VonUlrike Schneiderschließen
Die Kreisverwaltung hatte jüngst mal eben die Anforderungen für das Ostalb-Klinikum geändert. Daher wurden im Gemeinderat die neuen Zahlen für die Kombilösung Aalen präsentiert.
Aalen. Die Zukunft des Ostalb-Klinikums liegt in einer Kombilösung mit 614 Betten am bisherigen Standort, bei der das Ostalb-Klinikum zu einem Regionalversorger weiterentwickelt werden soll. Dafür haben sich am Donnerstagabend die Gemeinderäte mit einer großen Mehrheit ausgesprochen.
Architekt Cemal Isin erläuterte dabei ein von 900 auf 600 Betten reduziertes Konzept. Mit der überarbeiteten „Kombilösung“ einher gegen nicht nur ein Drittel weniger Betten, sondern auch 22 Prozent weniger Kosten. Laut Isins Rechnung belaufen sich die Kosten statt auf 530 Millionen Euro in der „abgespeckten“ Kombi-Variante auf 368 Millionen Euro. Diese Summe, so der Beschluss der Räte, soll ein unabhängiges Expertenbüro überprüfen.
OB Brütting: Bisheriges Ostalb-Klinikum ist prädestinierter Standort
Die Stadtverwaltung hat sich bei der derzeitigen Debatte um die Zukunft der Kliniken im Kreis bislang für den Erhalt des Ostalb-Klinikums als zentraler Regionalversorger eingesetzt. OB Frederick Brütting erinnerte eingangs daher kurz an die Klinikstruktur mit einem zentralen Versorger sowie mit klinischen Angeboten in Ellwangen und Mutlangen sowie in Bopfingen.
Das bisherige Ostalb-Klinikum sei der prädestinierte Standort für den künftigen Regionalversorger, so der OB. Es habe ökologische und ökonomische Vorteile und sei schneller umsetzbar. „Wir haben den Nachweis dafür erbracht, indem wir ein kluges bauliches Konzept erarbeitet haben“, zeigte sich Brütting überzeugt mit Blick auf die Kombilösung – ein in vier Stufen weiterentwickeltes Ostalb-Klinikum. Die hatte das Architektur-Büro Isin in seiner Vorstellung im September 2023 aufgezeigt. Cemal Isin hatte damals ausdrücklich betont, es handel sich um „keine Altbausanierung“.
Neue Zahlen fürs Aalener Kombikonzept
Nachdem in der vergangenen Woche bekannt geworden war, dass die Kreisverwaltung statt mit 900 jetzt „nur“ mit 600 Betten rechnet, stellte Cemal Isin den Gemeinderäten die Kombilösung nun mit neuen Zahlen vor. Ohne Preissteigerung lasse sich ein 614-Betten-Klinikum für 368 Millionen Euro realisieren.
Stellplätze, Pflegeneubau & Co.
Das um 500 auf 730 Stellplätze vergrößerte Parkhaus schlägt, laut Isin, mit 14 Millionen Euro zu Buche. Für den Funktionsbau mit 230 Betten rechnet der Architekt mit 231 Millionen Euro; für den Pflegeneubau neben der Frauenklinik mit 36,8 Millionen Euro. Für den Technikbau, die Kantine und weitere Maßnahmen veranschlagt er 30 Millionen Euro; für die neue Verwaltung weitere 18,15 Millionen Euro. Das seien die wesentlichen Zahlen, so Isin. Mit einem Geschoss weniger beim Anbau und beim Funktionsbau habe man die Einsparungen erzielt, erklärt der Planer weiter.
„Eine Zahl unter 400 Millionen Euro ist etwas greifbarer“, sagte Wolfgang Steidle. Der Baubürgermeister spielte dabei auf die ursprüngliche Kostenberechnung des vom Kreistag eingesetzten Gutachterbüros Endera an. Das hatte für einen 900-Betten-Neubau auf der grünen Wiese rund 1,157 Milliarden Euro veranschlagt und rechnet bei 600 Betten jetzt mit 600 bis 650 Millionen Euro. Steidle lobte, wie die Sprecher der Fraktionen, die „gründliche und schnelle Erarbeitung" der neuen Variante.
Klinikstandort Aalen: Das sagen die Gemeinderäte
„Alles spricht für einen Standort am Kälblesrain“, sagte Dr. Thomas Battran. Der Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen sprach dabei von einer „genialen Lösung mit einer zentralen Klinik bei einer gleichzeitig hochgradigen Versorgung in Mutlangen und Ellwangen“. Deshalb müsse Aalen für den „besten Standort kämpfen“. Der Grünen-Sprecher signalisierte Zustimmung zu Brüttings Vorschlag für ein externes Büro zur Überprüfung von Isins Kostenrechnung.
Wie Battran unterstrichen auch Armin Abele für die CDU, Hermann Schludi für die SPD, Claus Albrecht für die Freien Wähler und Roland Hamm (Linke), dass die Kombilösung die beste sei. Andreas Lachnit (AfD) signalisierte Zustimmung, Dr. Frank Gläser Enthaltung. Manfred Traub betonte, er überlasse die Entscheidung dem Kreistag. Ähnlich argumentierte Norbert Rehm, dessen vier Anträge abgelehnt wurden. Er wolle zum jetzigen Zeitpunkt nichts empfehlen.
Im Verwaltungsausschuss „Kliniken des Kreises“ wird am 26. Februar eine Vorentscheidung in der Standortfrage erwartet.

