VonBernhard Hamppschließen
Beim Neujahrsempfang der VR-Bank Ostalb skizzieren zwei Experten der DZ-Privatbank, warum die allgemeine Konjunkturschwäche kaum negative Auswirkungen auf die Finanzmärkte hat.
Aalen. Die Vereinten Nationen haben 2025 zum Jahr der Genossenschaften erklärt. Für die VR-Bank Ostalb, die traditionell mit einem Empfang für Wirtschaft und Politik im Aalener Kulturbahnhof ins neue Jahr gestartet ist, Grund, ihre genossenschaftlichen Werte, zu denen bürgerschaftliche Selbsthilfe und Selbstorganisation gehören, herauszustreichen.
Kurt Abele, Vorstandsvorsitzender der größten Genossenschaftsbank der Ostalb, zitierte denn auch den UN-Generalsekretär António Guterres, der die Genossenschaften als „die Lösung für viele globale Herausforderungen unserer Zeit“ bezeichnet hatte: „Sie fördern regionales Unternehmertum, ermöglichen den Zugang zu Märkten und bekämpfen weltweit Armut und soziale Ausgrenzung.“
Trotz zahlreicher Krisen viel Zuversicht
Für die VR-Bank Ostalb heiße das Richtige tun, sich für die Mitglieder, Kunden und die Region einzusetzen. Unsicherheiten wie die Ankündigungen des designierten US-Präsidenten Donald Trump, dem fortdauernden Ukraine-Krieg und gestiegene Insolvenzzahlen begegne man mit Zuversicht. „In den vergangenen Monaten haben Baufinanzierungen und Immobilienvermittlungen wieder zugenommen“, skizzierte Abele einen von mehreren Lichtblicken. Wer sich nun den Wohntraum erfüllen möchte, solle besser nicht auf fallende Zinsen hoffen, so Abele, der bei der Vermögensanlage zur richtigen Vermögensstruktur und kontinuierliches Sparen sowie Beratung durch seine „top-qualifizierte Mannschaft“ riet.
Mit Vorstandsmitglied Arasch Charifi und Senior Portfoliomanager Dimo Bart referierten passend dazu zwei Experten der DZ-Privatbank zum Thema „Investieren in volatilen Zeiten“. Die DZ Privatbank ist das zentrale Institut der Volks- und Raiffeisenbanken für Private Banking und Vermögensverwaltung sowie im Bereich Fondsdienstleistungen und Kredite aktiv.
Klare Botschaften der Vermögens-Experten
Die beiden sendeten klare Botschaften: Die Vermögensstruktur wichtiger, als den genau richtigen Zeitpunkt für ein Investment zu treffen: „Timing spielt überhaupt keine Rolle“, so Charifi, der die Aussage mit Zeitreihen belegte. Die Erfahrung ermögliche ihm und dem Kompetenzcenter, „Volatilitäten auszusitzen“, fügte Bart an.
Auch wenn die Konjunktur in Deutschland derzeit zur „sanften Landung“ ansetze, bleibe der Kapitalmarkt davon unabhängig, unterstrich Charifi: So hätten kleinere US-Werte im Schatten der großen Tech-Dienstleister Potenzial, aber auch europäische Unternehmen, die von EZB-Zinssenkungen profitieren könnten. Sie würden besonders dann interessant, wenn sich Unsicherheiten wie der Ukraine-Krieg auflösten. Auch Gold bleibe als Vermögensbestandteil hochinteressant. „Lassen Sie sich für den Kapitalmarkt nicht von den allgemeinen Moll-Tönen anstecken“, riet Charifi.
Oberbürgermeister Frederick Brütting brachte in seinem Grußwort noch andere Investments in Spiel: „Der Aufschwung kommt nicht alleine durch Sparen, sondern durch Innovationen und Investitionen.“ Die Stadt Aalen investiere besonders in den Bereichen Bildung und Betreuung, Wohnraum sowie Klimaschutz und Energie in die Zukunft.

