Streichliste veröffentlicht

Modehändler Gerry Weber schließt hunderte Filialen – diese Läden sind in Baden-Württemberg betroffen

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Der Modehersteller Gerry Weber will insgesamt 122 der derzeit noch 171 eigenen Stores und Outlets bis Ende September schließen. (Archivfoto)
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Modehersteller Gerry Weber kämpft schon länger gegen eine Krise. Nun gab das Unternehmen bekannt, einen Großteil seiner Geschäfte in Deutschland zu schließen. Auch einige Filialen in Baden-Württemberg sind betroffen.

Stuttgart - Immer mehr Warenhäuser in Deutschland müssen schließen. Anfang des Jahres verkündete Handelsriese Galeria Karstadt Kaufhof das Aus von 52 der 129 Filialen im Land. Auch in Baden-Württemberg sind einige Galeria-Kaufhäuser betroffen. Traurige Nachrichten gab es kürzlich zudem aus Esslingen: Das Modehaus Kögel schließt nach mehr als 120 Jahre Ende Januar 2024 seine Pforten. Und nun gab Modehändler Gerry Weber bekannt, einen Großteil seiner Geschäfte in Deutschland in den nächsten Monaten zu schließen.

Insgesamt 122 der derzeit noch 171 eigenen Stores und Outlets sollen bis Ende September dieses Jahres im Zuge der Sanierungsbemühungen aufgegeben werden, wie das Unternehmen mitteilte. Damit fallen auch rund 350 Vollzeitarbeitsplätze weg. Einige Gerry-Weber-Filialen in der Region Stuttgart und Baden-Württemberg stehen auf der Streichliste.

Hintergrund der Schließungen des Modehändlers Gerry Weber:

Die Gerry Weber International AG hatte im April beim Essener Amtsgericht die Einleitung eines Sanierungsverfahrens nach dem Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen für Unternehmen (StaRUG) beantragt. Die Gerry Weber Retail GmbH, in der das Filialgeschäft gebündelt ist, hatte kurz darauf Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das Insolvenzverfahren wurde am 26. Juni eröffnet.

Erst vor gut drei Jahren hatte Gerry Weber schon einmal mithilfe eines Insolvenzverfahrens vor dem Aus gerettet werden müssen. (dpa)

Modehändler Gerry Weber schließt hunderte Filialen: Das sind die betroffenen in Baden-Württemberg

Wie die Stuttgarter Nachrichten (StN) berichten, will Modehändler Gerry Weber in Baden-Württemberg zwölf der 17 Standorte schließen. Dazu zählen beispielsweise Läden des Bekleidungsherstellers in Leonberg, Heidelberg und Reutlingen. Erhalten bleiben dagegen das Geschäft in Ludwigsburg, im Outletcenter Metzingen, in Bühl und im Outlet Münstertal. Beim Standort Bietigheim-Bissingen stehe die Entscheidung noch aus, heißt es.

Diese Filialen des Modehändlers Gerry Weber schließen in Baden-Württemberg:

  • Leonberg
  • Backnang
  • Reutlingen
  • Pforzheim
  • Heidenheim
  • Schwäbisch Gmünd
  • Schwäbisch Hall
  • Bad Mergentheim
  • Wiesloch
  • Heidelberg
  • Freudenstadt
  • Waldshut-Tiengen
  • Biberach
  • Store im Galeria Karstadt Kaufhof in Stuttgart

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Darüber hinaus ziehe sich Gerry Weber auch aus seinen Shop-in-Shop-Geschäften in den Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof zurück, schreibt die StN. Das betreffe von den rund 50 Standorten auch das Galeria-Kaufhaus in der Königsstraße in Stuttgart. Für den Stellenabbau seien bereits ein Interessenausgleich und ein Sozialplan mit dem Betriebsrat vereinbart worden.

Modehersteller Gerry Weber will sich wieder auf das Großhandelsgeschäft konzentrieren

Die von der Schließung betroffenen Geschäfte gelten laut Unternehmen als unrentable, heißt es. Das künftige Filialnetz soll ausschließlich aus Standorten bestehen, die bereits profitabel arbeiten und ein „hohes Zukunftspotential“ hätten. Der Modehersteller werde sich in Zukunft wieder verstärkt auf das Großhandelsgeschäft konzentrieren und damit zu seinen Wurzeln zurückkehren, sagte Firmenchefin Angelika Schindler-Obenhaus.

Sanierungsexperte Stefan Meyer, der vom Amtsgericht Essen im Zuge des Verfahrens bestellt wurde, betonte, der jetzt eingeschlagene Kurs sei „ohne Alternative, um den erhaltenswerten Kern von Gerry Weber zu schützen und den Konzern für die Zukunft robust, belastbar und auf finanziell solidem Fundament im Markt zu platzieren“.

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