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Sportwagenbauer Porsche baut in Baden-Württemberg ein neues Qualifizierungszentrum für die Weiterbildung der Mitarbeiter und investiert dafür rund 50 Millionen Euro.
Bietigheim-Bissingen - Der Stuttgarter Autobauer Porsche baut am Standort in Bietigheim-Bissingen (Kreis Ludwigsburg) ein neues Qualifizierungszentrum, für das am 19. Februar der Spatenstich erfolgte. „Mit dem neuen Qualifizierungszentrum schaffen wir einen zentralen Ort der Weiterbildung für die Mitarbeiter in den Porsche-Zentren“, sagt Porsche Deutschland-Chef Alexander Pollich laut einer Mitteilung. Die Weiterbildung und Umschulung von Mitarbeitern ist derzeit ein großes Thema, da sich in der sich schnell ändernden Arbeitswelt dadurch der Abbau von Arbeitsplätzen verringern oder gar vermeiden lässt. Porsche hat bereits Mitarbeiter zurück ins Studium geschickt, um sie zu IT-Fachkräften auszubilden.
Im neuen Qualifizierungszentrum in Bietigheim-Bissingen, für das der schwäbische Luxusautobauer nach übereinstimmenden Medienberichten rund 50 Millionen Euro aufwendet, sollen allerdings nicht Mitarbeiter aus der Produktion bei Porsche, sondern aus dem Verkauf und dem Service weitergebildet werden. Als Porsche im Jahr 2022 die neue Niederlassung im Stuttgarter Norden eröffnete, hatte Alexander Pollich bereits erklärt, dass sich die Kunden weiterhin für Verbrenner, aber auch für die E-Mobilität und die E-Fuels interessieren würden. Demnach müssen sich auch die Mitarbeiter der Porsche-Zentren auf die Änderungen einstellen.
Porsche baut in Bietigheim Qualifizierungszentrum mit einer Fläche von rund 8.350 Quadratmetern
Wie Porsche in der Mitteilung schreibt, sollen in dem neuen Qualifizierungszentrum im Kreis Ludwigsburg künftig technische und nichttechnische Qualifizierungsmaßnahmen für die deutsche und nordeuropäische Handelsorganisation angeboten werden. Geplant ist demnach ein dreigeschossiger Bau mit einer Fläche von rund 8.350 Quadratmetern, in dem bis zu 240 Mitarbeiter in 18 Trainingsräumen parallel unterrichtet werden können. Die Fertigstellung des Zentrums ist bereits für die zweite Hälfte des Jahres 2025 geplant, in der ersten Anlaufstufe sollen jährlich etwa 300 Schulungen stattfinden. Zudem plant Porsche auch die Infrastruktur am Standort auszubauen.
In Bietigheim-Bissingen, rund 20 Kilometer vom Porsche-Hauptsitz in Stuttgart-Zuffenhausen entfernt, haben bereits die Porsche Deutschland GmbH und die Porsche Financial Services GmbH ihren Sitz. Mit dem Neubau werden aber wohl deutlich mehr Mitarbeiter auf dem Gelände unterwegs sein, weswegen Porsche auch in die Kantine und die Infrastruktur am Standort investiert. „Mit dem Neubau am Bietigheimer Standort können wir verfügbare Porsche-Flächen nutzen und die bestehende Infrastruktur, wie zum Beispiel die Kantine, modernisiert einbinden“, erklärt René Ramann, Leiter der Sparte Zentrales Bau-, Umwelt- & Energiemanagement bei Porsche.
Porsche will im Zuge des Neubaus ganzen Standort modernisieren
Porsche will im Zuge des Baus aber in den gesamten Standort investieren, beispielsweise mit dem Ausbau der Infrastruktur vor Ort. „Die Ladeinfrastruktur für Mitarbeiter wird deutlich ausgebaut, sodass zukünftig 32 AC-Ladepunkte und vier DC-Ladepunkte zur Verfügung stehen“, heißt es in der Mitteilung. Zudem soll im Zuge des Neubaus im Kreis Ludwigsburg auch der gesamte Standort modernisiert werden. „Durch eine umfangreiche Installation von Photovoltaik-Modulen auf über 2.500 Quadratmetern Dachfläche können wir den jährlichen Strombedarf des Qualifizierungszentrums bilanziell CO₂-neutral abdecken“, führt Ramann aus.
Der Gerätehersteller Stihl hat seine Neubaupläne in der Ludwigsburger Weststadt dagegen auf Eis gelegt und prüft stattdessen eine Ansiedlung in der Schweiz. Die Barockstadt gibt das „Leuchtturm-Projekt“ aber noch nicht auf, wie Oberbürgermeister Matthias Knecht auf BW24-Anfrage mitteilte.
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