VonJulia Müllerschließen
Die Stelle der Gmünder Leerstandsmanagerin ist nur noch für knapp fünf Monate finanziert. Und was dann? Dazu hat Julia Müller diese Meinung.
Muss sich Schwäbisch Gmünd eine Leerstandsmanagerin leisten? Vor dieser Frage steht der Gemeinderat demnächst. Die Stelle von Ezgi Pala ist nur bis Januar 2025 über das Förderprogramm Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren finanziert. Mit diesem unterstützt der Bund ausgewählte Kommunen, ihre Innenstädte vor dem Aussterben zu bewahren. Als Orte, an denen sich Menschen treffen, Kneipen besuchen – und einkaufen, statt alles online zu besorgen.
Lieber eine kleine, dafür aber belebte Gmünder Gastro- und Shoppingmeile
Nach wie vor fahren viele gerne in die Stadt, wenn der Einkaufsbummel Spaß macht: Geschäfte verlässlich geöffnet sind, Angebot und Beratung passen, die Gastro- und Shoppingmeile belebt ist. Auf konzentrierter Fläche. Denn eine Stadt der Größe Gmünds kann nicht mehr ausreichend Kunden anlocken, von denen Händler auf dem Riesenareal vom Modepark Röther bis zum Parler-Markt und der Remsgalerie leben können. Und neben verwaisten Schaufenstern haben es verbleibende Händler doppelt schwer.
Manche Hauseigentümer sind offenbar nicht auf Mieteinnahmen angewiesen
Eigentum verpflichtet. Das gilt erst recht für jene, denen ein Haus in bester Lage der Innenstadt gehört. Manche lassen ihre Ladenflächen lieber über Jahre leerstehen, als die Miete zu mindern. Offenbar sind sie auf Mieteinnahmen nicht angewiesen. Ezgi Pala wünscht sich, diese Hauseigentümer per Gesetz zur Vermietung zwingen zu können. Fraglich, ob ein solches Gesetz jemals umsetzbar ist. Bis dahin gilt, weiter auf Gespräche zu setzen, bei denen Händler und Hauseigentümer in beiderseitigem Interesse zusammenkommen. Diese Kontakte zu vermitteln, ist mit Aufgabe der Stadt Gmünd. Daher ja: Sie braucht eine Leerstandsmanagerin.
