Umsatzrückgang mit Folgen

Familienunternehmen aus Baden-Württemberg kündigt Stellenabbau an – mit ungewissem Umfang

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Das vergangene Jahr 2023 geriet für viele Unternehmen zur Herausforderung. Auch der Outdoor-Spezialist Vaude erhielt einen Dämpfer und muss reagieren.

Tettnang - Das Geschäftsjahr 2023 war durch die Energiekrise, die Inflation und die Folgen der Kriege in der Ukraine und in Israel geprägt und dadurch für viele Unternehmen eine große Herausforderung. Während Großkonzerne wie Mercedes-Benz den Krisen erneut trotzen und den Umsatz steigern konnten – wovon beim Autohersteller erneut die Mitarbeiter profitierten – hatten andere Unternehmen deutlich mehr zu kämpfen. Beispielsweise macht die anhaltende Konsumflaute Modekonzern Hugo Boss zu schaffen.

Der Outdoor-Spezialist Vaude mit Stammsitz in Obereisenbach bei Tettnang, der kleinsten Mittelstadt Deutschlands, hatte in den vergangenen Jahren ein stetiges Umsatzwachstum zu verzeichnen, das im vergangenen Jahr aber einen deutlichen Dämpfer erhielt. Deshalb muss das Familienunternehmen unter Leitung von Antje von Dewitz reagieren und kündigte an, die Belegschaft im laufenden Jahr ausdünnen zu wollen, wie der Südkurier berichtet. Vor wenigen Tagen kündigte auch der Impfstoffhersteller CureVac aus Tübingen einen Stellenabbau an.

Vaude reagiert auf Umsatzrückgang und will Kosten einsparen – auch im Personalbereich

Das 1974 von Albrecht von Dewitz gegründete Unternehmen Vaude stellt Outdoorbekleidung und -ausrüstung für Bereiche wie Bergsport, Wandern und Radsport her. Während der Corona-Pandemie war die Nachfrage nach Outdoor-Aktivitäten – vor allem nach solchen, die ohne oder mit wenig sozialen Kontakten durchführbar sind – massiv angestiegen. Vaude hatte die Corona-Krise mit eigenen Kräften überstanden, spürt nun aber die nachlassende Kaufkraft und die Folgen der notgedrungen angestiegenen Preise. Besonders im für das Familienunternehmen aus Baden-Württemberg umsatztechnisch so wichtigen Fahrradgeschäft.

Name Vaude Sport GmbH & Co. KG
Gründung 1974
Hauptsitz Tettnang-Obereisenbach, Baden-Württemberg
Branche Sportbekleidung, Sportausrüstung
Umsatz 144 Millionen Euro (2023)
Mitarbeiter 650 (2023)
Vaude-Chefin Antje von Dewitz muss nach einem schwierigen Jahr 2023 die Kostenstrukturen beim Outdoor-Spezialisten anpassen.

„Im letzten Jahr war das Fahrradgeschäft nach der Überreizung während der Coronazeit von einem Überangebot, vollen Lägern, Preisverfall und gleichzeitiger starker Verkaufszurückhaltung der Kunden geprägt“, erklärte Vaude-Chefin Antje von Dewitz dem Südkurier. Das führte dazu, dass das Unternehmen nach dem Rekordjahr 2022 einen Umsatzrückgang von sechs Prozent zu verbuchen hatte und deshalb reagieren muss. Zur Kostenreduktion sollen demnach auch Arbeitsplätze abgebaut werden. „2024 müssen wir die Kostenstruktur anpassen“, so von Dewitz.

Stellenabbau bei Vaude soll sozialverträglich abgewickelt werden

Der Outdoor-Spezialist, der weit über die Grenzen Oberschwabens hinaus nicht nur für seine Produkte, sondern vor allem durch das Engagement in Sachen Klimaschutz und Ökologie sowie für die hohe soziale Verantwortung hinaus bekannt ist, beschäftigt derzeit rund 650 Mitarbeiter. Welchen Umfang der Stellenabbau haben wird, steht laut dem Bericht derzeit noch nicht fest, die Maßnahme soll allerdings sozialverträglich abgewickelt werden. „Wir lassen beispielsweise befristete Stellen auslaufen und nutzen im ersten Schritt die natürliche Fluktuation, um die Beschäftigung zu senken“, erklärte die Firmenchefin.

Der Outdoor-Ausrüster Vaude reagiert auf einen Umsatzrückgang und will unter anderem im Personalbereich Kosten einsparen.

Beim Outdoor-Ausstatter vom Bodensee ist man zwar guter Dinge, dass man den Umsatz im laufenden Geschäftsjahr wieder leicht steigern kann, der aktuelle Rückgang wird sich dem Bericht zufolge aber auf die Erfolgsbeteiligung für die Mitarbeiter auswirken. Sportwagenbauer Porsche hatte für 2023 erneut eine Rekordprämie von bis zu 9.700 Euro ausbezahlt.

Rubriklistenbild: © Felix Kästle/dpa

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