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Feuerwehren, Bauhöfe und THW sind im Dauereinsatz. Die Waldhäuser Straße ist teilweise gesperrt. In Unterkochen rutscht ein Hang – dort bleibt es spannend.
Nach Regenfällen: Hangrutsch und „Hochwasser“ in Unterkochen




Aalen. Trotz des Dauerregens am Freitag (31.5.) und Samstag (1.6.) scheint auf den ersten Blick die Stadt Aalen mit einem blauen Auge davon gekommen zu sein. Bürgermeister Bernd Schwarzendorfer wollte am frühen Sonntagnachmittag zwar noch keine Bilanz ziehen, vermutet aber, dass durch den intensiven Einsatz des städtischen Bauhofs und der Feuerwehren „viel Unheil abgewendet“ werden konnte.
Zur Koordinierung der Einsätze hatte die Stadt im Rettungszentrum Aalen einen Einsatzstab unter der Leitung der stellvertretenden Gesamtkommandanten der Feuerwehr Stephan Stütz und Jürgen Scherer sowie Schwarzendorfer eingerichtet. Sie standen in ständigem Kontakt mit Oberbürgermeister Brütting.
Bernd Schwarzendorfer: „Es hätte schlimmer kommen können“
Zentral sei – laut Schwarzendorfer – gewesen, die Einlaufrechen an verschiedensten Bächen und Flüssen im Stadtgebiet immer wieder von Treibgut freizuhalten, um ein Anstauen des Wassers zu verhindern. Die Wassermassen konnten dadurch rasch abfließen. Auch durch den Einsatz von Sandsäcken sei in den meisten Fällen verhindert worden, dass Keller vollgelaufen sind. Schwarzendorfer: „Es hätte – Stand Sonntag, 14 Uhr – schlimmer kommen können.“
Waldhäuser Straße: Nur die rechte Fahrbahn ist stadtauswärts befahrbar
Klar ist, dass die Folgen der andauernden Regenfälle auch in den kommenden Tagen für Arbeit sorgen werden. Die Waldhäuser Straße im Ortsgebiet Unterkochen war zwischenzeitlich zwischen Aalen-Unterkochen und Aalen-Brastelburg nicht mehr befahrbar und beidseitig gesperrt. Erst am Sonntagabend (20:08 Uhr) wurde die Sperrung teilweise aufgehoben. Stadtauswärts ist die rechte Fahrbahn wieder befahrbar, die Verkehrsregelung erfolgt über zwei Verkehrsampeln.
Allerdings ist die Geschwindigkeit in diesem Abschnitt auf 20 km/h reduziert und die Verkehrsteilnehmer sind dazu angehalten, vorsichtig zu fahren. Denn noch immer befindet sich Wasser im Bereich der Straße. Der freigegebene, rechte Fahrstreifen sollte in diesem Abschnitt deshalb auch nicht verlassen werden. Es wird empfohlen, diesen Bereich weiträumig zu umfahren. Ebenfalls in Unterkochen mussten eine größere Baugrube und angrenzende Gebäude gegen Rutschungen gesichert werden.
Regenfälle in Unterkochen: Abgerutschter Hang in Glashütte
Im Unterkochener Ortsteil Glashütte rutschte in der Nacht von Samstag auf Sonntag ein Hang ab. Die Stelle wurde am Sonntagmorgen von Stadtvertretern und einem Geologen begutachtet. „Der Hang wird jetzt weiter beobachtet“, sagt Bernd Schwarzendorfer. Derzeit könne man nicht seriös sagen, wie es an dieser, mittlerweile mit Flatterband der Feuerwehr abgesperrten Stelle weitergeht.
Hintergrund: Der Hang ist nach wie vor in Bewegung. Bei einer weiteren Rutschung droht eine Überschwemmung durch den unterhalb des Hangs befindlichen Fischweiher. Auch wenn der Schlamm zeitnah weggeräumt wird, könnte Matsch nachrutschen. Wichtig sei zudem zu klären, ob der Hang weiter oben befestigt werden müsse. Schwarzendorfer: „Ich kann nur jedem raten, die Sperrzone der Feuerwehr zu beachten.“
Die Feuerwehren im Ostalbkreis rückten im Laufe des Samstags zu rund 30 Kleineinsätzen aus, so eine erste Bilanz der Kreisverwaltung. Der Führungsstab der Feuerwehren mit Landrat Dr. Joachim Bläse, Erster Landesbeamtin Gabriele Seefried, Dezernent Thomas Wagenblast und Kreisbrandmeister Andreas Straub traf sich Samstag und Sonntag im Aalener Landratsamt, um die Lage zu analysieren und das weitere Vorgehen zu besprechen.
Das THW wird weitere Sandsäcke vorbereiten, sodass zu den bereits an die Wehren vor Ort verteilten 5.000 weitere 12.000 zur Verfügung stehen. Indes zeichnet sich bei den Gewässerpegeln an der Rems, der Jagst und an Sechta und Eger eine leichte Entspannung ab.
Situation in Gmünd
Angespannte Situation in der Nacht auch in Gmünd. Auf Höhe des Gewerbegebiets „Krähe“ entgleiste in der Nacht wegen eines Erdrutsches ein ICE der Deutschen Bahn. Die 185 Passagiere blieben bei dem Unglück unverletzt.
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