Ricarda-Lang-Demo hat ein gerichtliches Nachspiel

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Der Ellwangen-Besuch der Grünen-Bundesvorsitzenden Ricarda Lang war im September des vergangenen Jahres von Protesten begleitet.
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Ein Mann aus Abtsgmünd hatte bei der Demo im September des vergangenen Jahres Ellwangens Bürgermeister Volker Grab auf übelste Art beleidigt. Dafür sollte er sich jetzt vor dem Amtsgericht verantworten.

Ellwangen. Vor dem Amtsgericht Ellwangen sollte sich am Dienstagmorgen ein Mann aus Abtsgmünd verantworten. Er hatte im September des vergangenen Jahres Ellwangens Bürgermeister Volker Grab diffamiert und beleidigt. Doch der Prozess platzte. Der Mann zog es vor, nicht vor Gericht zu erscheinen.

Die Tat, um die es ging, hatte sich am 16. September 2022 vor dem Taj Mahal zugetragen - beim Besuch der Bundesvorsitzenden der Grünen, Ricarda Lang. Die Politikerin wurde vor und im Lokal ausgebuht und verbal angegriffen (wir berichteten). Aber auch ein Vertreter der Stadt wurde bei dieser Veranstaltung wüst beleidigt. Getroffen hat es Volker Grab. Der Ellwanger Bürgermeister musste sich von dem Beklagten die Worte "Grüner Nazi" und "Drecksack" anhören. Grab erstattete daraufhin Strafanzeige; die Staatsanwaltschaft verhängte gegen den mutmaßlichen Täter eine Geldstrafe von 900 Euro. Die will der Mann, der der Reichsbürgerbewegung angehören soll, aber offenbar nicht zahlen. In jedem Fall legte er Widerspruch gegen den Strafbefehl ein, weshalb am Dienstag vor dem Amtsgericht - unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen - ein Strafverfahren stattfinden sollte. Alle waren da - Richter, Staatsanwältin, ein größeres Aufgebot an Justizvollzugsbeamten sowie - als Zeugen - Bürgermeister Volker Grab und Ordnungsamtsleiter Thomas Steidle. Nur der Angeklagte sollte nicht erscheinen. 15 Minuten wurde vergeblich auf den Mann gewartet. Aufgrund seines Nichterscheinens vor Gericht, wurde der Einspruch des Mannes gegen den Strafbefehl verworfen. Er muss jetzt die Geldstrafe zahlen.

Bürgermeister Volker Grab erklärte im Gespräch mit dem Richter, dass er als Kommunalpolitiker durchaus Einiges gewohnt sei, auch Beleidigungen. Aber der Tag und diese Tat gingen ihm bis heute nach. "Das hat mich damals sehr unvorbereitet getroffen und lässt mich immer noch nicht los."

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