dem noch unausgefüllten Stimmzettel geht man in die Wahlkabine.
Das passiert in der Wahlkabine und mit dem Stimmzettel
Wichtig ist, rechtzeitig im Wahllokal zu erscheinen. Nach Ende der offiziellen Wahlzeit dürfen nur noch die Personen abstimmen, die sich zu diesem Zeitpunkt bereits im Wahllokal befinden. In der Wahlkabine setzt man sein Kreuz deutlich neben den gewünschten Namen oder die gewünschte Partei. Wichtig: Kommentare, Ergänzungen oder das Durchstreichen von Namen oder Parteien machen den Stimmzettel ungültig! Anschließend faltet man den Stimmzettel in der Kabine so, dass die Wahlentscheidung nicht zu erkennen ist.
Danach geht man zum Tisch des Wahlvorstands. Zuerst gibt man die Wahlbenachrichtigung ab. Ein Personalausweis ist in der Regel nicht nötig, sollte aber vorsorglich mitgebracht werden. Unter Aufsicht der Wahlhelfer wirft man den gefalteten Stimmzettel in die Wahlurne.
Alle Wahllokale schließen einheitlich um Punkt 18 Uhr. Danach beginnt die mit Spannung erwartete Auszählung der Landtagswahl 2026. Dann wird sich zeigen, ob Ex-Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) seinen Parteifreund Kretschmann als Landesvater beerbt oder ob der von Kanzler Merz unterstützte Manuel Hagel (CDU) den Machtwechsel schafft.
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