Pforzheim blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Die einstige Römersiedlung hatte sich im Lauf der Jahrhunderte zu einem Hotspot für Schmuck- und Uhrenproduktion entwickelt. Seit einigen Jahren erlebt ihre Wirtschaft jedoch einen großen Strukturwandel.
- Pforzheim wurde ursprünglich von den Römern gegründet.
- Die Stadt war im Mittelalter die Residenz badischer Markgrafen.
- Die einstige Goldstadt lebt heute vor allem von Elektro-Industrie und Versandhandel.
Pforzheim – Mit einer Einwohnerzahl von 127.849 Menschen zählt Pforzheim zu den wichtigen Großstädten des Bundeslandes Baden-Württemberg. Die Stadt erblühte seit dem 18. Jahrhundert als Produktionsstätte für Uhren und Schmuck. Obwohl sie im Zweiten Weltkrieg zu 98 Prozent zerstört worden war, erlebte sie schon ab 1946 einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung.
Pforzheim: Lage und Stadtgliederung
Pforzheim befindet sich am Nordrand des Schwarzwalds, wo die Enz, die Nagold und die Würm zusammenfließen. Sie ist das Zentrum des Verdichtungsraums Karlsruhe/Pforzheim sowie das Oberzentrum der Region Nordschwarzwald. Die Stadt ist außerdem ein Stadtkreis sowie der Verwaltungssitz des Enzkreises, von dem das Stadtgebiet umschlossen ist. Pforzheim zählt 15 Stadtteile und hat außerdem Anteil an drei Naturschutzgebieten: Das Felsenmeer, das Gebiet Mangerwiese-Wotanseiche und das Untere Würmtal.
Pforzheim: Römersiedlung und Gelehrtenstadt
Historische Funde aus der Zeit um 500 bis 300 vor Christus belegen bereits Keltensiedlungen auf dem Gebiet des heutigen Pforzheims. Der Name der Stadt leitet sich aus einer Römergründung ab, die als römische Stadt „Portus“ ein Verwaltungszentrum der Provinz Germania superior war. Im Mittelalter wandelte sich der lateinische Name in „Phorcen(sis)“ ab.
Eine erste urkundliche Erwähnung fand Pforzheim in einem Dokument von König Heinrich IV. aus dem Jahr 1067. Im Jahr 1220 machten die badischen Markgrafen Pforzheim zu ihrer Residenz. Und im 15. und 16. Jahrhundert brachte die Pforzheimer Lateinschule wichtige Gelehrte wie Philipp Melanchthon oder Johannes Reuchlin hervor.
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Pforzheim gewinnt als Goldstadt an Bedeutung
Im Jahr 1767 wurde von Markgraf Karl-Friedrich die Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie gegründet. Bald schon exportierte das Unternehmen in alle Welt und Pforzheim wurde als Gold-, Schmuck- und Uhrenstadt international bekannt. Schon um 1800 wies Pforzheim 900 Fabriken auf, weshalb die Stadt auch als erste Fabrikstadt Badens zum bedeutenden Zentrum für Schmuckfabrikation wurde. Mit der Gründung weiterer Textil- und Metall-Fabriken wurde Pforzheim im 19. Jahrhundert schließlich zum industriellen Zentrum des Großherzogtums Baden.
Während des Zweiten Weltkriegs übernahm Pforzheim auch eine wichtige Schlüsselfunktion in der Rüstungsindustrie. Am 23. Februar 1945 wurde die Stadt bei einem Luftangriff innerhalb von gerade einmal 22 Minuten fast völlig zerstört. Es war nach der Bombardierung von Dresden und Hamburg sogar der drittstärkste Angriff alliierter Bomber. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Pforzheim Teil des neuen Landes Baden-Württemberg. Die Stadt erlebte jedoch einen raschen Wiederaufbau und verzeichnete schon um 1950 wieder Millionenumsätze im Export.
Pforzheim: Wirtschaft im Wandel
Noch heute werden etwa 75 Prozent der deutschen Schmuckwaren in Pforzheim produziert. Außerdem befindet sich hier die einzige Goldschmiedeschule mit integrierter Uhrmacherschule in Deutschland. Dennoch hat die Schmuck- und Uhrenproduktion gegen Ende des 20. Jahrhunderts stark an Bedeutung verloren.
Die Stadt hat mit einem industriellen Strukturwandel zu kämpfen. Inzwischen stellen Elektronik-, Elektrotechnik- und Metallverarbeitungs-Unternehmen die Mehrzahl der Arbeitsplätze. Auch im Versandhandel (Bader Versand, Versandhaus Klingel, Wenz) nimmt Pforzheim inzwischen eine führende Stellung in der Republik ein.
Pforzheim: Kultur und Sehenswürdigkeiten
Auch in kultureller Hinsicht hat Pforzheim einiges zu bieten. Neben dem Theater Pforzheim (ein Mehrspartenhaus mit Oper, Operette, Musical, Schauspiel, Ballett und Junger Bühne) ist auch das Kulturhaus Osterfeld eine wichtige Begegnungsstätte für Kulturschaffende. Neben der Badischen Philharmonie hat auch die deutsche Britpop Band Fool’s Garden hier Musikgeschichte geschrieben. Ihren Hit „Lemon Tree“ benannten sie nach einem lokal ansässigen Zitronenbaum.
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt im Überblick
- Wildpark Pforzheim
- Gasometer Pforzheim
- Goldene Pforte Pforzheim
- Schlössle-Galerie
- Burgruine Liebeneck
- Schmuckmuseum
- Technisches Museum
- Kulturhaus Osterfeld
- Archäologischer Schauplatz Kappelhof
- Schlosskirche Sankt Michael
- Hachelturm
- Stadtumuseum Pforzheim

